Flughafen Hahn: Chinesische Unternehmen können relativ einfach überprüft werden

06.07.2016 09:18

Flughafen Hahn: Chinesische Unternehmen können relativ einfach überprüft werden

Da können wir bei CHINABRAND CONSULTING natürlich nur ungläubig den Kopf schütteln - wie die Causa "Frankfurt - Hahn" hätte verhindert werden können.

 

Ein unbekanntes Unternehmen, ausbleibende Zahlungen, Büros ohne Firmenschilder und falsche Telefonnummern, Aufbruch eines Suchtrupps – die Nachrichten um den Verkauf des Flughafens Hahn an die Shanghai Yiqian Trading Company überraschen.

KPMG hatte nur auf veröffentliche Informationen über den Investor zurückgegriffen, die von Chinesen selbst häufig als Propaganda bezeichnet werden. In China gibt es keine Kultur der Informationstransparenz. Entweder fehlen Informationen von Firmen, oder sie sind unvollständig oder manipuliert. Deshalb haben viele chinesische Unternehmen auch Probleme, wenn sie ihre Informationen bei einem Börsengang offenlegen müssen. 

Chinesische Investoren können in China relativ einfach durch die Beschaffung detaillierter Finanzdaten und Ermittlungen im Geschäftsumfeld, so genannte Background Checks, zuverlässig überprüft werden. Solche Überprüfungen sind bei vielen deutschen Unternehmen inzwischen Routine – in der Politik offenbar noch nicht.

 

 

Das sind häufige versteckte Risiken bei chinesischen Unternehmen, auf die deutsche Geschäftspartner achten sollten:

Wirtschaftliche Situation

Geringe Effizienz und Rentabilität. Häufig versteckte Altlasten und Sanierungserfordernisse. Abhängigkeit des Unternehmens von staatlichen Subventionen, die jederzeit entzogen werden können.

Eigentumsverhältnisse

Oft verschachtelte, nicht transparente Eigentums- und Beteiligungsverhältnisse zwischen Unternehmen, Familien, Clans und Personen. Unklare Landnutzungsrechte.

Unternehmensumfeld

Massive staatliche Eingriffe möglich. Korruption, Einfluss von Guanxi. Große regionale Unterschiede. Keine ausreichende Rechtssicherheit. Engpässe bei Rohstoffen, Wasser und Energie. Drohende Restriktionen durch rigide Umweltgesetze.

Wettbewerbssituation

Oft sehr hohe Wettbewerbsintensität, ruinöser Preiswettbewerb, große Marktrisiken. Bestehende oder drohende Überkapazitäten. Import- und Exportrestriktionen, besonders hinsichtlich USA und EU. Bedrohung durch Produkt- und Markenpiraterie.

Finanzen

Kein oder zu geringes Eigenkapital, hohe Verschuldungsgrade, nicht einbringbare Außenstände. Unzureichende mittelfristige Finanzplanung. Keine Diversifizierung bei der Finanzierung, dadurch extreme Abhängigkeit. Intransparenz durch fehlende oder unzureichende Kosten-, Erlös- und Liquiditätsplanungen. Keine Lageberichte und Ad-hoc-Berichterstattung.

Management

Fehlende fachliche und persönliche Qualifikation der Manager. Keine tragfähige Strategie, sondern kurzfristige Orientierung an einzelnen Deals. Unprofessionelles Management aus dem Bauch heraus. Uneffektive innerbetriebliche Kontroll- und Steuerungsinstrumente. Unzureichende IT-Unterstützung.

Human Resources

Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften. Fehlende Erfahrung der Mitarbeiter, hohe Fluktuation. Abfluss von Know-how. In vielen Bereichen steigende Lohnkosten, besonders in den boomenden Küstenregionen. Zwang zur Beschäftigung überflüssiger, unqualifizierter oder leistungsschwacher Mitarbeiter.

Leistungserstellung

Genehmigter Umfang der Geschäftstätigkeit unklar. Häufig Qualitätsdefizite, Auslastungsprobleme, veraltete Produktionsanlagen und -technologien. Fehlende Produktinnovation, keine F&E, ineffiziente Fertigungsprozesse. Fehlende oder gefälschte Zertifikate, keine Flexibilität bei Veränderungen des Marktes. Unrentable, weil zu komplexe Geschäftsbereich-Portfolios. Zunehmende Haftungsrisiken.

Marketing und Vertrieb

Fehlendes Marketingkonzept, geringe Marketingkompetenz, große Abhängigkeiten im Vertrieb, Logistikprobleme.

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