Vom Hörsaal an den Sudkessel

26.10.2017 08:54

Vom Hörsaal an den Sudkessel

Eulchen-Bier? 🍻 Das hört sich fast ein bisschen verrückt an? Die Geschichte dieses Biers ist auch nicht wie jede andere😉 Ihr wollt mehr wissen? Dann klickt auf den Link und erfahrt mehr über das Eulchen Bier 😀👇

Vom Hörsaal an den Sudkessel

 

„Rebellion gegen Einheitsbier“ – mit dieser provokanten Aussage werben Philip Vogel und Leonidas Lazaridis für ihr Eulchen-Bier. Ursprünglich nur als Thema ihrer Bachelor-Arbeit, erobert Eulchen heute die Herzen der Biertrinker aus Mainz und Umgebung.

Eine Großstadt ohne eigene Brauerei? Undenkbar! Das dachten sich auch Philip und Leonidas, zwei Kommunikationsdesign-Studenten aus Mainz. „Die Mainzer Biertradition war früher unfassbar groß, doch alle Brauereien wurden entweder aufgekauft oder mussten wegen Konkurrenz von Großbrauereien schließen. Als es 2013 darum ging, ein Thema für unsere Bachelor-Arbeit zu finden, haben wir beschlossen, dass die verloren gegangene Mainzer Bierkultur wiederbelebt werden muss“, erklärt Leonidas. Gesagt, getan! Und weil es sich bei der Arbeit um ein Gesamtkonzept handelte, durfte natürlich eines nicht fehlen: das eigene Bier.

Die erste Sorte stand schnell fest: „Ein Märzen ist nicht zu hopfig und nicht zu malzig, sondern ein schönes, kräftiges Bier, das den Leuten, die seit Jahrzehnten nur das Industriebier gewohnt sind, zeigt, dass Bier auch anders schmecken kann“, meint Leonidas. In einer kleinen Gasthausbrauerei setzten die beiden dann mit Unterstützung des dortigen Braumeisters ihren ersten Sud an.

100-prozentige Handarbeit

Doch das Brauen war nur die halbe Miete – denn zu einem Gesamtkonzept gehört natürlich auch eine ausgeklügelte Marketing-Strategie. Ganz oben auf der Liste: der perfekte Markenname. „Tiere waren bereits früher beliebte Namensgeber für Brauereien. Wir haben die stolze Eule als Namensgeber und Wappentier gewählt. Ein nachtaktives Tier, das hervorragend zu unserem hochwertigen Bier passt, welches auch nachts verzehrt werden soll“, erklärt Philip. Dass es ein Eulchen und keine Eule wurde, liegt an den 0,33-Liter-Flaschen, in denen die beiden ihr Bier abfüllen. Für ihre Bachelor-Arbeit wechselten Philip und Leonidas bei 2.000 Bügelverschlussflaschen die Dichtringe, klebten selbstgestaltete Etiketten auf und befüllten die Flaschen – alles in mühevoller Handarbeit.

Für den Vertrieb ihres Eulchens eröffneten Philip und Leonidas eine Woche lang einen Pop-up-Store mitten in Mainz. „Wir dachten uns natürlich, dass unsere Gäste merken, dass unser Bier anders schmeckt. Wir dachten aber nicht, dass eine so gute und positive Resonanz zurückkommt“, freut sich Philip.

Quereinstieg ins Biergeschäft

Eigentlich wäre die „Rebellion gegen Einheitsbier“ mit Abgabe der Bachelor-Arbeit beendet gewesen, aber die Nachfrage nach Eulchen blieb hoch: „Die positive Resonanz und natürlich der große Spaß, den wir am Brauen hatten, haben uns dazu veranlasst, den Quereinstieg ins Biergeschäft zu wagen“, so Leonidas. Doch für beide war sofort klar: Die Handgriffe müssen künftig professioneller ablaufen. Deshalb mieteten sie sich in eine befreundete Brauerei ein, wo sie seitdem selbst ihre Eulchen-Biere brauten und abfüllten.

Auch für den Vertrieb ihrer Biere haben sich die beiden geschichtsaffinen Freunde etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Mitten in Mainz steht das letzte Wasserhäuschen der Stadt, eine Art Kiosk, in dem es früher ausschließlich sauberes Trinkwasser gab. Heute gehen dort die Eulchen-Biere über den Tresen – und gerade zum Feierabend ist die sogenannte Trinkhalle ein beliebter Treffpunkt für Mainzer Bier-Fans. Im Sommer betreiben die beiden außerdem noch den Eulchen Schlossbiergarten im Kurfürstlichen Schloss in Mainz.

Erste Brauerei mit MicroCube

Mittlerweile begeistern die Eulchen-Biere nicht mehr nur die Mainzer Fan-Gemeinde. Auch Lokale und Bars in Wiesbaden, Darmstadt und Frankfurt am Main verkaufen jetzt die kleinen Flaschen mit der Eule auf dem Etikett. Die stetig steigende Nachfrage brachte die zwei Freunde auf einen neuen Plan: ihre eigene Brauerei zu eröffnen. „Wir haben festgestellt, dass es für den Start natürlich praktisch ist, woanders zu brauen, aber auf Dauer logistisch schwierig wird“, erklärt Philip. „Außerdem war es ja von Anfang an unser Ziel, Mainz eine Brauerei zurückzugeben.“ Und das nicht irgendwo – mitten im Herzen von Mainz, im historischen Kupferberg wird die Eulchen Brauerei ihren Sitz haben.

Auf der Suche nach einem geeigneten Sudhaus stießen die Jungunternehmer auf Krones. „Klar, das ist einer der großen Hersteller. Da stellt man sich erstmal die Frage, ob es da überhaupt etwas Kleines für uns gibt“, so Leonidas. „Doch dann haben wir den MicroCube entdeckt.“ Mit dem 10-Hektoliter-Sudhaus kann Eulchen nun die hohe Nachfrage und gleichzeitig auch neue Sorten oder Spezialsude ausprobieren. „Unser Ziel ist es natürlich, den MicroCube bis an sein Maximum auszulasten,“ meint Philip mit einem Augenzwinkern. Dieses Maximum liegt bei rund 8.000 Hektolitern pro Jahr – ehrgeizige Pläne, für die Eulchen zumindest im Sudhaus nun bestens gerüstet ist.

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