Die Hopfung stirbt zuletzt!

30.05.2018 14:18

Hopfen + Malz + Hefe + Wasser =‚Ěď Bierūüćļ , richtig! Doch was genau passiert w√§hrend so einem Brauprozess eigentlich?ūüí≠ Schaut auf unserem Blog vorbei und erfahrt die ganze Wahrheit, die hinter dem "fl√ľssigen Gold"‚ú® steckt ‚§ĶÔłŹ

Die Hopfung stirbt zuletzt!

In Bayern geboren und aufgewachsen, war Bier f√ľr mich schon immer allgegenw√§rtig. Ob bei diversen Dorf- oder Volksfesten, im Biergarten oder im Wirtshaus, beim Weggehen oder beim Wei√üwurstfr√ľhst√ľck ‚Äď Bier ist in Bayern nicht wegzudenken. Zu keiner Tages- und Jahreszeit.

Und genau hier liegt der Ursprung meines Problems: Bier war schon immer da und wie das manchmal halt so ist, hinterfragt man die offensichtlichen Dinge nicht.

Obwohl ich in einer Brauerfamilie groß geworden bin und auf diesem Wege ein gewisses Bier-Grundwissen mitbekommen habe, war ich mit meinem Latein, was den Brauprozess als solchen angeht, doch recht schnell am Ende. Aber damit ist jetzt Schluss! Ansprechpartner habe ich ja schließlich genug. Und genau deshalb habe ich meiner Brau-Unwissenheit den Kampf erklärt! Das Ergebnis? Veni, vidi, vici!

Ok, das ist vielleicht etwas √ľbertrieben. Aber zumindest wei√ü ich jetzt oberfl√§chlich, wie das mit dem Brauen funktioniert. Und damit auch ihr bei der n√§chsten Gelegenheit mit Nerd-Wissen gl√§nzen k√∂nnt, teile ich meine geistige Errungenschaft hier mit euch!

Es folgt: Brauen kinderleicht erklärt!

Am Anfang des Brauprozesses wird das¬†Malz in einer Schrotm√ľhle gemahlen. Das entstandene¬†Malzschrot wird im Maischbottich mit Wasser zur sogenannten Maische vermischt und dann erhitzt. Der Sinn dahinter? Die nat√ľrlichen Enzyme der Malzk√∂rner wandeln die wasserunl√∂sliche St√§rke des Getreides in l√∂slichen Malzzucker um. W√§hrend dieser Phase des Brauprozesses gehen die f√ľr das Brauen wichtigen Stoffe des Malzes in die L√∂sung √ľber.

Auftritt¬†L√§uterbottich. In ihm werden die¬†festen Bestandteile der Maische von der Fl√ľssigkeit getrennt. Im Brauermund ist hierbei die Rede vom¬†Treber¬†(das sind vor allem die H√ľllen der Getreidek√∂rner) und der¬†W√ľrze. In der W√ľrze sind alle l√∂slichen Stoffe des Malzkornes enthalten.¬†Diese flie√üt nun aus dem L√§uterbottich¬†ab¬†und gelangt mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen¬†in die W√ľrzepfanne. Das Nebenprodukt Malztreber wird aber nicht weggeworfen, sondern findet zum Beispiel Verwendung als nat√ľrliches Tierfutter.

Als n√§chsten Schritt wird nun¬†Hopfen zur fl√ľssigen W√ľrzehinzugegeben und etwa¬†eine Stunde gekocht. Das geschieht in der¬†W√ľrzepfanne. Je mehr Hopfen der Brauer zugibt, umso herber schmeckt das Bier sp√§ter. Die eingesetzten Hopfen sind je nach Biertyp¬†Aroma- oder Bitterhopfen.

Im Anschluss werden im¬†Whirlpool¬†(ja, das hei√üt wirklich so) die noch verbliebenen¬†Tr√ľbstoffe aus der L√∂sung entfernt. Im W√ľrzek√ľhler wird die W√ľrze anschlie√üend heruntergek√ľhlt, bevor die¬†Hefe¬†hinzugegeben wird.¬†Die G√§rung beginnt.

Im¬†G√§rtank¬†hat die¬†Hefe¬†dann ihren Auftritt: Sie wandelt den¬†Malzzucker, der zuvor in der W√ľrze gel√∂st wurde,¬†in Kohlens√§ure und Alkohol¬†um. Wichtig ist hierbei, welche Hefe verwendet wird. Je nachdem, ob ober- oder unterg√§rige Hefe, entsteht ein ober- oder unterg√§riges Bier. Dieses Thema jedoch genauer zu erkl√§ren, bietet genug Inhalt f√ľr einen eigenen Artikel!

Hat die Hefe ihren Part erf√ľllt, wird sie abgezogen. Und tadaa: Fertig ist das¬†‚ÄěJungbier‚Äú! Vor der Abf√ľllung darf das Bier aber noch ein bisschen¬†ruhen! Je nach Biertyp kann dieses ‚Äěbisschen‚Äú bis zu drei Monate dauern.

Ruhen muss da Bier aus drei Gr√ľnden:

  1. 1.¬†Der Geschmack des Bieres rundet sich ab. Der √ľbrig gebliebene Restzucker wird fast komplett abgebaut und unerw√ľnschte Aromastoffe ausgetrieben.
  2. 2. Die Kohlensäure wird gebunden und gibt dem Jungbier seine Spritzigkeit.
  3. 3. Die restliche Hefe und die Eiweißflocken setzen sich auf dem Boden ab und das Bier wird klar.

Nach der Lagerruhe wird das Bier nochmal richtig ‚Äěaufgemischt‚Äú. Die folgende¬†Filtration¬†dient dazu, dass bei klaren Bieren die letzte verbliebene und noch in der Schwebe befindliche¬†Hefe und andere Tr√ľbstoffe entfernt¬†werden.

Last but not least wird das Bier in Flaschen, F√§sser oder Dosen abgef√ľllt!

Ihr seht, so kompliziert ist die ganze Angelegenheit eigentlich gar nicht! Auf das N√∂tigste heruntergebrochen, ist so ein Brauprozess wider Erwarten wirklich leicht und ohne gro√ües Hintergrundwissen zu verstehen. Geht also weiterhin neugierig durch die Welt und hinterfragt die Dinge, die euch interessieren, auch wenn ihr anfangs denkt ‚ÄěAch, das ist mir viel zu kompliziert‚Äú! Die Hopfung stirbt schlie√ülich zuletzt¬†

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