AUMA-Jahres-Pressekonferenz

05.06.2014 12:17

Messen in Deutschland 2013 leicht gewachsen Persönliche Kommunikation hat Konjunktur Deutsche Auslandsmessen legen weiter zu AUMA-Vorsitzender Mennekes: Mehr Unterstützung für Auslandsmessebeteiligungen notwendig Marke „made in Germany“ muss gestärkt werden

.. - Auf den meisten deutschen Messen des Jahres herrschte unter den Ausstellern eine positive Grundstimmung, nicht zuletzt auf-grund der relativ guten Konjunkturlage. Gleichzeitig wuchsen die wichtigsten Kennzahlen der überregionalen Messen, wie Besucher-, Ausstellerzahlen und Standflächen um jeweils rund 1 %. „Die persönliche Kommunikation hat offensichtlich weiter Konjunktur“, betonte Walter Mennekes, Vorsitzender des AUMA_Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft auf der Jahres-Pressekonferenz des AUMA am 5. Juni in Köln.


Der Dialog mit dem Kunden gewinne im Marketing immer mehr an Bedeutung. Es gehe darum, nicht nur zu informieren, sondern auch den Kunden zu verstehen und von ihm zu lernen. Dafür seien Messen unverändert eine perfekte Plattform.

Die überregionalen Messen des Jahres verzeichneten 0,7 % mehr Aussteller als die jeweiligen Vorveranstaltungen. Dies ist nur eine leichte Abschwächung des Wachstums gegenüber dem Vorjahr %). Die Zahl der ausländischen Aussteller ist überdurchschnitt-lich um 3,2 % gewachsen; vor allem die Staaten aus Mittel- und Ost-europa standen hier im Vordergrund, während die Zuwächse aus Asien etwas schwächer geworden sind. Die Beteiligungen aus dem Inland sind um 2,4 % zurückgegangen. Gründe dafür sind unter anderem strukturelle Probleme in einzelnen Industriebranchen, aber auch Zusammenschlüsse von Unternehmen.
 
Der AUMA-Vorsitzende: „Hier gilt es gegenzusteuern. Die Bindung vorhandener Kunden muss hohe Priorität haben. Außerdem ist es eine wichtige Zukunftsaufgabe, noch mehr junge Unternehmen an das Medium Messe heranzuführen“. Hier seien auch die Industrieverbände gefordert.
 
Mehr junge Unternehmen gewinnen
Eine wichtige Unterstützung dabei biete das Förderprogramm des Bundes für junge, innovative Unternehmen. beteiligten sich daran rund Aussteller im Rahmen von Gemeinschaftsständen auf insgesamt Messen. Dazu Mennekes: „Das ist ein exzellentes Instrument, um den Vertrieb von Existenzgründern zu unterstützen. Aber das Programm könnte noch mehr genutzt werden. Der AUMA wird in Zukunft noch stärker darüber informieren“. Schon jetzt unterstützt der AUMA die Teilnehmer per Telefonberatung bei ihrer Messevor- und Nachbereitung.

Die Standflächen der Aussteller sind parallel zur Entwicklung der Ausstellerzahlen um 1 % gewachsen. Die Zahl der Besucher hat um 0,5 % zugelegt nach einem Minus von 0,5 % im Jahr . Deutliches Wachstum verzeichneten allerdings nur wenige Messen. Die weit überwiegende Zahl der Veranstaltungen hatte weitgehend kon-stante Besucherzahlen.

Die Investitionsgütermessen verzeichneten im Durchschnitt eher etwas unterdurchschnittliche Ergebnisse, nachdem sie in den letzten Jahren oft Wachstumstreiber gewesen waren. In manchen Branchen, so Mennekes, seien die Wachstumspotentiale erschöpft, aber manche Messen stießen auch an Kapazitätsgrenzen. Knapp positiv verliefen die meisten Konsumgütermessen für Fachbesucher trotz der häufig schwierigen Lage des stationären Einzelhandels. Weitgehend gute Ergebnisse hatten die internationalen Publikumsmessen.

Insgesamt verzeichneten die überregionalen Messen in Deutschland . Aussteller, 6.. m² Standfläche und .. Besucher.

Für erwartet der AUMA einen Anstieg der Aussteller- und Besucherzahlen um rund 1 %. Mennekes: „Wenn die Konjunktur weiter gut läuft, ist vielleicht auch noch mehr drin“.

Messe-Infrastruktur sichern
Der Erfolg der deutschen Messen ist, so der AUMA-Vorsitzende, auch auf die exzellente Messe-Infrastruktur zurückzuführen. Das gelte für die Qualität der Hallen ebenso wie für die Verkehrs-Infrastruktur. Diesen Standard zu halten, erfordere aber eine vorausschauende Investitionsplanung und erhebliche finanzielle Mittel. Die Messegesellschaften hätten dies erkannt. Auch die Städte müssten aber für die Erhaltung und Verbesserung von Straßen, Bahnstrecken und Brücken ihren Teil dazu beitragen.

Der Umsatz der deutschen Messegesellschaften erreichte nach vorläufigen Ergebnissen rund 3,2 Mrd. Euro. Das sei, so Mennekes, ein sehr gutes Ergebnis angesichts des turnusgemäß relativ schwachen Messejahres. Für sei mit rund 3,5 Mrd. Euro zu rechnen. Rund % ihres Umsatzes machten die Veranstalter bereits im Ausland, insbesondere mit eigenen Messen in anderen Ländern. Wünschenswert sei, dass die Veranstalter noch mehr Messen in eher kleineren Ländern durchführen, die mittelfristig große Potentiale bieten, etwa in Südostasien oder Afrika.

Etat für Auslandsbeteiligungen erhöhen
Das Auslandsmesseprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums zur Unterstützung deutscher Aussteller im Ausland habe sich, so Mennekes, gut entwickelt. habe es German Pavilions gegeben, über mehr als , allerdings sei der Etat mit ,5 Mio. Euro gleich geblieben. Pro Beteiligung habe also weniger Geld zur Verfügung gestanden, gleichzeitig müsse aber die Qualität der Beteiligungen gehalten werden. Eine Stagnation des Etats würde die Exportchancen des Mittelstandes verringern und den Ausbau der Präsenz deutscher Aussteller auf Emerging Markets erschweren. Auch gewännen andere Länder, die ihre Aussteller ebenfalls unterstützen, Wettbewerbsvorteile, wenn in den Etat keine Bewegung komme. Mennekes: „Ich habe deshalb Bundeswirtschaftsminister Gabriel schriftlich gebeten, den Auslandsmesse-Etat ab auf Mio. Euro anzuheben“. Schließlich sehe der Koalitionsvertrag vor, die bewährten Instrumente der Außenwirtschaftsförderung, darunter das Auslandsmesseprogramm, fortzuentwickeln.

In das Programm sind bisher erst Messen aufgenommen worden. Aufgrund der noch ausstehenden Verabschiedung des Bundeshaushaltes können Mittel für noch nicht in vollem Umfang verplant werden.

Die Marke „made in Germany“ müsse als Qualitätssiegel der deutschen Wirtschaft erhalten bleiben, so der AUMA-Vorsitzende. Ein EU-Verordnungsentwurf sehe eine verpflichtende Herkunftsangabe vor, die am höchsten Wertschöpfungsanteil orientiert sei. Dies berücksichtige nicht ausreichend die schöpferische Leistung deutscher Unternehmen. Der AUMA kooperiere bei diesem Thema eng mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Gleichzeitig wird „made in Germany“ als Logo der deutschen Auslandsmessebeteiligungen eingesetzt. Hier will der AUMA künftig stärker auf eine einheitliche Gestaltung achten, die den Wiedererken-nungswert deutscher Gemeinschaftsstände erhöht.

Unverändert verursacht Produkt- und Markenpiraterie erhebliche Probleme für deutsche Unternehmen. Gerade auf Messen werden häufig Kopien entdeckt. Das Instrument Messe komme dadurch, so Mennekes, oft unnötigerweise in Diskussionen. Deshalb unterstützten die deutschen Messeveranstalter sehr intensiv die deutschen Aussteller im Kampf gegen Produktpiraten. Auch der AUMA berate Aussteller, wie sie juristisch einwandfrei in solchen Fällen vorgehen können.

Deutsche Auslandsmessen wachsen stark
Die Zahl und Größe von Auslandsmessen deutscher Veranstalter wächst weiter in erheblichem Umfang. In den letzten fünf Jahren sei dabei ein ganz neues Niveau erreicht worden, betonte der Geschäftsführer des AUMA, Dr. Peter Neven. Im letzten Jahr habe es auf den Messen fast . Aussteller gegeben : .. Die Zahl der Besucher habe rund 7,5 Mio. erreicht : 5,5 Mio.). Die Ausstellerzahlen der Messen des Jahres seien gegenüber ihren Vorveranstaltungen um 7,1 % gewachsen, die Besucherzahlen sogar um ,2 %. Dies zeige die ungebrochene Dy-namik der deutschen Auslandsmessen. Auch im Vergleich zu ihren internationalen Wettbewerbern hätten die deutschen Veranstalter inzwischen eine starke Position erreicht. Konkurrenten seien hier vor allem britische Unternehmen. Diese experimentierten häufig in neuen Märkten, zögen sich bei mangelndem Erfolg aber auch schnell zurück. Die deutschen Veranstalter agierten hier langfristiger und seien deshalb als zuverlässige Partner geschätzt.

Für seien Messen geplant, davon allein Erstveranstaltungen, unter anderem in Jekaterinburg und Lunatscharskij (jeweils Russland), Gaziantep (Türkei) und Curitiba (Brasilien). Die deutschen Veranstalter fassten damit auch Regionen und Städte außerhalb der großen Zentren ins Auge.

German Pavilions im Ausland haben positives Image
Unter den Ausstellern des Auslandsmesseprogramms des Bundes-wirtschaftsministeriums hat TNS Emnid im Auftrag des AUMA eine Befragung durchgeführt. Als wichtigsten Grund für die Beteili-gung haben die Firmen die positive Imagewirkung eines German Pavilion genannt. Weitere wichtige Gründe sind der Einstieg in neue Auslandsmärkte, die technisch-organisatorische Unterstützung und erst an vierter Stelle die finanzielle Unterstützung. Ermittelt wurde auch, dass die Aussteller den Anteil des Exportumsatzes, den sie durch Beteiligungen am Auslandsmesseprogramm erreichen, im Durchschnitt auf rund % schätzen. Dies zeigt, so Dr. Neven, die starke Bedeutung dieses Programms für die Exportförderung des Mittelstandes. Immerhin haben % der teilnehmenden Unternehmen weniger als Beschäftigte.

Erstmals für ist der AUMA auch in die Koordinierung des Aus-landsmesseprogramms des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft eingebunden. Für das nächste Jahr sind Beteiligungen mit einem Etat von knapp 5,5 Mio. Euro geplant. Dr. Neven: „Auch hier ist mittelfristig eine Etaterhöhung anzustreben“.

Seit Herbst benötigen Messebesucher und Ausstellerpersonal aus visapflichtigen Ländern keine Einladungsschreiben mehr, wenn sie nach Deutschland reisen wollen. Dies hat sich, so Dr. Neven, in positiv ausgewirkt. Die Messeveranstalter sind von erheblichen organisatorischen Aufwendungen entlastet worden und natürlich haben sich die Abläufe für die Antragstellung erheblich vereinfacht. Der AUMA werde aber weiterhin regelmäßige Umfragen durchführen, wie gut die Visaerteilung in den betroffenen Ländern funktioniere.

Pressekontakt: 
Harald Kötter
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