Hopfen trifft Apotheke

27.05.2016 08:44

Hopfen trifft Apotheke

„Ui, der schaut aber schön aus!“ „Hopfen… – Schmeckt der dann nach Bier?“ „Der ist ja gar nicht so süß! Ich nehm dann noch einen.“

– ein kleiner Einblick in einen meiner vergangenen Freitag Abende, bei dem ich meine Errungenschaft von der Braukunst Live mitgebracht habe. Denn mein Lieblings-Mitbringsel ist dieses Jahr kein Bier, sondern ein klarer Hopfenlikör mit Orangennote – der zwar bei meinen Freunden erst einmal auf Skepsis stößt, dann aber sehr schnell Anhänger gewinnt und den Heimweg nicht mehr miterlebt.

Der „Hopfa“ Likör ist also jetzt etabliert, die Liste für die erste Sammelbestellung macht die Runde. Und ich habe nochmal nachgefragt beim Hopfa-Team, das ich im Februar in München getroffen habe.

 

Eure Flaschen machen die Hopfa Liköre zum echten Hingucker – und erzählen auch gleich von der Herkunft der Produkte. Wann und wie ist denn die Idee zum Hopfenlikör entstanden?

Das Wissen um den Hopfen und die Idee, regionale Produkte und alte Apothekerkunst zusammenfließen zulassen, veranlassten den Apotheker Dr. Kurt Berndl, seine eigenen Hopfenliköre zu kreieren. Hochwertige Hopfensorten aus unserer Hallertau, der größten Hopfenregion, wo der Anbau und die Weiterverarbeitung von Hopfen jahrhundertealte Tradition hat, bilden die Basis. Allerdings ist der Hopfen vor allem als bitter-würzige Bierzutat bekannt, während seine feinen Geschmacksnoten kaum wahrgenommen werden. Hier haben wir angepackt und durch sorgfältiges Extrahieren die Bitterstoffe im Hopfen reduziert, so dass er sein blumiges und bukettreiches Aroma entfalten kann. So wurde im Jahr erstmals der Hopfenlikör mit Kräutern, damals noch unter dem Namen „Hopfa-Schmuser“ hergestellt.

Mittlerweile gibt es vier Geschmacksrichtungen. Gibt es denn einen „Bestseller“ oder einen persönlichen Liebling?

Hier entscheidet der persönliche Geschmack. Wir stellen aktuell fest, dass wir mit unserer neuen Sorte Kakao einen Volltreffer gelandet haben. Es freut uns sehr, dass viele Probanden die Sorte als vollmundig, nicht zu süß und wohltuend im Abgang beschreiben. Ein weiterer Klassiker ist unser Orangenlikör mit Hopfen, der auch hervorragend auf Eis mit einem Stück Orange schmeckt.

Sollen zu den vier bisherigen Likören noch weitere dazu kommen?

Aber ja doch. Wir haben immer wieder neue Ideen, die es gilt auszuprobieren und darüber hinaus bekommen wir auch Anregungen von unseren Kunden. Aktuell arbeiten wir an einer neuen Sorte, die wir spätestens zum jährigen Jubiläum im kommenden Jahr präsentieren werden.

Wie darf man sich da die „Schaffung“ vorstellen? Wird einfach ausprobiert, welche Geschmäcker gut harmonieren?

 Neue Sorten unserer Hopfenliköre entstehen meistens spontan. Wir greifen irgendwo ein interessantes Produkt auf und überlegen uns dann in der Theorie, ob diese Geschmacksrichtung mit dem Hopfen harmonieren würde. Wenn dies so ist, dann produzieren wir einen ersten Ansatz und prüfen ob er schmeckt.

Und variiert ihr dabei auch die Hopfensorten?

In der Tat, unsere Hopfensorten variieren je Sorte. Allerdings bleiben wir in der Region, denn erst der original Hallertauer Aromahopfen aus dem umliegenden Anbaugebiet verleiht unseren Hopfenlikören den unverwechselbaren und einzigartigen Geschmack.

„Ihr“ – wer ist das überhaupt? Wie groß ist euer Team und inwiefern seid ihr losgelöst bzw. (noch) verbunden mit der Marien-Apotheke Wolnzach?

Hinter den Hopfa Hopfenlikören steht ein kleines Familienunternehmen. Dr. Kurt Berndl und Familie – jeder trägt seinen Teil dazu bei, dass unsere Liköre nach wie vor mit Liebe und in Handarbeit produziert und abgefüllt werden können. Auch die Marien-Apotheke ist nach wie vor eingebunden, denn hier ist schließlich der Ursprung des Hopfenlikörs.

Hopfa kommt aus Wolnzach, dem Herzen der Hallertau. Wird einem da die Liebe zum Hopfen quasi in die Wiege gelegt?

Wer aus der Hallertau, oder wie wir hier sagen, der „Holledau“ kommt, der kennt den Hopfen bereits von Kindesbeinen an und ist mit ihm aufgewachsen. Überall gibt es Hopfengärten und wenn im Spätsommer, Ende August, Anfang September die Hopfenernte stattfindet, dann weht dieser eine, bestimmte Hopfengeruch für ein paar Wochen durch das Land.

Wie groß darf man sich eure Produktionsmengen vorstellen? Schafft ihr das Produzieren, Abfüllen, Etikettieren, Verpacken noch in Handarbeit?

Unsere Produktionsmengen konnten wir in den letzten Jahren kontinuierlich steigern. Dank erfolgreicher Messeauftritte auf der Finest Spirits und Braukunst Live in den Jahren und haben wir unseren Bekanntheitsgrad weiter ausbauen können. Wir freuen uns wirklich sehr, dass unsere Hopfenliköre so gut ankommen. Gerade deshalb werden wir auch weiterhin mit viel Liebe und in Handarbeit produzieren, abfüllen und etikettieren.

Man schmeckt zwar deutlich den Hopfen in eurem Likör, bitter ist er aber gar nicht. Kannst du grob skizzieren, woran das liegt und wie die Herstellung von euren Likören abläuft?

In unserem Kräuterlikör werden Bitterwurzeln und Naturhopfen verwendet, hier schmeckt man den herben Geschmack des Hopfens. Bei unseren übrigen Likören bedienen wir uns hochgereinigter Hopfenextrakte, die keine Bitterbestandteile mehr enthalten. Die Herstellung erfolgt durch Extraktion von Kräutern, Früchten oder Wurzeln und der Zugabe von Destillaten und Pflanzenauszügen, die dann mit Wasser, Alkohol und Zucker zu Likör verarbeitet werden. Wir verwenden hierbei ausschließlich hochwertigste Zutaten, die unserem Qualitätsanspruch genügen und den unverwechselbaren Geschmack unserer Liköre erschaffen.

Ich kann mir vorstellen, dass ihr gerade in der Region sehr viele Fans habt. Auf Messen wie der Finest Spirits oder der Braukunst Live gewinnt ihr aber mit Sicherheit auch überregionales Publikum für euch. Wie wichtig ist euch Regionalität?

Regionalität ist uns wichtig, und nicht nur, weil hier eine unserer relevantesten Ingredienzen angebaut wird. Selbstredend sind die Hopfa Hopfenliköre fest mit der Hallertau verwurzelt. Es ist allerdings sehr schön zu sehen, dass unsere Hopfenliköre auf den Messen auch vom überregional angereisten Publikum äußerst positiv angenommen werden. Liköre sind eine unterschätzte Spirituose und wir sind stolz darauf, Produkte anbieten zu können, die nicht dem alten Vorurteil erliegen, Liköre seien süß, dickflüssig und schwach auf der Brust. Wer das denkt, den laden wir herzlich auf eine Verkostung ein.

Zum Abschluss: Gibt es eine besondere „Rezept“-Empfehlung, wie man euren Likör unbedingt mal ausprobieren sollte?

Ein wirklich tolles Geschmackserlebnis ist der Vesper Martini, den James Bond in Casino Royale genießt. Wir stellen ihn aus 5 Teilen Wodka, 2 Teilen Gin und 1 Teil Hopfa Kräuter her – dekoriert mit einer dünnen Spirale aus Zitronenschale. Für den kommenden Sommer können wir auch den Hopfa Orange empfehlen: Mit einem Eiswürfel und einer kleinen Scheibe Orange schmeckt er herrlich frisch.

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