Besser Bremsen

21.11.2016 07:17

Besser Bremsen

Sandstreuer bringen Schienenfahrzeuge zuverlässig zum Halt. Dank des ECI 63 Motor von ebm-papst nimmt die Technik wenig Platz im Passagier­raum weg.

An jeder Haltestelle müssen Straßenbahnen beschleunigen und bremsen. Letzteres ist gerade bei Nässe gar nicht so einfach. Deshalb sind viele Straßenbahnen mit Sandstreuern ausgestattet, die das Bremsen erleichtern, wenn die Schiene selbst keine ausreichende Reibung bietet. Das Prinzip: Per Knopfdruck bläst der Zugführer feinen Sand aus den Sandstreuern direkt vor den Rädern auf die Schiene. Dadurch erhöht sich die Reibung und die Bremsen greifen selbst auf nassen oder vereisten Schienen wieder sicher.

Kompakt und zuverlässig

 

Auch wenn die Sandstreuer im Eisenbahn­alltag wichtige Helfer sind, so sollen sie trotzdem so kompakt wie möglich sein, um keinen unnötigen Platz im Passagier­raum wegzunehmen. Deshalb setzt das fran­zösische Unter­nehmen E.M.S. Concept für den Kompressor auf einen ECI 63 Motor von ebm-papst. Er erzeugt die Druckluft die den Sand auf die Schienen bläst. Dank der kompakten Bau­weise des Motors passt der gesamte Sand­streuer unter eine Sitzbank.

Zuverlässig im Einsatz

 

Zudem lässt sich der ECI 63 über eine 0-10 V-Eingabe einfach regeln und benötigt keine externe Steuerung. „Bei einem Sicherheits­system wie einem Sand­streuer ist außerdem die Zuverlässigkeit ein wichtiger Faktor“, sagt Sébastien Lutz, Projekt­manager E.M.S. Concept. Und seine Kollege Richard Ostertag fügt hinzu: „Der Motor hält auch hohen Dauer­belastungen Stand. Zudem können wir durch den Einsatz des bürstenlosen Motors die Wartungskosten deutlich verringern.“ Bisher waren in den Sandstreuern große Bürstenmotoren verbaut, die eine sehr beschränkte Lebensdauer hatten und außerdem deutlich wartungsintensiver waren.

Zum Einsatz kommen die Sandstreuer von E.M.S. Concept in verschiedenen chinesischen Straßenbahnlinien. Um den ECI 63 für die Anwendung im Bahnverkehr zu optimieren, passten die Ingenieure von ebm-papst die Basis-Firmware so an, dass sie auch eisenbahnübliche Spannungsschwankungen von bis zu 30 Prozent problemlos abfangen kann. So ist der Sandstreuer stets einsatzbereit, wenn es auf der Schiene wieder einmal etwas rutschig wird.