Heizen wie die Sonne

26.03.2018 10:29

Heizen wie die Sonne

Das Erwärmen großer Hallen kostet viel Energie. Umso wichtiger ist es, dass die Wärme dort ist, wo man sie braucht, und beim Öffnen von Toren nicht verloren geht.

Um das zu vermeiden, werden häufig Dunkelstrahler eingesetzt, die das Prinzip der Sonne nutzen. Aber auch die hatten bislang Verbesserungspotenzial.

Tor auf, Wärme raus: Würden Logistikzentren, Flughafenhangars oder hohe Fabrikhallen konventionelle Heizungen einsetzen, ginge die Heizwärme jedes Mal verloren, wenn Tore geöffnet werden oder produktionsbedingt Luft in großen Mengen abgesaugt wird. Deswegen kommen hier meist Dunkelstrahler zum Einsatz, die nicht die Luft erwärmen, sondern nach dem Prinzip der Sonne heizen.

Dunkelstrahler sind unter anderem gasbetriebene Heizgeräte, die Wärme durch Infrarotstrahlung abgeben. Sie hängen meist in vier bis zwölf Meter Höhe unter der Decke und erwärmen Gegenstände, Wände, Böden, aber auch Menschen mittels der „Wärmewellen“. Dazu wird ein temperaturbeständiges Rohr auf bis zu 580 Grad erhitzt, ein Reflektor oberhalb des Rohres lenkt die Infrarotstrahlung in Richtung Fußboden und Aufenthaltsbereich der Mitarbeiter.

Konstante Luftzufuhr

Die Firma Schwank, Weltmarktführer für Gas-Infrarotstrahler, erzeugte dafür bis vor Kurzem mit einem Brenner eine Flamme innerhalb eines Stahlrohrs. Um das richtige Verbrennungs-Luft-Gas-Verhältnis zu erzeugen, wird der Flamme über ein Gebläse Luft zugeführt. Die Leistung wurde allein über die Menge des zugegebenen Gases reguliert.

„Ich habe schon häufig mit ebm-papst zusammengearbeitet. Sie waren immer eine Nasenlänge voraus.“

PROF. DR. FRIEDHELM SCHLÖSSER, GESCHÄFTSFÜHRER DER SCHWANK GMBH

„Hält man bei der Modulation die Luftmenge konstant und reduziert nur die Gasmenge, führt das bei niedrigen Leistungsbereichen zwangsläufig zu einer ineffizienten Verbrennung und weniger Leistung“, erklärt Prof. Dr. Friedhelm Schlößer, Geschäftsführer der Schwank GmbH. „Das ist zwar besser, als gar nicht zu modulieren, wird aber den heutigen Anforderungen der EU an die Effizienz von Produkten nicht mehr gerecht.“ Ein Grund, weshalb sich das Unternehmen vor eineinhalb Jahren entschloss, zusammen mit ebm-papst eine bessere Lösung zu erarbeiten.

„Ich habe schon häufig mit ebm-papst zusammengearbeitet“, sagt Schlößer. „Sie waren immer eine Nasenlänge voraus. Beim Dunkelstrahler deltaSchwank setzen wir für kleinere Leistungen auf den Gas-Luft-Verbund NRV 118, für größere Leistungen auf den NRV 137 von ebm-papst. Beide bestehen jeweils aus einer Gasarmatur, einem EC-Gasbrennwertgebläse und einem Gas-Luft-Mischer, dem sogenannten Venturi-Rohr. Damit sind wir der erste Dunkelstrahler-Hersteller weltweit, der EC-Gasbrennwertgebläse verwendet.“

Wirkungsgrade von 95 Prozent

Diese Lösung bringt einige Vorteile. Da das EC-Gebläse stufenlos zwischen drei und 30 Kilowatt modulieren kann, können die Dunkelstrahler ihre Leistung dem tatsächlichen Wärmebedarf der Halle anpassen, ohne dass sich ihre Effizienz durch Luftüberschuss verschlechtert. Die Dunkelstrahler erreichen so beachtliche Wirkungsgrade von bis zu 95 Prozent.

Davon profitiert auch die Umwelt: „Gerade in den Übergangszeiten Herbst und Frühjahr oder in einem milden Winter, wenn nicht 100 Prozent der Leistung gebraucht werden, punkten modulierende Geräte. Durch den Gas-Luft-Verbund können wir nun über alle Leistungsbereiche den besten Wirkungsgrad realisieren. Damit reduziert sich der Gasverbrauch nochmals deutlich.“

„Wir sind der erste Dunkelstrahler-Hersteller weltweit, der EC-Gasbrennwertgebläse verwendet.“

PROF. DR. FRIEDHELM SCHLÖSSER, GESCHÄFTSFÜHRER DER SCHWANK GMB

Durch die sauberere Verbrennung stoßen die Strahler 20 Prozent weniger CO2 und 55 Prozent weniger Stickoxide aus. So übererfüllt Schwank die strengen EU-Richtlinien, wie beispielsweise die Ökodesign-Richtlinie ErP, und kann seinen Kunden ein zukunftsfähiges Produkt bieten. Dank EC-Motor verbrauchen die Strahler zudem bis zu 72 Prozent weniger Strom.

Alles aus einer Hand

Bislang kaufte Schwank jede Komponente von einem anderen Hersteller, jetzt beziehen sie den gesamten Gas-Luft-Verbund von ebm-papst. „Das gibt uns mehr Zeit, uns um das Heizungssystem zu kümmern“, sagt Schlößer. „Und natürlich auch, um an weiteren Neuheiten zu arbeiten.“

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