Digitalisierung & Datenanalyse: Einen Mehrwert aus der Datenflut filtern

01.12.2016 15:25

Digitalisierung & Datenanalyse: Einen Mehrwert aus der Datenflut filtern

Innovation ist eines der Top-Themen bei deutschen Firmenlenkern. Doch nicht minder wenige fürchten, im Wettrennen um die besten digitalen Lösungen, den Anschluss zu verlieren.

Die Angst vorm höher, weiter und schneller

Können sich Top-Entscheider heute noch leisten, einen Trend zu verpassen? Geht es nach den befragten Firmenlenkern in Deutschland, bleibt kaum noch Zeit bei der Entwicklung neuer Trends. Gleichzeitig haben die Top-Entscheider große Bedenken, ob sie bei dem Tempo mithalten können – das geht aus dem CEO Outlook 2016 hervor.

Geschichten wie die von Sheldon Yellen, CEO bei Belfor, sind rar gesät und Medien Meldungen wert: Yellen verzichtet bewusst auf Smartphones. Wenn Geschäftspartner oder Mitarbeiter etwas mit Yellen besprechen wollen, können sie zwar das Smartphone benutzen, müssen ihn aber auf seinem Festanschluss anrufen.

Der Belfor-Frontmann gehört damit zu einer aussterben Art: Tatsächlich spüren CEOs immer öfter den Druck, die Möglichkeiten der Digitalisierung vollumfänglich zu nutzen. „Die effiziente Anwendung von Datenanalyse wird beispielsweise in Zukunft darüber entscheiden, wer sich am Markt entscheide Vorteile wird verschaffen können“, weiß Thomas Erwin, Datenauswertungsexperte bei KPMG in Deutschland.

Geschwindigkeit bei der Umsetzung neuer Ideen und innovativen Lösungen ist sodann auch eines der wichtigsten Themen für die Top-Entscheider in Deutschland – bei 88 Prozent steht Innovation ganz oben auf der Liste der Dinge, die sie in den kommenden drei Jahren angehen wollen.

88 % der deutschen Firmenlenker sehen Innovationsthemen als besonders wichtig an.

 

Wer kann Daten besser?

Die Sorge scheint nicht unbegründet: Wer nicht schnell genug beim Einsatz von Datenauswertungsmechanismen ist, dem drohen neue Marktteilnehmer. Das Berliner Start-up ShareIQ verfolgt zum Beispiel Bilder, die durch das Netz wandern, geteilt werden und so für Aufmerksamkeit sorgen.

Modelle wie das von ShareIQ könnten sich beispielsweise erheblich auf das Geschäftsmodell des Einzelhandels und die Welt des Online-Shoppings auswirken. Immer dann, wenn „Unternehmen bei der Optimierung ihres Geschäftsmodells, besonders bei der Datenanalyse, nicht schnell genug sind, werden andere Marktteilnehmer versuchen, das zu ihren Gunsten zu nutzen“, schätzt Erwin die Situation ein. Der Datenauswertungsexperte rät Unternehmen, die nicht schnell genug in Sachen Digitalisierung sind, sich nach geeigneten Kooperationspartnern umzusehen, die die nötige Expertise stellen können.

„Egal, in welche Branche man schaut: Die Autobauer, die Versicherer oder Banker. Alle eint, dass sie massiv durch Datenanalyse profitieren können, dass Umsatz und Kundenzufriedenheit steigen und dass mögliche Geschäftsrisiken besser zu kontrollieren sind. Im Bankenbereich sehen wir derzeit interessante Entwicklungen: Dort gehen immer mehr sogenannte FinTechs Kooperationen mit Banken ein, weil beide vom Wissen des anderen profitieren können“, sagt Erwin über die Situation in einigen Branchen.

Kooperationen mit System

Im Juni dieses Jahres hatte Microsoft mit einem ganz besonderen Zukauf von sich Reden gemacht. Das US-Unternehmen aus Seattle kaufte das Karrierenetzwerk LinkedIN. Für den IT-Konzern ist laut der „Welt“ besonders interessant, dass viele potentielle Kunden das Netzwerk nutzen und dort ihre Daten hinterlassen. So heißt es beispielsweise in dem „Welt“-Artikel weiter, dass 29 der 30 Dax-Unternehmen Karriereportale wie LinkedIN oder Xing nutzen, um neues Personal zu finden. „Die Möglichkeiten, wie Daten einem Unternehmen helfen können, sollten nicht allzu starr gedacht werden. Nur wer es schafft, aus der Datenflut die richtigen Informationen zu filtern, wird auch einen Mehrwert haben“, rät Erwin Unternehmen.

Angebote Consulting bei KPMG