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Was ist Industrie 4.0 –oder als was sollten wir Industrie 4.0 verstehen? - Teil 1

12.02.2017 17:55

In unserem ersten Blog möchten wir einen Blick auf den Begriff Industrie 4.0 werfen und erläutern, was wir darunter eigentlich verstehen sollten. Unser Blick erfolgt insbesondere aus Sicht der zerspanenden Fertigungsindustrie.

Selbstverständlich lassen sich die Ideen und Ansätze auch auf andere produzierende Branchen übertragen.

Aber schauen wir uns zunächst drei Definitionen von Industrie 4.0 an:

Wikipedia:

„Industrie 4.0 ist ein Begriff, der auf die Forschungsunion der deutschen Bundesregierung und ein gleichnamiges Projekt in der Hightech-Strategie der Bundesregierung zurückgeht, er bezeichnet ebenfalls eine Forschungsplattform. Die industrielle Produktion soll mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik verzahnt werden. Technische Grundlage hierfür sind intelligente und digital vernetzte Systeme. Mit ihrer Hilfe soll eine weitestgehend selbstorganisierte Produktion möglich werden: Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte kommunizieren und kooperieren in der Industrie 4.0 direkt miteinander. Durch die Vernetzung soll es möglich werden, nicht mehr nur einen Produktionsschritt, sondern eine ganze Wertschöpfungskette zu optimieren. Das Netz soll zudem alle Phasen des Lebenszyklus des Produktes einschließen – von der Idee eines Produkts über die Entwicklung, Fertigung, Nutzung und Wartung bis hin zum Recycling.“

Plattform Industrie 4.0:

„In der Industrie 4.0 verzahnt sich die Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik. Treibende Kraft dieser Entwicklung ist die rasant zunehmende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Sie verändert nachhaltig die Art und Weise, wie zukünftig in Deutschland produziert und gearbeitet wird: Nach Dampfmaschine, Fließband, Elektronik und IT bestimmen nun intelligente Fabriken (sogenannte „Smart Factories“) die vierte industrielle Revolution. Technische Grundlage hierfür sind intelligente, digital vernetzte Systeme, mit deren Hilfe eine weitestgehend selbstorganisierte Produktion möglich wird: Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte kommunizieren und kooperieren in der Industrie 4.0 direkt miteinander. Produktions- und Logistikprozesse zwischen Unternehmen im selben Produktionsprozess werden intelligent miteinander verzahnt, um die Produktion noch effizienter und flexibler zu gestalten.“

Experton Group:

„Der Begriff Internet of Things steht synonym für eine der größten Veränderungsdynamiken unserer heutigen Zeit – die zunehmende Vernetzung und Automatisierung von Geräten, Maschinen und Produkten. Industrie 4.0 ist Teil dieser Veränderungsdynamik und beschäftigt sich im Kern mit dem Produktionsprozess in einer „Smart Factory“ durch hoch vernetzte und automatisierte Maschinen. Das Internet der Dinge fokussiert sich dagegen nicht alleine auf die Produktion, sondern auf die Nutzung von digitalisierten und vernetzten Geräten und Produkten entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Unternehmens. Beide Themen beschäftigen sich somit mit den Möglichkeiten der zunehmenden Vernetzung auf unterschiedlichen Ebenen – von der Geräte- und Maschinen-Ebene, über die Ebene von Maschinenparks sowie Produkt- und Gerätegruppen bis hin zu den vertikalen und horizontalen Geschäftsprozessen.“

Schwerunkt aller drei Definitionen ist die Vernetzung von Maschinen mit dem Ziel einer „Smart Factory“. Doch auf den konkreten Nutzen für Unternehme gehen die Definitionen nicht oder wenig detailliert ein.

Häufig wird davon gesprochen, dass durch Industrie 4.0 die Produktivität, zum Beispiel durch Reduzierung von Ausfallzeiten, erhöht werden kann. Einige Studien und Anbieter von Industrie 4.0 Lösungen sprechen sogar von Steigerungen um bis zu 30%.

Diese Definition und Betrachtung von Industrie 4.0, ist zutreffend geht aber wesentlich weiter. Man muss berücksichtigen, dass die 4. Industrielle Revolution in einem disruptiven Umfeld stattfindet, das heißt dass sich ganze Branchen von Grund auf wandeln. Beispiele hierfür sind unter anderem die Finanzindustrie, die durch Fintechs auf den Kopf gestellt wird oder die Automobilindustrie die sich durch autonom fahrende Autos grundlegend ändern wird. Was für einen nutzen kann man aus einer Produktivitätssteigerung ziehen, wenn der Bedarf an herkömmlichen Automobilen durch die autonom fahrenden Fahrzeuge um 70% reduziert wird?

Wenn die eigene Branche auf den Kopf gestellt wird, reicht es nicht aus, mit Produktivitätssteigerungen zu reagieren. Durch disruptive Entwicklungen in der eigenen Branche ändert sich das eigene Geschäftsmodell grundlegend. Selbstverständlich passiert dieser Wandel je nach Branche langsamer oder schneller. Aber der Wandel wird stattfinden und er wird im Vergleich zu heute deutlich schneller stattfinden. In einem solchen Umfeld reicht es nicht aus, einfach nur besser und schneller das „Alte“ zu produzieren, sondern man muss sich auf eine grundlegende Änderung des eigenen Geschäftsmodells einstellen. Prof. Syska von der Hochschule Niederrhein hat in diversen Artikeln früh darauf hingewiesen, dass in den Diskussionen zu Industrie 4.0 die möglichen neuen Geschäftsmodelle nicht oder nicht ausreichend diskutiert werden. Weiter kritisiert Prof. Syska, dass die Diskussion über Industrie 4.0 sich auf die Produktion innerhalb einer Fabrik beschränkt und so Potentiale außerhalb der „Fabriktore“ nicht erkannt werden.

„Der eigentliche Sinn der webbasierten Vernetzung besteht aber in datenbasierten Geschäftsmodellen, ihre Potenziale liegen außerhalb der Fabriken. Diese Potenziale findet man aber nicht, wenn der Denkhorizont nur bis ans eigene Werkstor reicht. Industrie 4.0 zielt hierzulande einseitig auf Performance der Produktion und kommt gedanklich nicht aus dem kleinen Karo der Fabrik hinaus.“ Prof. Syska – Deutschlands naiver Traum von der smarten Fabrik

Der zentrale Punkt aus allen Definition von Industrie 4.0 – die Vernetzung – kann also nur die Grundlage für neue Geschäftsmodelle im produzierenden Gewerbe sein. Wie ein solches Geschäftsmodell für die Fertigungsindustrie aussehen kann möchten wir hier darstellen. Wir beschränken uns hierbei auf die zerspanende Fertigungsindustrie. Wobei die beschriebenen Ideen sich auch auf andere Fertigungsbranchen anwenden lassen.

 

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