3D-Drucker fĂŒr Rosenheimer Lehrwerkstatt

27.10.2017 12:38

3D-Drucker fĂŒr Rosenheimer Lehrwerkstatt

3D-Druck wolltet ihr auch schon immer mal ausprobieren? Luise berichtet von ihrem Erlebnis den neuen 3D-Drucker zusammenzubauen und ihr erstes Teil zu "drucken".😍 Na hört sich interessant an? Dann lest mehr hier 😉

3D-Drucker fĂŒr Rosenheimer Lehrwerkstatt

 

Im September 2016 hat meine Ausbildung als technische Produktdesignerin in Rosenheim begonnen. Nach der Metallgrundausbildung in der Lehrwerkstatt, kam ich im Februar ins BĂŒro der Konstruktion. Schon am Anfang bekam ich dort die GesprĂ€che der Konstrukteure ĂŒber den 3D-Druck mit: Die Kollegen hatten schon fĂŒr dieses oder jenes Problem mit Maschinen schnelle und einfache Lösungen mithilfe der 3D-Druckteile gefunden. Auch mein Ausbilder Herr Kirschner ist von 3D-Druckern und deren Möglichkeiten sehr begeistert und sieht darin eine große Zukunft. Deshalb fördert er auch uns Azubis, unser Wissen auf diesem Gebiet zu erweitern. Zuvor waren mir 3D-Drucker nur aus dem Fernsehen bekannt, um so interessanter war es fĂŒr mich, das Themengebiet in der Praxis kennenzulernen. Ich hatte die Gelegenheit ĂŒber die verschiedenen Arten von 3D-Druckern zu recherchieren und sogar meine erste Konstruktion im CAD-Programm, ein Greifer, wurde gedruckt. Da es aber in Rosenheim noch keinen 3D-Drucker gab, mussten die Daten des Greifers nach Neutraubling zum neuen HP-3D-Pulver-Drucker ĂŒbermittelt werden. Nach einigen Tagen konnte ich das Modell des Greifers in den HĂ€nden halten. Es war beeindruckend zu sehen, wie aus dem CAD-Modell ein echtes Bauteil geworden war. Etwa zur gleichen Zeit tat sich aber auch in Rosenheim etwas in Sachen 3D-Drucker: ein Kollege stellte einigen interessierten Azubis seinen eigenen Drucker vor. Er erklĂ€rte uns die Funktionsweise und anschließend konnten wir den Drucker im Einsatz bewundern.

Nach kurzer Zeit beschlossen die Ausbilder, dass die Lehrwerkstatt einen eigenen kleinen 3D-Drucker bekommen sollte, den Geeetech I3 Pro B. Aber bis ich mit der Montage des Bausatzes starten konnte, vergingen wieder einige Wochen. Denn der Drucker hatte eine lange Reise von China ĂŒber Bremen bis nach Rosenheim vor sich.

Endlich war es dann so weit: Ich konnte den Karton mit dem Drucker öffnen. Einzelteile wie Acrylplatten in unterschiedlichen Formen, Gewindestangen, elektronische Bauteile, Schrauben und Muttern in verschiedenen GrĂ¶ĂŸen kamen zum Vorschein. Anfangs konnte ich mir nicht vorstellen, wie aus diesen unzĂ€hligen Teilen ein 3D-Drucker entstehen sollte, der auch noch funktioniert.

Zuerst haben mein Azubi-Kollege Paulinus und ich alle Teile nach Nummern sortiert. Anhand der detaillierten Anleitung und mit vielen hilfreichen Tipps von einem erfahrenen Kollegen, begannen wir die ersten Teile zusammen zu bauen. Wir steckten und schraubten die Acrylplatten fest und montierten FĂŒhrungsstangen fĂŒr den Schlitten. Nach einigen Arbeitsschritten hatte der Drucker Kontur und Form angenommen. Der mechanische Teil des Druckers war fertig. Mit dem Aufbau in unserem BĂŒro zogen wir die neugierigen Blicke der Kollegen auf uns. Viele interessierten sich fĂŒr den Drucker und waren erstaunt, dass der Bausatz trotz der vergleichsweise geringen Kosten so umfangreich war.

 

UnterstĂŒtzung von meinem Azubi Kollegen Paulinus Roßmy beim Montieren der Acrylplatten

 

Nun fehlte noch die Elektronik: Schalter, Schrittmotoren, LĂŒfter, das Heizbett, die DĂŒse und der Extruder mussten mit der Platine verbunden werden. Nachdem alle Kabel mit Wickelschlauch und Kabelbindern an ihrem Platz befestigt waren, schlossen wir den 3D-Drucker an die Steckdose an. Nun stellte sich heraus, ob alles richtig verbunden war. GlĂŒcklicherweise bewegte sich der Schlitten in die korrekten Richtungen und auch das Heizbett erwĂ€rmte sich auf die vorgegebene Temperatur. Nach einigen Einstellungen war der Drucker bereit fĂŒr den ersten Probedruck.

Mit viel Begeisterung warteten wir auf die ersten gedruckten Teile. Denn fĂŒr die Ausbildung in Rosenheim ist der neue 3D-Drucker eine Bereicherung – nach wenigen Stunden erhĂ€lt man ein fertiges Bauteil zum Anfassen. Das Verfahren nennt sich nicht umsonst „Rapid Prototyping“ – „Schneller Prototypenbau“. Je frĂŒher man beginnt sich mit dem 3D-Druck zu befassen, desto mehr Erfahrung kann man im Laufe seiner Ausbildung sammeln. In Zukunft wird auch Krones von diesem Wissen begeisterter junger Menschen profitieren.

Auch fĂŒr den privaten Bereich wird der 3D-Druck immer interessanter, so haben sich schon fĂŒnf Mitarbeiter aus der Lehrwerkstatt und Konstruktion einen Drucker fĂŒr Zuhause gekauft. In den folgenden Monaten sollen weitere 3D-Druckteile in Zusammenarbeit mit der Lehrwerkstatt entstehen. Wir freuen uns schon auf die vielfĂ€ltigen Konstruktionsaufgaben, die durch den 3D-Druck entstehen werden.

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