Neue Anforderungen an #Hygiene-Inspektionen von #RLT-Anlagen

19.01.2019 11:33

Neue Anforderungen an #Hygiene-Inspektionen  von #RLT-Anlagen

Die Neufassung der #VDI 6022 zum 1. Januar 2018 brachte einige grundlegende Änderungen bei der Durchführung von #Hygiene-Inspektionen in #Raumluftanlagen mit sich, die #Dienstleister nun umsetzen müssen.

Die VDI-Richtlinie 6022 gilt seit vielen Jahren als Stand der Technik im Bereich der Raumlufttechnik. Sie gilt für alle raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) und Geräte, deren zentrale und dezentrale Komponenten die Zuluftqualität beeinflussen.

Die Neufassung betrifft Blatt 1 „Raumlufttechnik, Raumluftqualität – Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte (VDI-Lüftungsregeln)“ sowie Blatt 6 „Raumlufttechnik, Raumluftqualität – Luftbefeuchtung über dezentrale Geräte – Hygiene in Planung, Bau, Betrieb und Instandsetzung.“ Blatt 1 beinhaltet Anforderungen an die Planung, die Herstellung und das Errichten von RLT-Anlagen. Dazu zählen Gesichtspunkte wie das Verhindern feuchter Stellen durch die Planung, Zugänge für Inspektion und Reinigung, die Dimensionierung der Anlage, Installationen im luftführenden Bereich sowie die Reinigung vor der Inbetriebnahme. Ebenso gibt die Richtlinie klare Anweisungen für den Betrieb und die Instandhaltung.

RLT-Anlagen müssen so betrieben und instand gehalten werden, dass sie die hygienischen Anforderungen dauerhaft einhalten. Die Gesec Hygiene + Instandhaltung GmbH & Co. KG, ein Unternehmen der Gesa Hygiene-Gruppe, hat sich im Rahmen ihrer Hygienedienstleistungen auf die technische Tiefenhygiene von Raumlufttechnischen Anlagen spezialisiert. Im Rahmen dieser Dienstleistung sind Hygieneinspektionen sowie die Wartung der Anlagen inbegriffen. Gesec versetzt RLT-Anlagen durch regelmäßige Hygieneinspektionen sowie die Reinigung und Wartung in einen hygienisch neuwertigen Zustand und sorgt damit für eine lange Lebensdauer der Anlage und hygienische Verhältnisse.

Das ist neu in der VDI 6022:

1. Sachkundenachweis sichert Auftraggeber ab
Personen, die Hygieneinspektionen durchführen, müssen wie bisher zwingend laut der Neufassung der VDI 6022 nun zwingend mit dem Sachkundenachweis der Kategorie A qualifiziert sein. Diese umfangreiche Raumluft-Hygieneschulung vermittelt umfassendes Wissen in allen hygienerelevanten Aspekten bei RLT-Anlagen. Darüber hinaus ist eine entsprechende Berufserfahrung unverzichtbar. Erst mit diesen fachlichen Voraussetzungen dürfen anspruchsvolle Hygienetätigkeiten an raumlufttechnischen Anlagen sowie Hygieneinspektionen nach VDI 6022 durchgeführt werden.

Bei den mikrobiologischen Untersuchungen ist es beispielsweise besonders wichtig, dass die Probenahme korrekt erfolgt. Ein qualifizierter Entnahmeprozess schließt Fehldiagnosen aus. Gesec beschäftigt dazu ausschließlich entsprechend ausgebildetes Fachpersonal und kann eine korrekte Durchführung garantieren.

Wer Firmen beauftragt, deren handelnde Mitarbeiter den Sachkundenachweis nach VDI 6022 vorweisen können, sichert sich nicht nur hinsichtlich der Qualität der Dienstleistung ab. Im Schadensfall stützen sich Gutachter in der Beurteilung darauf, ob die Richtlinie eingehalten wurde. Insofern kommt der VDI 6022 eine Bedeutung bei Haftungsfragen zu, denn sie gilt als anerkannter Stand der Technik. Durch § 7 der Arbeitsstättenverordnung wird der VDI 6022 somit Gesetzescharakter zuteil.

2. Gefährdungsbeurteilung ist nun vorgeschrieben
Darüber hinaus muss nun vor Beginn der Installation zwingend eine Gefährdungsbeurteilung für die zu behandelnde RLT-Anlage erstellt werden, um das Instandhaltungspersonal zu schützen. Bei der Hygiene-Erstinspektion durch Sachkundige der Kategorie A wird zusätzlich eine sogenannte Hersteller- und Planererklärung gefordert, die als Bestätigung gilt, dass alle verbauten Komponenten die Forderungen der VDI 6022 erfüllen.

3. Schimmelpilze werden differenziert erfasst
Eine Hygiene-Inspektion besteht aus vier Teilen: „Erweiterte Sichtprüfung“, „Mikrobiologische Untersuchungen“, „Konstruktive Beurteilung“ sowie „Dokumentation“. Ziel der mikrobiologischen Untersuchung ist es festzustellen, ob die RLT-Anlage mikrobiologisch kontaminiert ist und die angesaugte Außenluft negativ beeinträchtigt. Untersucht werden dazu die durch die Anlage strömende Luft, die Außenluft, das Umlaufwasser von Luftbefeuchteranlagen sowie das Rückkühlwasser.

Die VDI 6022 fordert nun explizit, dass Oberflächenkeim- und Luftkeimuntersuchungen zur Auswertung von Gesamtkeimzahlen und Schimmelpilzen mit Selektivnährmedien durchgeführt werden. Bisher war hier keine Differenzierung nötig, alle Oberflächenproben wurden auf Basis von Casein-Sojamehl-Pepton- (CASO-) Agarplatten genommen. Seit der Neufassung ist die Differenzierung der Schimmelpilze bis auf Ebene der Schimmelpilzart verpflichtend.

„Die Schimmelpilz-Differenzierung liefert eine wichtige Aussage über die mikrobiologische Qualität sowohl der zugeführten Luft als auch der untersuchten Anlage“, sagt Zdenko Engl, Geschäftsführer bei Gesec und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Instandhaltung des Fachverbandes Gebäude Klima e.V. „Für Gesec gehörte sie seit jeher zum Standard.“ Da die Untersuchung jedoch aufgrund der Nährmedien und der Kultivierung relativ teuer in der Durchführung ist, verzichtete so mancher Billig-Anbieter unter den Dienstleistern darauf.

Gesec arbeitet mit einem von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) nach DIN ISO EN 174025 akkreditierten Prüflaboratorium, das alle Proben zur Auszählung der Keimbildenden Einheiten (KBE) entsprechend der Normen kultiviert. Schimmelpilze werden beispielsweise durch Agars aus Malzextrakten sichtbar gemacht. Auch dies ist nicht selbstverständlich: Viele Laboranbieter führen solch differenzierte Untersuchungsmethoden nicht.

4. Vergleichende Luftkeimuntersuchung wird verpflichtend
Auch die vergleichende Luftkeimuntersuchung ist mit der Neufassung der VDI 6022  im Rahmen der Hygiene-Inspektion verpflichtend geworden. Bisher war sie nur optional. Sie deckt Hygienemängel in Luftleitungen auf und erlaubt damit eine ganzheitliche Betrachtung des Hygienezustandes einer raumlufttechnischen Anlage. An schwer zugängliche Stellen (z.B. am Wärmeregister) müssen Proben mittels Abstrich entnommen werden. Die Differenzierung der Schimmelpilze ist hier ebenfalls verpflichtend.

Gesec begrüßt die Neufassung der VDI 6022
„Die Weiterentwicklung der VDI 6022 hebt die Anforderungen an Hygiene-Inspektionen und den hygienischen Zustand einer Raumluftanlage auf ein angemessenes Niveau“, bemerkt Zdenko Engl. „Gerade die verpflichtenden Luftmessungen und Schimmelpilzdifferenzierung erlauben eine wesentlich fundiertere Aussage über den Hygienezustand der RLT-Anlage als es bisher der Fall war.“

Haben Sie Fragen zum Thema? Gerne beraten wir Sie:

Ihr Ansprechpartner:
Zdenko Engl
Geschäftsführer Gesec Hygiene + Instandhaltung GmbH & Co. KG
Vorsitzender der Arbeitsgruppe Instandhaltung des FGK e.V.
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