#Clusterforum - Konstruktion und #Produktion an einem Tisch

26.09.2018 10:25

#Clusterforum - Konstruktion und #Produktion an einem Tisch

Was kommt beim Austausch unterschiedlicher Vertreter aus Industrie, Forschung und Instituten an einem Tisch heraus? Input auf fachlich sehr guter Ebene mit hoher Anwendbarkeit! Hier bekommt ihr mehr Details:

Zugegebenermaßen haben Arbeitskreise ein Imageproblem.

Zu oft und zu lang wurde schon geredet und gefachsimpelt, ohne dass das jemals zu einem Ergebnis geführt hätte. Und trotzdem kann auch viel Gutes dabei herauskommen, wenn sich Kollegen regelmäßig zusammensetzen und sich zu einem Thema austauschen – vor allem dann, wenn dadurch Mitarbeiter an einen Tisch kommen, die Wissen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen zusammenbringen. Kürzlich ist so bei Krones sogar noch etwas viel Größeres entstanden: Ein Clusterforum mit 80 Vertretern aus Industrie, Forschung und Instituten. Florian Lauterbach war daran maßgeblich beteiligt und erklärt, worum es beim Clusterforum „Additive Fertigung in der Serie“ ging.

Florian, was ist aktuell deine Position bei Krones?

Als Leiter der Abteilung Emerging Technologies innerhalb unserer zentralen Forschung und Entwicklung (CRD) beschäftigen sich mein Team und ich mit Zukunftstechnologien für den Gesamtkonzern. Dazu zählen unter anderem Robotik, Linien- und Anlagenkonzepte der Zukunft, Wertstoff- und Oberflächentechnologien, Machine Learning und die generative Fertigung. In dieser Funktion bin ich Mitglied eines Arbeitskreises, den wir letztes Jahr unternehmensintern gegründet haben: Hier bündeln wir Wissen zum Thema generative Fertigung, das in den Unternehmensbereichen CRD, Global Supply Chain Management (GSCM) und in der Produktentwicklung bereits vorhanden ist und bringen Know-how von außerhalb Krones mit ein. Wir betrachten dabei zum Beispiel Produktionsverfahren, planen Seminare für Mitarbeiter und optimieren Schnittstellen – immer aus den verschiedenen Perspektiven, die in der Runde vertreten sind. Dabei haben wir gemerkt, dass immer öfter Firmen – beispielsweise auch aus der Automobilindustrie – gezielt auf uns zukommen um sich zum Thema 3D-Druck auszutauschen.

Und so ist die Idee entstanden, den Fokus des Arbeitskreises auszuweiten?

Genau. Wir haben gemerkt, dass es in der Industrie insgesamt schon sehr viel Wissen zum Thema generative Fertigung gibt, dass aber bei jedem Unternehmen auch Bedarf besteht sich auszutauschen und von anderen zu lernen. Außerdem wollten wir unser Netzwerk weiter ausbauen. So ist der Gedanke entstanden, gemeinsam mit dem Verein Cluster Mechatronik & Automation ein sogenanntes Clusterforum bei uns in Neutraubling zu veranstalten.

Ihr habt euch also einen externen Partner an die Seite geholt. Wer war dann wofür zuständig und wie hat die Organisation ausgesehen?

Wir haben im Arbeitskreis die für uns spannenden Themen definiert und dann gemeinsam mit Tom Weber, unserem Ansprechpartner bei Cluster Mechatronik & Automation, die Agenda zusammengestellt. Dabei war der Verein der Veranstalter und Organisator, Krones hat als Gastgeber den Rahmen und die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit Tom Weber konnten wir ein abwechslungsreiches und spannendes Programm anbieten: In den Themenblöcken „Technologien – Prozessketten – Geschäftsmodelle“, „Genauigkeit und Qualität“ und „Nachbearbeitung und Oberflächen“ konnten wir praxisnahe Vorträge aus sehr unterschiedlichen Perspektiven anbieten. Beispielsweise haben sich Vertreter von Siemens, dem Fraunhofer-Institut und der Friedrich-Alexander Universität das Mikro in die Hand gegeben. ‚Pate’ der Veranstaltung Seitens Krones war Roland Sommer, Leiter des Bereichs GSCM – er hat den Tag auch mit einem Ausblick abgeschlossen.

Und wie war das Feedback der Teilnehmer? Gibt es eine Kernaussage, die du aus der Veranstaltung mitgenommen hast?

Sowohl die internen, als auch die externen Teilnehmer waren begeistert vom hohen Niveau der Veranstaltung – nicht nur auf fachlicher Ebene, sondern auch wegen der hohen Anwendbarkeit des Inputs. Was mich persönlich besonders freut, ist, dass wir es wirklich geschafft haben, mit der Veranstaltung neues Wissen in die Firma rein zu holen. Und natürlich sind wir bei Krones auch stolz darauf sagen zu können, dass der 3D-Druck bei uns in der Produktion wirklich angekommen ist – es ist nicht nur irgendein Hype, den wir mal ausprobieren, sondern es geht tatsächlich um die Produktion in Serie. Kernaussagen gibt es für mich viele, das würde jetzt zu weit führen. Besonders im Gedächtnis geblieben ist aber Folgendes: Am Beispiel der generativen Fertigung sieht man gut, wie die Produktion die Innovation treiben und beeinflussen kann – um so wichtiger ist es, dass Vertreter der Produktion sowie der Forschung und Entwicklung regelmäßig an einem Tisch zusammenkommen. Was außerdem in einigen der Vorträge immer wieder deutlich wurde: Auch in Zukunft werden wir Entwickler und Konstrukteure brauchen, die Erfahrung und pfiffige Ideen haben – die richtigen Bauteile entstehen auch durch generative Fertigung nicht von alleine.