AUMA-Jahres-Pressegespräch zur Messewirtschaft

26.05.2016 11:52

AUMA-Jahres-Pressegespräch zur Messewirtschaft

Deutsche Messen im Aufwind: Mehr Aussteller und Besucher in 2015, Präsentation von Neuheiten bleibt zentrale Messefunktion, Wirtschaft und Forschung: auf Messen ein starkes Gespann, AUMA-Vorsitzender Mennekes: Mehr Unterstützung für Mittelstand auf Auslandsmessen, Deutsche Veranstalter planen 317 Auslandsmessen für 2016

Die deutschen Messen haben ihren Wachstumskurs fortgesetzt. An den internationalen und nationalen Messen beteiligten sich fast . Aussteller, 2 % mehr als auf den jeweiligen Vorveranstaltungen. Es wurde 1,1 % mehr Standfläche gebucht, die insgesamt 6, Mio. m² umfasste. Die Zahl der Besucher stieg um 2,6 % auf jetzt knapp 9,8 Mio. Die deutschen Messen haben damit ihre Rolle als einer der wichtigsten Informationskanäle für Entscheider bestätigt. Dies betonte Walter Mennekes, Vorsitzender des AUMA_ Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, im Jahres-Pressegespräch am . Mai in Berlin. Im Jahr dürften die wichtigsten Branchenkennzahlen nochmals um 1 bis 2 % zulegen. Digitale Medien ständen zwar rund um die Uhr zur Verfügung, sie würden aber deswegen nicht automatisch für komplexe Entscheidungen genutzt. Dabei hätten Instrumente, die auf dem persönlichen Kontakt basieren, weiterhin eine starke Position. Dies habe auch eine Befragung des AUMA von 1. Entscheidern in der deutschen Wirtschaft ergeben. 

Messen haben sich aber, so der AUMA-Vorsitzende, nicht nur im Medienwettbewerb gut behauptet. Die deutschen Veranstalter seien international heute wesentlich breiter aufgestellt als noch vor einigen Jahren. Zum einen wachse auf deutschen Messen die Zahl von Teilnehmern aus aller Welt überdurchschnittlich. Im Jahr kamen 5,6 % mehr ausländische Aussteller nach Deutschland, aus den asiatischen Ländern sogar %. Selbst die EU-Länder, die ohnehin stark auf den deutschen Messen vertreten sind, verzeichneten ein Plus von 4 %.

Zum Thema Digitalisierung betonte der AUMA-Vorsitzende: „Es geht nicht darum, die Messe selbst zu digitalisieren. Darin sind sich die Veranstalter einig, denn Messen leben von der Realität, von realen Kontakten und realen Produkten, gerade auch von neuen Produkten. Denn es geht auf Messen mehr und mehr um die Produkte, Verfahren und Leistungen von morgen.“



Messen: Plattformen für Innovationen

 

Einzelne Firmen etwa aus dem Bereich Consumer Electronics präsentierten zwar Neuheiten in aufwändigen Firmenevents. Gemessen an allen Innovationen gehe es hier aber um wenige Prozent. Neuheiten auf Messen zu zeigen, sei gerade für kleine und mittelständische Unternehmen unverändert relevant, und auch viele Großunternehmen im Business-to-Business-Sektor nutzten dafür die Plattform Messe. Die Messeveranstalter unterstützten in erheblichem Umfang die wachsende Zukunftsorientierung ihrer Messen.
 
Sie vergeben Preise für innovative Techniken und innovatives Design und bieten Präsentationsflächen für Themen, die sich mit der Zukunft der jeweiligen Branche beschäftigten. Dazu Mennekes: „Auf diesem Weg müssen die Veranstalter weitermachen, denn wir brauchen Bühnen, auf denen man Produkte und Firmen auf den Prüfstand stellen kann und nicht nur in virtuellen Präsentationen bewundern darf.“

Wichtig für die Entwicklung deutscher Messen sei auch die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Forschung. So gebe es pro Jahr in Deutschland rund 1. Beteiligungen, auf denen Hochschulen ihre Forschungsergebnisse präsentieren. Der AUMA plane deshalb eine stärkere Kooperation mit dem Messe-Arbeitskreis Wissenschaft, in dem Hochschulen und Ministerien organisiert sind, die Messebeteiligungen mit Wissenschaftsbezug durchführen.



Etat zur Unterstützung von Auslandsbeteiligungen muss steigen

 

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen standen und stehen, so der AUMA-Vorsitzende, vor der Notwendigkeit, stärker im Ausland auszustellen und so ihren Kunden entgegenzukommen. Diese Herausforderung hätten sie in den letzten Jahren entschlossen angenommen. So stellten heute fast % der deutschen ausstellenden Unternehmen auch im Ausland aus. Vor Jahren seien es nur halb so viele gewesen. Es seien also heute rund . Firmen mehr auf Auslandsmessen präsent. Diese Entwicklung habe das Auslandsmesseprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums in erheblichem Umfang unterstützt. 

Der Etat für dieses Programm liege aber seit rund 5 Jahren nahezu konstant bei bis Mio. Euro. Die Schwäche des Euro und Preissteigerungen auf vielen Auslandsmärkten hätten aber zur Folge, dass heute eher weniger Beteiligungen durchgeführt werden könnten als noch vor einigen Jahren. So würden in diesem Jahr voraussichtlich German Pavilions organisiert. Im Jahr seien es rund gewesen. Dazu der AUMA-Vorsitzende: „Wir drängen darauf, dass der Etat in den nächsten Jahren wenigstens auf Mio. Euro steigt, um das frühere Beteiligungsniveau wieder zu erreichen. Denn vor allem Mittelständler sind in schwierigen Märkten auf Unterstützung angewiesen.“

Mennekes betonte, dass nach seiner Einschätzung die Bedeutung des Qualitätssiegels „made in Germany“ durch die Abgasaffären der letzten Monate nicht beschädigt sei: „Unsere Kunden können sehr wohl unterscheiden zwischen der Qualität, die % aller Firmen liefern, und wenigen Einzelfällen – und seien sie aufgrund der produzierten Stückzahlen noch so groß.“
Aussteller-Förderung für junge Unternehmen fortgesetzt

Eine wichtige Unterstützung für deutsche Unternehmen ist auch, so der AUMA-Vorsitzende, das Programm des Bundeswirtschaftsministeriums zur Unterstützung junger, innovativer Aussteller. „Die Verlängerung des Programms bis ist ein wichtiges Signal in die Start-up-Szene, dass in Deutschland nicht nur die Gründung von Unternehmen unterstützt wird, denn die eigentlichen Herausforderungen beginnen mit der systematischen Erschließung des Marktpotentials. Wenn Firmen dabei unterstützt werden, wird ein dauerhafter Unternehmenserfolg deutlich wahrscheinlicher.“

Der Geschäftsführer des AUMA, Dr. Peter Neven, ergänzte, dass im Rahmen dieses Programms jährlich rund Aussteller auf etwa Messen unterstützt werden. Für ständen dafür 2,6 Mio. Euro zur Verfügung. Im Rahmen der Verlängerung des Programms seien die Förderquoten etwas gesenkt worden. So würden für die ersten beiden Messebeteiligungen jetzt % der Kosten für Standmiete und Standbau erstattet (bisher %).
 


deutlich mehr Auslandsmessen deutscher Veranstalter


Die Auslandsmessen deutscher Veranstalter erreichen Aussteller- und Besucherzahlen, die etwa auf dem Niveau der Vorveranstaltungen lagen, auch aufgrund schwieriger Rahmenbedingungen, etwa in Russland, Brasilien und der Türkei. Dies betonte Marco Spinger, Geschäftsbereichsleiter Globale Märkte & IT. Insgesamt habe dieses Geschäftsfeld aber ein beeindruckendes Niveau erreicht. So hätten die Messen in Ländern fast . Aussteller und 7,8 Mio. Besucher gehabt. Für wird die Zahl der Messen auf steigen. Neue Messen seien insbesondere in China und Indien (je und in Brasilien, Iran und USA geplant (je .