Mehr Bierqualität für Regensburg

22.06.2016 13:15

Mehr Bierqualität für Regensburg

Ich muss ehrlich gestehen, dass meine Kenntnisse in Sachen Craft Beer noch sehr sporadisch ausgefallen sind, als ich mein Praktikum hier bei Krones angetreten habe. Mein Wissen in Sachen Bier beschränkte sich auf dunkles und helles Bier, Weizen und Radler. Bockbier kannte ich vom ein oder anderen Starkbierfest noch.

Ja, und Craft Beer? Gehört hatte ich das sicher schon mal und unterbewusst auch irgendwie abgespeichert, aber so richtig beschäftigt habe ich mich vorher nicht wirklich damit. Das hat sich mit meiner Aufgabe als Blogautorin für den Craft Beer Blog jetzt glücklicherweise geändert und spätestens nach meinem Besuch des Craft Beer Festivals in Regensburg haben mich Chocolate Stout, Apple Ale, Coffee Porter und Co. vollends überzeugt. Für mich als Laie gibt es aber sicher noch einiges zu lernen. Und warum sollte man mit der Wissenserweiterung nicht gleich daheim, also in Regensburg, beginnen? Das bietet sich zumindest hervorragend an, denn dort befindet sich mittlerweile schon seit einem Jahr das birretta – Regensburgs erster Craft Beer Shop. Ich habe mich bei Thomas Raab, einem der vier Inhaber, über das birretta und ihr Sortiment sowie über Craft Beer im Allgemeinen informiert …

Wie kam es zu der Idee, einen Craft Beer Store zu eröffnen?

In erster Linie wollen wir mit unserem Shop geschmackliche Vielfalt aufzeigen­. Es ist toll, wie viele Geschmacksarten die Craft Beer Szene bietet. Und dass handwerklich gebrautes Bier bei den Leuten gut ankommt, zeigt uns beispielsweise auch das Craft Beer Festival. . Besucher in diesem Jahr – da sprechen die Zahlen wohl für sich, oder?

Wer steckt denn eigentlich hinter „Wir“?

„Wir“, das sind insgesamt acht Leute. Martin und Carolin Hoff, Martin Schwenke und ich selbst als Inhaber des Shops. Zusätzlich haben wir noch vier Mitarbeiter angestellt.

Gibt es so etwas wie ein Grundkonzept, dem ihr treu seid und das ihr verfolgt?

Ja, das lässt sich in ein paar Punkten relativ klar zusammenfassen. Wir stehen in erster Linie für Vielfalt und Qualität. Das setzt natürlich voraus, dass wir selbst Neugierde und Begeisterung für Craft Beer mitbringen. Schlussendlich wollen wir ja über den Tellerrand hinausblicken. Wir wollen zeigen, dass Tradition eben nicht vor der Haustüre endet.

Was macht das birretta so besonders?

Ich denke zum einen die Beratung, die unsere Kunden bei uns erhalten. Wir kennen die Biere und Bierstile, die wir anbieten ganz genau und bei dem großen Sortiment, das wir stets anbieten, ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei. Und das historische Ambiente verleiht dem birretta bestimmt auch einen ganz besonderen Charme, der bei den Leuten ankommt.

Habt ihr eigentlich klein angefangen, d.h. mit einer bescheidenen Sammlung an Craft Beer Sorten? Wie sieht eure Auswahl aus?

Nein. Wir hatten von Beginn an schon unterschiedliche Biere im Sortiment. Grundsätzlich ist bei uns jeder Bierstil vertreten, den es gibt. Wir müssen natürlich immer auf dem neuesten Stand bleiben und uns informieren, was sich in der sehr bewegten Craft Beer Szene tut. Was gibt’s rechts und links? Das ist ganz wichtig. Das ist ja auch das, was Craft Beer ausmacht. Generell haben wir aber schon immer eine Basis von bis Standards. Dann gibt es hin und wieder die sogenannten Einmalsude, beispielsweise das Weihnachts- oder Pfingstbier, die dann eben nur vorübergehend im Sortiment sind.

Wie oft ändert sich euer angebotenes Craft Beer?

Wie gesagt bleibt der Stamm an bis Standardsorten. Änderungen im Angebot gibt es bei uns monatlich oder wöchentlich – je nachdem was der Markt gerade zu bieten hat.

Was sind für euch Kriterien, ein bestimmtes Bier ins Angebot aufzunehmen? Probiert ihr jeden „potentiellen Kandidaten“ selbst bevor er bei euch in den Regalen landet?

Unser Grundprinzip ist folgendes: Wir, also Mitarbeiter und Inhaber, probieren die Biere grundsätzlich, bevor wir sie ins Sortiment nehmen. Wenn ein Bier zwei von uns Testern überzeugen kann, kommt es ins birretta-Sortiment. Außerdem gehen wir natürlich auf die Kundenwünsche und   -anregungen ein.

Welches Bier ist besonders extravagant? Welches ist am beliebtesten, sprich welches hat die meisten Fans unter den Craft Beer Liebhabern?

Das lässt sich bei Bieren, vielen Kunden und dementsprechend ganz unterschiedlichen Geschmäckern nicht so leicht sagen. Ich erinnere mich aber an ein Frucht- bzw. Sauerbier, das sehr gut ankam – eine Mango Gose.

Ist euer Angebot international aufgestellt?

Ja, definitiv und auf diese Vielfalt sind wir auch sehr stolz. Unser Sortiment deckt ungefähr Länder weltweit ab.

Wie sieht euer Kundenstamm aus?

Wir haben grob gesagt drei Standbeine: Einmal die Kunden, die direkt bei uns einkaufen und uns somit auch unverzügliches Feedback geben können. Dann die Gastronomen und schließlich der Einzel- und Großhandel, Getränkemärkte beispielsweise. Bei der Gastronomie ist das Problem der Brauereibindung leider noch sehr ausgeprägt, aber was den Groß- und Einzelhandel betrifft bewegen wir uns mittlerweile in einem doch sehr großen Radius. Wir beliefern mittlerweile stetig Getränkemärkte im Umkreis von bis Kilometer, seit zwei Monaten geht unsere Fracht auch ab und zu nach Hamburg.

Wie sehen denn eure Zukunftspläne aus?

Wir streben ein langsames vernünftiges Wachstum an, wollen die Aufklärung beim Verbraucher über das, was gutes Bier ist und ausmacht, ausweiten. Und außerdem planen wir, zwei bis drei weitere Läden zu eröffnen. Zu viel will ich an dieser Stelle aber noch gar nicht verraten. 

Wie schätzt ihr die Entwicklung und Zukunft der Craft Beer Szene persönlich ein? Gibt es Tendenzen und Schwerpunkte?

Ich denke, dass die Craft Beer Szene wachsen wird, die Qualität sich verbessern wird und sehr viele Kleinbrauereien entstehen werden. Das heißt aber nicht, dass alles, was gebraut wird auch automatisch gut ist. Der Markt wird sich selbst bereinigen. Das bedeutet, dass ein Überangebot an Neukunden vorhanden sein wird, einige davon werden sich durchsetzten können, andere eben nicht. Typische Fernsehbiere werden den Craft Beer Bereich möglicherweise mit Preis-Dumping-Versuchen negativ beeinflussen. Grundsätzlich blicke ich der Zukunft der Craft Brewer aber positiv entgegen, weil die Menschen selbst bewusst Wert auf gute Bierqualität legen. Das merken wir auch hier in Regensburg und das freut uns persönlich natürlich auch sehr.

 

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