Künstliche Intelligenz und Robotik: Wie Unternehmen profitieren können

15.12.2016 08:00

Künstliche Intelligenz und Robotik: Wie Unternehmen profitieren können

Intelligente Systeme beherrschen zunehmend Fähigkeiten, die in Unternehmen heute noch menschliche Mitarbeiter ausführen. Da Vorteile von KI wie pausenloses Arbeiten so gewichtig sind, ist es entscheidend, rasch auf die neuen Technologien zu setzen.

Eine Rasante Enwicklung

Die Zahl der Aufgaben, die Programme und Roboter übernehmen können, wächst beinahe täglich. Sei es die richtigen Schnitte des Chirurgen im OP zu setzen, Krankheiten zu erkennen, Autos zu steuern, das Alter von Sternen zu bestimmen, wie ein Mensch zu sprechen, chaotisch liegende Produkte zu greifen, Rechnungen zu erkennen und zu bezahlen. Und das Verrückte ist, die Entwicklung beschleunigt sich unaufhörlich, weil so viele Menschen am Fortschritt mitwirken wie nie zuvor.

Das hat drei wesentliche Gründe: Erstens, wächst die Weltbevölkerung kontinuierlich. Zweitens, hat der gestiegene Wohlstand in den vergangenen Jahren global gesehen sehr viele Menschen von der Notwendigkeit befreit, die eigenen Lebensmittel produzieren zu müssen. Und drittens, erlaubt das Internet einen quasi kostenlosen Wissensaustausch über Landes-, Sprach- und Altersgrenzen hinweg.

Ein anderer Faktor ist der technische. Die Erfindung des Computers war so bedeutend, dass sich daraus unfassbar viele neue Entwicklungen anschlossen – und noch immer anschließen. Das schöpferische Potenzial wird stetig erweitert. Nicht selten entsteht aus zwei bekannten Produkten, ein neues, wenn es richtig kombiniert wird.

Anpassungsdruck für Unternehmen

Die nächsten drei Jahre sind entscheidender als die letzten 50. Das sagen nicht nur wir, sondern 72 Prozent der CEOs. Es ist, als wären Sie eben noch mit der Kutsche von einem Dorf ins nächste gefahren und nutzen nun den Hochgeschwindigkeitszug, der Sie in die nächste Großstadt bringt. Die Situation ist den Unternehmern also durchaus bewusst. Nur wie können sie davon profitieren? Und welche Schritte müssen sie gar gehen, um nicht aus dem Markt gedrängt zu werden?

Zunächst gilt es zu genau analysieren. Der gesamte Unternehmensablauf muss grundsätzlich überprüft werden. Welche Arbeitsschritte gibt es? Welche davon könnten die neuesten Programme oder Roboter übernehmen? Könnten Prozesse so umstrukturiert werden, dass sie Computer erledigen? Welche zusätzlichen Leistungen kann ich mithilfe neuer Technologien anbieten?

Natürlich ist es dazu notwendig, sich mit dem aktuellen Stand der Technik vertraut zu machen. Denn die Vorstellung, dass ein Roboter die Papiere im Unternehmen von A nach B trägt, ist naiv und greift viel zu kurz. Dann folgt die Kosten-Nutzen-Abwägung. Die Anschaffungskosten sind zwar gerade bei Robotern sowie bei der unternehmensweiten Einführung neuer Systeme erheblich. Die laufenden Kosten betragen dafür allerdings nur ein Bruchteil. Ausgaben für Lohn und Sozialversicherung? Fallen weg. Ausgaben für die Kantine? Fallen weg. Motivationsmaßnahmen? Nicht notwendig. Büros? Werden kaum noch gebraucht.

Der größte Vorteil liegt aber in der ermüdungsfreien Arbeit, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Natürlich sind die die Trainings- und Wartungskosten der neuen „Kollegen“ nicht zu vernachlässigen. Wenn ein neues System eingekauft wird, ist es mit Grundfähigkeiten ausgestattet, muss aber an die firmenspezifischen Aufgaben angepasst werden. Hilfreich ist, dass die Programme mittlerweile selbst hinzulernen. Dennoch ist ein Data Scientistunerlässlich, der die Prozesse und Entscheidungen im Unternehmen an das System kommuniziert, der das System anlernt.

Und es gilt die bisherigen Mitarbeiter in dem Prozess mitzunehmen. Ihnen muss klar werden, dass sich ihre eigenen Möglichkeiten durch die Zusammenarbeit mit der künstlichen Intelligenz potenzieren. Gleichzeitig wird man etwas unflexibler, wenn Prozesse etwa aufgrund veränderter Nachfrage umstrukturiert werden müssen. Wo eine einfache Anweisung an den menschlichen Mitarbeiter reicht, wird bei Programmen und Robotern eine Umprogrammierung notwendig. Jedoch wird die Bedienung zunehmend bequemer. So wie heute das Erstellen ansprechender Webseiten keine Programmierkenntnisse mehr erfordert. In nur ein, zwei Jahre wird dazu in vielen Fällen ein Sprachbefehl genügen und die Maschine wird verstehen.

In der deutschen Wirtschaft läuft momentan ein Wettrennen. Hinderlich ist dabei die Angst, die in noch zu vielen Unternehmen verbreitet ist. Dabei ist der schlimmste Fehler, nicht mit der Transformation zu beginnen.