Chinesische Counterfeiter fälschen hauptsächlich einheimische Marken

10.07.2018 10:24

Chinesische Counterfeiter fälschen hauptsächlich einheimische Marken

Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung werden in China nicht nur ausländische Marken gefälscht.

Ganz im Gegenteil, der rapide Aufstieg wertvoller chinesischer Marken hat immer mehr Fälschungen einheimischer Hersteller zur Folge.

China Weekly berichtet über 200.000 IPR-Fälle, die von chinesischen Gerichten alleine 2017 bearbeitet wurden – ein signifikanter Anstieg von über 40% im Vergleich zum Vorjahr. Noch erstaunlicher ist, dass laut Studien der Tongji-Universität in 98% dieser Streitfälle ausschließlich chinesische Parteien beteiligt waren.

Manche chinesische Unternehmen, wie zum Beispiel der berühmte chinesische Spirituosenhersteller Moutai, haben ihre Sorgen über die steigende Anzahl von Fälschungen im einheimischen Markt während des Nationalkongresses im März ausgesprochen. Ihre Botschaft ist, dass Counterfeiting zwar kurzfristig Gewinne bringen kann, es langfristig aber wirtschaftlichen Schaden und einen Vertrauensverlust in chinesische Produkte nach sich zieht. Diese Nachricht richtete sich auch direkt an die Fälscher.

Xi Jinpings klare Stellungnahmen zum Thema IP-Schutz während des BOAO-Forums belegen das Bewusstsein für dieses Problem auf der höchsten Ebene: Er betonte die Bedeutung des IP-Schutzes für Chinas Wettbewerbsfähigkeit in der globalen Wirtschaft.

Nicht nur einheimische Markenunternehmen werden vom stärkeren IP-Schutz in China profitieren, auch westliche Unternehmen können durch das strengere Vorgehen gegen Fälscher ihre IP-Rechte besser schützen und verteidigen. Die verfügbaren Informationen  zu chinesischen Marktakteuren werden auch im Rahmen des Social Credit Systems immer transparenter, und die Professionalisierung des IP-Schutzes geht weiter. Momentan ist die Situation günstig, um die eigenen Aktivitäten zum IP-Schutz in China zu intensivieren und Fälschungen nachhaltig zu bekämpfen – nicht nur online, sondern auch an der Quelle, nämlich vor Ort in China.

Bild: Xinhua

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