Wie analysiert man chinesische 3D-Patente?

20.07.2016 10:02

Wie analysiert man chinesische 3D-Patente?

China prescht beim 3D-Druck vor. Für innovative deutsche Unternehmen ist es wichtig, den Anschluss nicht zu verpassen und für die eigenen Produkte die Entwicklung auf dem chinesischen Markt zu analysieren.

Chinesische Patentdatenbanken sind dabei eine wertvolle Informationsquelle. Der Informationsgehalt von Patentrecherchen und -analysen steht und fällt jedoch mit einer intelligenten Recherchestrategie und dem Einsatz von fein selektierten chinesischen Fachtermini. Denn die meisten chinesischen Patentanmeldungen liegen lediglich in chinesischer Sprache vor und haben nur ein Familienmitglied. Maschinenübersetzungen sind bisher noch nicht ausgereift, um einen brauchbaren recherchierbaren Datenpool bereitzustellen.Eine Überwachung der relevanten IPC-Klassen (International Patent Classification) ist schwierig, da ständig neue Klassen erschaffen werden und die Zuordnung bei der 3D-Druck-Technologie mit ihrem inhärenten breiten Anwendungsspektrum häufig nicht einheitlich geschieht.

Die IPC-Klassenrecherche muss daher durch Keyword-Recherche ergänzt werden. Es kommt darauf an, möglichst keine Patente zu übersehen, aber auch ein zu starkes Rauschen (noise) bei der Recherche zu vermeiden. Chinesische Patentanmelder sind bekannt dafür, eine uneinheitliche Terminologie zu verwenden, sodass der Auswahl der richtigen Synonyme Schlüsselbedeutung zukommt.

Additive Fertigungsverfahren (additive manufacturing) kann im Chinesischen sowohl als zengliang zhizao 增量制造 (wörtlich: increment manufacturing) als auch als jiceng zhizao 积层制造 (wörtlich: additive layer manufacturing) bezeichnet werden. Nicht selten werden auch die englischen Abkürzungen für additive manufacturing wie AM oder AMF (additive manufacturing file) zwischen den chinesischen Zeichen eingefügt. Klassische Recherchemethoden wie die Trunkierungen am Wortstammende sind für die chinesische Zeichensprache ungeeignet.

 

Von Florian Werner

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