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Marianne Blumenbecker im Alter von 89 Jahren verstorben

25.08.2015 08:49

Marianne Blumenbecker im Alter von 89 Jahren verstorben

Am 17.08.2015 verstarb die Beckumer Unternehmerin Marianne Blumenbecker im Alter von 89 Jahren. Sie machte aus einem Beckumer Kleinbetrieb eine internationale Unternehmensgruppe, denn Sie hatte den Mut, immer wieder neue Wege zu beschreiten.

Marianne Blumenbecker im Alter von Jahren verstorben 

(Beckum) Am .. verstarb die Beckumer Unternehmerin Marianne Blumenbecker. "Mit Marianne Blumenbecker verlieren wir eine Frau, deren Tatkraft und unternehmerische Weitsicht Blumenbecker zu dem machten, was es heute ist", so Dr. Wolfgang Fink, Geschäftsführer der Blumenbecker Gruppe. "Das Lebenswerk dieser außergewöhnlichen Frau und ihre Leistung können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Unter ihrer Führung entwickelte sich Blumenbecker kontinuierlich aufwärts – nicht zuletzt auch wegen ihres Mutes, immer wieder neue Wege zu beschreiten." 

Wenn in den er-Jahren in vielen Management-Lehrbüchern "management by wandering around" als der neueste Trend hochgelobt wurde, dann konnte Marianne Blumenbecker darüber nur lächeln. Eine Politik der offenen Tür war für sie (ebenso wie für ihren Bruder Bernhard) von Anfang an selbstverständlich. Viele ältere Mitarbeiter erinnern sich noch an die Zeiten, in denen Marianne Blumenbecker am Samstag mit Broten und Kaffee bei einer Schicht auftauchte oder Mitarbeiter, die Überstunden machen mussten, mit Pizza überraschte. "Man konnte auch als Lehrling bei ihr ins Büro marschieren, wenn man ein Anliegen oder eine Idee hatte", erinnert sich Detlef Schulz, der bei Blumenbecker seine Lehre antrat und heute Geschäftsführer der Blumenbecker Technik GmbH in Bad Lauchstädt ist. "Wenn man sie überzeugen konnte, gab sie sofort grünes Licht. Sie war eine Unternehmerin, die mit dem Kopf, aber zugleich auch aus dem Bauch heraus entschied." In der Tat waren langwierige Sitzungen und bürokratische Verfahren ihre Sache nicht. Marianne Blumenbecker war immer bereit, auf konstruktive Vorschläge ihrer Mitarbeiter zu hören – und schnell zu handeln. Dass manche dieser Vorhaben auch im Sand verliefen, blieb dabei nicht aus. Aber es hielt sie nicht davon ab, immer wieder nach neuen Geschäftsfeldern Ausschau zu halten. Denn sie war davon überzeugt, die Zukunft ihres Unternehmens nur durch Diversifizierung sichern zu können. "Mit dieser Philosophie hat sie recht behalten", sagt ihre Nichte Astrid Blumenbecker, die heute Mehrheitsgesellschafterin der Blumenbecker Gruppe ist. "Wir haben die große Krise der letzten Jahre auch deshalb besser überstanden als viele andere Unternehmen, weil wir so unterschiedliche Unternehmensbereiche haben." 

Pioniergeist des Vaters geerbt

Marianne Blumenbecker wurde am . Juli als Tochter von Theodor und Elisabeth Blumenbecker in Beckum geboren. Vier Jahre zuvor hatte der Vater am Ort eine Ankerwickelei eröffnet, um Elektromotoren und Maschinen vornehmlich für die Zementindustrie zu reparieren. Das war ein mutiger Schritt in Zeiten der politischen und wirtschaftlichen Krise. Außerdem war damals noch nicht abzusehen, wie sich das Geschäft mit den elektrischen Antrieben entwickeln würde. Den Pioniergeist des Vaters erbte auch die Tochter. Sie legte das Abitur ab und studierte anschließend in Münster, München und Köln mit dem Abschluss als Diplom-Kaufmann – die "Kauffrau" war zu jener Zeit noch völlig unbekannt. Parallel zum Studium arbeitete Marianne Blumenbecker intensiv im elterlichen Betrieb mit und organisierte die Verwaltung und das Rechnungswesen neu. Zugleich wurde sie mit ihrem drei Jahre jüngeren Bruder Bernhard Kommanditistin im Unternehmen des Vaters. Zu einer Zeit, als das für Frauen noch die Ausnahme war, gründete sie am 1. Juni in Ahlen eine eigene Firma, einen Elektrogroßhandel für Installationsmaterialien, Kabel, Leuchten und Geräte. Zum Start beschäftigte sie einen Angestellten und einen Lehrling. Als Lieferwagen diente ein VW-Käfer, dessen Sitze man einfach ausgebaut hatte, um so den erforderlichen Laderaum zu erhalten. Schnell baute sie sich einen Kundenkreis in Industrie und Handwerk auf. Bereits hatte das Unternehmen acht Mitarbeiter. Aber Marianne Blumenbecker erkannte, dass die Entwicklungsperspektiven in diesem Gewerbe begrenzt waren. Sie entdeckte ein neues, vielversprechendes Geschäftsfeld: die Elektrotechnik. Wie es ihre Art war, zögerte sie nicht lange, sondern erweiterte ihren Betrieb um ein Ingenieurbüro und einen Fertigungsbetrieb für den Bau von Schaltanlagen.

Chancen im Osten genutzt

Nach dem Tod des Vaters im Jahr fusionierten ein Jahr später die Dipl.Kfm. M. Blumenbecker KG, Ahlen und die Th. Blumenbecker KG in Beckum, die von ihrem Bruder geleitet wurde, zur Blumenbecker KG, Beckum. Am Sudhofer Weg in Beckum wurde der neue gemeinsame Firmensitz errichtet. Das Unternehmen beschäftigte zu dem Zeitpunkt insgesamt Mitarbeiter. , beim jährigen Firmenjubiläum, war diese Zahl auf angewachsen. Marianne und Bernhard Blumenbecker führten die Firma gemeinsam, allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Er kümmerte sich vorwiegend um die Abteilungen Elektromaschinenbau und Industriehandel, sie um den Verteilerbau. Trotzdem machte das weitere Wachstum des Unternehmens es erforderlich, die Last der Geschäftsführung auf zusätzliche Schultern zu verteilen. "Es fiel meiner Tante nicht leicht, Führungsverantwortung abzugeben", erinnert sich Astrid Blumenbecker. "Aber sie begriff auch, dass Blumenbecker eine Größe erreicht hatte, bei der das nicht mehr anders möglich war." Um neue Geschäftsideen waren die Geschwister nie verlegen. So hatte Bernhard Blumenbecker bereits Ende der er Jahre ein Kugellagerdepot für die Zementindustrie eingerichtet, aus der sich später der Bereich Industriehandel entwickelte. Und Marianne Blumenbecker erkannte früh die Chancen, die sich im Osten boten. Kurz vor der Wende waren tschechische Ingenieure zur Schulung nach Beckum gekommen, um anschließend im Auftrag von Blumenbecker zu arbeiten. Sie bildeten die Keimzelle der späteren Blumenbecker Prag s.r.o., die direkt nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gegründet wurde. Und Detlef Schulz, damals Abteilungsleiter Maschinenbau/Kranservice in Beckum, überzeugte gleich nach der Wende Marianne und Bernhard Blumenbecker, im ostdeutschen Bad Lauchstädt fertigen zu lassen. Das klappte so gut, dass der Zulieferbetrieb als Blumenbecker Technik GmbH übernommen wurde.

Bundesverdienstkreuz und Stadtpatron 

zogen sich Marianne und Bernhard Blumenbecker aus der aktiven Unternehmensleitung zurück. Auch nach dem Tod ihres Bruders im Dezember verfolgte Marianne Blumenbecker als Vorsitzende des Unternehmensbeirats weiterhin aktiv die Geschäftspolitik und das Controlling und begleitete die Geschäftsführer mit ihrem Rat und ihrer Erfahrung.  rief sie die Marianne-Blumenbecker-Stiftung ins Leben, in die sie später einen Teil des Betriebsvermögens einbrachte. Aufgrund ihrer eigenen Biografie war der Stifterin die Förderung von Frauen, die Beruf und Familie miteinander verbinden müssen, ein spezielles Anliegen. Deshalb liegt, neben Kunst, Kultur und Wissenschaft, hier ein Schwerpunkt der Stiftung. Für ihre Verdienste erhielt Marianne Blumenbecker das Bundesverdienstkreuz und , mit der Überreichung der Bronzestatue eines der Stadtpatrone, eine der höchsten Auszeichnungen der Stadt Beckum. Im Oktober wurde der Stadtpark von Schafstädt/Bad Lauchstädt ihr zu Ehren in Marianne-Blumenbecker-Park umbenannt.

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