Blech im Flow

24.01.2017 08:55

Blech im Flow

Automation und digitale Vernetzung machen es möglich. Alles fließt. Bystronic schneidet, transportiert, biegt und sortiert Blechteile in einer vollautomatisierten Zelle.

Wie funktioniert die Blechfertigung im Zeitalter von Industrie 4.0? Bystronic präsentiert mit der Production Cell ein mögliches Konzept dazu. Die Production Cell ist eine vernetzte Fertigungslösung für das Schneiden und Biegen von Blechprodukten. Damit geht Bystronic den nächsten logischen Schritt in Richtung Automation und prozessübergreifende Lösungen.

Big Data auf dem Bildschirm

Die vernetzte Blechfertigung beginnt auf dem Screen. Deswegen leuchtet etwas ausserhalb der Production Cell eine Wand mit zahlreichen Bildschirmen, das ByCockpit. Hier laufen alle Informationen der Produktion zusammen. Der Bediener verfolgt auf den Bildschirmen jeden Arbeitsschritt innerhalb der Production Cell: Wie weit ist die Bearbeitung der Schneidteile auf dem Laser? Läuft Auftrag X bereits an der Biegestation? Wann steht die nächste Wartung der Schneid- und Biegesysteme an? Und schliesslich die wichtigste Frage: Wann liegen die fertigen Teile sauber sortiert zum Ausliefern bereit?

Faserlaser beschleunigt die Zelle

Das Herzstück der Production Cell ist der Faserlaser ByStar Fiber 3015. Hier entsteht die Geschwindigkeit des gesamten Fertigungsprozesses, mit der die Teile weiterfliessen, Schritt für Schritt bis zum Biegen und Ausliefern der fertigen Blechprodukte. Die ByStar Fiber schneidet, was aufliegt: von Edelstahl über Aluminium und Baustahl bis hin zu Buntmetallen wie Kupfer und Messing. Und all das von dünn bis dick.

Auf der ByStar Fiber demonstriert Bystronic viel Knowhow im Bereich Laserschneidtechnologie: Maschinenaufbau, Schneidkopf und auch die Steuerung ByVision Cutting – alles entwickelt und umgesetzt von Bystronic Laserspezialisten. Bystronic liefert nahezu alle leistungsrelevanten Komponenten der ByStar Fiber aus einer Hand. Wichtig ist das vor allem im Hinblick auf steigende Qualitätsansprüche der Anwender, mit denen die Technologien und die Fertigungslösungen stetig wachsen.

Automation dirigiert den Materialfluss

Direkt vernetzt mit der ByStar Fiber ist das neue Be- und Entladesystem ByTrans Cross. Es bewegt den gesamten Materialfluss rund um das Laserschneiden. Aufgabe der Automationseinheit ist es, den Faserlaser mit der entsprechenden Materialan- und -abfuhr zu versorgen. Dazu führt ByTrans Cross die nötigen Rohbleche heran und räumt den Wechseltisch der Faserlaseranlage nach dem Schneiden wieder ab – im Eiltempo. Für einen kompletten Be- und Entladezyklus benötigt das System nur 60 Sekunden.

Innerhalb der Production Cell wird ByTrans Cross mit einem Sortiermodul erweitert. Damit steigt das Automationslevel der Be- und Entladeeinheit noch einmal. Das Sortiermodul ist ein Upgrade zu ByTrans Cross, das den Abräumprozess an der Laserschneidanlage ergänzt. Damit räumt ByTrans Cross Restbleche und Grossteile vom Wechseltisch des Lasers ab und sortiert bei Bedarf auch geschnittene Teile auftragsweise.

Roboter bedient die Biegestation

Auch den Prozessschritt Biegen integriert Bystronic in die Production Cell. Hinter dem Be- und Entladesystem ByTrans Cross wartet dazu eine Xpert 150 Abkantpresse in einer vollautomatisierten Biegestation. Ein Roboter greift die Fertigungsteile einzeln auf, dreht sie in die richtige Position und führt sie zum Biegen an die Xpert. Dazu ist der Roboter mit einem 7-achsigen Arm ausgestattet, der ihm eine äusserst hohe Wendigkeit verleiht. Bewegt werden damit Teile bis zu einem Gewicht von 270 Kilogramm. Hier kann also ein breites Spektrum an Blechprodukten gebogen werden. Damit ergänzt die Biegestation das ebenfalls breite Schneidspektrum des Faserlasers.

Jeden Schritt planen und analysieren

Im Zusammenhang mit der Production Cell stellt Bystronic auch einen ersten Ausblick auf die Anwendungsmöglichkeiten eines Produktionsleitsystems (MES) vor. Zusammen mit dem Innovationspartner Lantek arbeitet Bystronic an der Entwicklung einer Software-Lösung, um automatisierte und vernetzte Prozessschritte zukünftig noch umfassender in die Fertigungswelt zu integrieren.

Diese MES-Software wird Anwender zum Beispiel dabei unterstützen, ihre Auftragsplanung und das Prozess-Monitoring auf der Basis von Echtzeit-Informationen durchzuführen. So entsteht mehr Transparenz in zunehmend komplexer werdenden Fertigungsabläufen. Damit kann die gesamte Prozesskette in Zukunft schon im Vorfeld betrachtet werden. Aufträge können einfach und schnell eingelastet und Ressourcen dementsprechend koordiniert werden.