Quote oder Qualifizierung – Frauen in modernen Führungssystemen

10.06.2016 18:17

Quote oder Qualifizierung – Frauen in modernen Führungssystemen

Am letzten Donnerstag, den 9. Juni, fand zum Thema „Quote oder Qualifizierung – Frauen in modernen Führungssystemen“ in der Aula der Albert-Ludwigs-Universität eine Podiumsdiskussion statt. Veranstalter waren TriRhena Consulting, die Fachschaft Wirtschaftswissenschaften, Vitra AG und das Gründerbüro der Uni Freiburg.

Grußwort der Prorektorin

Eingeläutet wurde der Abend von Prorektorin Frau Prof. Dr. Zacharias, die das Thema eindrucksvoll mit ihrer persönlichen Vita verband. Passend zum Thema waren folgende Frauen in Führungspositionen als Rednerinnen eingeladen: Eine junge Sicht auf das Spannungsfeld von Frau und Karriere lieferte Frau Bonita Grupp, die Tochter des Inhabers von Trigema, Wolfgang Grupp. Frau Professor Dr. Felicia Rosenthal, die Co-Founderin von CellGenix, der erfolgreichsten Ausgründung aus der Universität Freiburg, konnte sowohl aus der Wissenschaft als auch dem Unternehmertum erzählen. Selbstständige Unternehmerin war auch Frau Elsbeth Trautwein, die Gründerin von Trautwein Training Personalentwicklung. Vervollständigt wurde die Runde von Frau Dr. Eva Voß, die bei Ernst & Young als Managerin für Diversity & Inclusiveness tätig ist. Durch den Abend begleiteten Darius Adlung, Fachschaft Wirtschaftswissenschaften, und Dr. Angela Hoelzenbein, Alumna bei TriRhena Consulting und bei Google London arbeitend.

In einer der Vorstellungen wurde Käte Ahlmann zitiert, die bereits in den 50er Jahren sagte, ob ihr Mann mir in der Straßenbahn seinen Sitzplatz anbiete, sei ihr egal. Er soll ihr einen Platz in seinem Aufsichtsrat anbieten. Wie im Laufe des Abends ersichtlich wurde, hat dieses Zitat nichts an Aktualität eingebüßt.

Frau Rosenthal, die eine der tragenden Säulen bei der ersten Ausgründung der Uni Freiburg war, ist davon überzeugt, dass Leistung und Qualifizierung sich immer durchsetzen. Frau Dr. Voss verwies auf die Schwierigkeit der Frauen, im Unternehmen gleichzeitig respektiert, akzeptiert und gemocht zu werden. Sie unterstrich auch auf die noch immer bestehenden Unterschiede im Gehalt von Mann und Frau bei gleicher Qualifizierung, die auf reine soziale Konstruktion zurückzuführen seien. Hierzu drückte Frau Trautwein ihre Erschütterung aus, dass Frauen noch immer eine andere Vorstellung von Preis ihrer Leistungen hätten. Bonita Grupp betonte, dass für sie und in ihrem Unternehmen die Qualifikation und nicht das Geschlecht ausschlaggebend sei. Bei Trigema ist sie und ihr Bruder in Führungspositionen, wer aber das Unternehmen vom Vater übernimmt, ist noch nicht ausgemacht. Abschließend erinnerte Frau Trautwein daran, dass „Kämpfer sein, zielstrebig sein, Eigenschaften sind, die als männlich dargestellt werden, aber menschlich sind.“

Quote oder Qualifizierung

Zum Thema Frauenquote haben die Rednerinnen unterschiedliche Positionen bezogen. Frau Grupp vertrat die Meinung, dass die Ziele der Frauenquote mithilfe des Generationswechsel in den Unternehmen automatisch erreicht würden. Dem fügte Frau Rosenthal hinzu, dass eine Einmischung in die Autonomie der Unternehmen sogar als kontraproduktiv zu sehen sei. Dagegen sah Frau Trautwein eine Empfehlungsquote für die Unternehmen als notwendiges Mittel, um alte Gewohnheiten zu überkommen.

Frau Voss schloss die Diskussion und betonte, dass die Frauenquote als verbindliche Zielvorgabe in den Unternehmen eingebettet sein müsste. Der entstehende Diskurs würde den unternehmerischen und gesellschaftlichen Mehrwert offenkundig werden lassen. Im Anschluss wurden die Positionen und Meinungen bei einem geselligen get-together in der angrenzenden Prometheushalle nochmals diskutiert. Einig war man sich von Seiten der Gäste aber auch von den Veranstaltern, dass es nächstes Jahr wieder eine Podiumsdiskussion geben soll.

TriRhena Consulting e.V. veranstaltet regelmäßig die "Freiburger Unternehmergespräche".

 

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