Gartner: 10 Technologietrends für 2018

19.02.2018 16:06

Gartner: 10 Technologietrends für 2018

Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Vernetzung werden die technologischen Trends im kommenden Jahr bestimmen. Gartner hat die zehn wichtigsten Entwicklungen identifiziert – vom Internet der Dinge über digitale Zwillinge bis hin zur Blockchain.

1. Künstliche Intelligenz (KI)

Fast alle Unternehmen sammeln Informationen und pilotieren oder passen Lösungen an, um von KI zu profitieren. Denn KI ermöglicht bessere Entscheidungen und schafft die Basis für neue Geschäftsmodelle oder Kundenerfahrungen, so Gartner. Algorithmen sind schon heute für spezifische Aufgaben optimiert. Sie sind die Grundlage dafür, dass etwa Fahrzeuge in kontrollierten Umgebungen autonom fahren können. Laut Gartner werden sich Unternehmen auch in 2018 auf klar definierte Geschäftsziele fokussieren. Die Vision von technischen Systemen, die genauso dynamisch lernen wie Menschen, bleibt vorerst Stoff von Science-Fiction-Autoren.

2. Intelligente Apps und Analytik

KI schleicht sich in die meisten Anwendungen nach und nach hinein. Analysen, Kundenerfahrungen und Prozesse profitieren derart davon, dass neue, KI-unterstützte Anwendungen den Softwaremarkt aufmischen werden. Als Vermittler zwischen Mensch und Technik transformieren sie das Arbeiten – etwa in Form von virtuellen Assistenten und -beratern und werden zunehmend als „Freunde“ des Menschen gesehen und nicht als Methode, die menschliche Arbeitskraft zu ersetzen.

3. Intelligente Dinge

„Dinge“ werden zunehmend intelligent und autonom einsetzbar, um klar definierte Aufgaben zu erledigen. Dazu gehören etwa Maschinen, die zur Ernte in der Landwirtschaft genutzt werden. Je mehr sich die intelligenten Dinge „vermehren“, umso mehr werden sie in der Lage sein, sich selbständig oder auch durch Menschen unterstützt zu vernetzen und zusammenzuarbeiten. Als Beispiel nennt Gartner Dronen-Schwärme, die militärische Anlagen verteidigen.

4. Digitale Zwillinge

Fast jedes technische Gerät enthält heute Sensoren. 21 Milliarden dieser Messzellen prognostiziert Gartner für 2020. Sie werden dafür eingesetzt, den Betrieb zu überwachen und auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam zu machen. Der Aufwand für Wartung sinkt und die Leistung der Geräte steigt. Künftig werden die digitalen Zwillinge nicht auf sich selbst beschränkt bleiben, sondern eine intelligente Welt an digitalen Zwillingen bilden. So werden Modelle von Menschen etwa biometrische und medizinische Daten abbilden.

5. EDGE-Computing aus der Cloud

Hinter EDGE-Computing verbirgt sich der Gedanke, Informationen direkt dort zu verarbeiten, wo sie entstehen. Das hat den Vorteil für die Unternehmen, dass ihre Datenleitungen und Speicher nicht unnötig belastet werden. Der lokale Prozessor filtert überflüssige Daten heraus und leitet nur die wichtigen Daten weiter. Besonders Unternehmen, bei denen das Internet der Dinge einen hohen Stellenwert besitzt, rät Gartner, EDGE-Design-Pattern in ihren Infrastruktur-Architekturen zu berücksichtigen.

6. Konversations-Plattformen

Plattformen werden zunehmend eigenständig in der Lage sein, Fragen zu beantworten oder Interaktionen auszuführen (wie das Buchen einer Reise). Bisher sind die Nutzer allerdings gezwungen, ihr Anliegen sehr strukturiert zu beschreiben. Laut Gartner wird es künftig möglich, zum Beispiel auf Basis einer Zeugenaussage vor Gericht das Gesicht des Angeklagten zu simulieren. Derart komplexe Mechanismen gelingen aber nur, wenn die Konversationsmodelle robust sind und Drittanbieter nahtlos angebunden werden können.

7. Erweiterte und virtuelle Realität

Über die erweiterte und virtuelle Realität werden Menschen beliebig zwischen dem digitalen Kosmos und der physischen Welt wechseln. Der Umgang der Menschen mit der digitalen Welt wird sich dadurch fundamental verändern. Anwendungs-, System- und Plattformanbieter bringen sich in Stellung. Datenbrillen mit integrierten Displays (Head Mounted Displays) wie auch Smartphone- und Tablet-basierte Lösungen werden zunehmend erweiterte und virtuelle Realitäten abbilden. Gartner nennt das ARkit und das iPhone X von Apple, Tango sowie ARCore von Google und die Entwicklungsplattform Wkitude als fortschrittliche Entwicklungen.

8. Blockchain

Als verteilte öffentliche Datenbank speichert eine Blockchain eine ständig wachsende Liste von Transaktionsdatensätzen. Jeder Datensatz liegt auf diversen Servern identisch vor. Die bisher noch weitgehend unregulierte Technologie hat das Potenzial, Industrien stark zu verändern – etwa das Gesundheitswesen, die Logistik und den öffentlichen Sektor. Die Etablierung der Blockchain erfordert laut Gartner ein präzises Wissen über die Chancen aber auch Grenzen der Technologie, eine zuverlässige Architektur, kryptographisches Know-how und die Fähigkeit, die Plattform zu implementieren.

9. Reaktionsschnelligkeit

Künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge tragen dazu bei, Geschäftsentwicklungen, die ein Eingreifen erfordern, schneller zu identifizieren und detaillierter zu analysieren. Laut Gartner werden 2020 bereits 80 Prozent der digitalen Lösungen mit einem „Echtzeit-Bewusstsein“ ausgestattet sein. Ob es um eine Bestellung geht, einen LKW im Stau oder Probleme in der Produktion: Je früher diese Informationen vorliegen, umso einfacher ist es, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

10. Anpassungsfähiges Risiko- und Vertrauensmanagement

CARTA heißt das Konzept, mit dem Unternehmen künftig gegen Bedrohungen von Außen vorgehen wollen. Im Mittelpunkt des „Continuous Adaptive Risk and Trust Assessment“ steht die Gewissheit, dass die absolute Kontrolle nicht möglich ist. Entwickler werden künftig mit höherer Sensibilität für Sicherheitsaspekte programmieren und Unternehmen immer flexibler auf Störungen von Außen reagieren müssen. In „DevSecOps“ werden künftig nicht nur Entwickler und IT-Mitarbeiter zusammenarbeiten, sondern auch Security-Experten. Sicherheitsanforderungen werden also schon bei Entwicklung der Software mit berücksichtigt. Zudem werden Abwehrtechniken weiter ausgefeilt, etwa anpassungsfähige, sogenannte „Honeypots“ geschaffen, um Angreifer in die Irre zu führen.

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