Ein Lüfter will die Welt verändern

05.12.2017 19:20

Ein Lüfter will die Welt verändern

Er ist schmal, leise, unauffällig — und macht die Welt ein bisschen besser: Der SpeedComfort Heizungslüfter hilft, die Wärme der Heizung schneller und gleichmäßiger im Raum zu verteilen. Damit spart er bis zu 30 Prozent Energie und viel CO2 ein.

Anton van den Broek hatte den Einfall für den kleinen Helfer bereits vor sieben Jahren. „In meiner Nachbarschaft leben viele Menschen in alten, sehr schlecht isolierten Häusern“, erzählt er. „Diese Leute haben nicht viel Geld, müssen aber viel für Energie zahlen. Ich wollte ihnen helfen, diese Kosten zu senken, indem ich ihren Energieverbrauch reduziere.“ Seine Idee: Ein Heizungslüfter, bestehend aus drei Ventilatoren, der unter dem Heizkörper montiert wird und von dort die Wärme aus der Heizung schnell und gleichmäßig im Raum verteilt. Doch die Realisierung seiner Idee scheiterte erst mal am Geld.

Vor zweieinhalb Jahren erzählte er am Mittagstisch seinem Kollegen Pieter van der Ploeg, Geschäftsführer der Firma „GO!“, die Wohnhäuser energieeffizienter macht, von seiner Idee. Van der Ploeg war gleich überzeugt: „Ich beschloss, die Idee aufzugreifen und zu realisieren.“ Gemeinsam mit den beiden Ingenieuren Arnold Halbertsma und Henk de Groot machte er sich an die Arbeit und entwickelte den Heizungslüfter SpeedComfort. Jeden Dienstagnachmittag kamen die drei zusammen, um an dem Produkt zu tüfteln.

Europäisch und umweltfreundlich produzieren

Die Wahl des Herstellers für das Herzstück der Anwendung, die drei Ventilatoren, fiel dabei sofort auf ebm-papst. Die beiden Ingenieure hatten lange in der Lufttechnik gearbeitet und kannten den Ventilatorenspezialisten gut. Zudem wollte das Start-up europäisch und umweltfreundlich produzieren.

Das Produkt der Wahl war ein DC-Axialventilator. „Beim Kühlen eines Raumes braucht man viel Luftstrom, doch wenn man die Luft in einem Raum nur besser verteilen will, möchte man dabei keinen Wind spüren“, erklärt van der Ploeg. Um die Drehzahl möglichst niedrig zu halten, legte ebm-papst in St. Georgen daher die Wicklung neu aus. Außerdem baute das Team die Ventilatoren, die normalerweise in der LED-Kühlung zum Einsatz kommen und ein rundes Gehäuse haben, für die Anwendung in ein rechteckiges Gehäuse ein.

Alles ging dabei sehr schnell: Im Frühling 2015 waren van der Ploeg und die beiden Ingenieure noch an der Planung, im Juli begann die Umsetzung mit ebm-papst, im November bekam der Prototyp des Heizungslüfters SpeedComfort bereits den Preis für die grünste Idee Hollands verliehen. Das setzte die Unternehmen unter Zugzwang. „Wir starteten den Verkauf im Webshop bereits im Dezember — zwei Monate früher, als ursprünglich geplant“, sagt van der Ploeg. „Das war zwar stressig, aber auch ein Zeichen dafür, dass der Markt auf ein Produkt wie dieses gewartet hatte.“ Im Januar 2016 lief dann die Serienproduktion an.

Einfache Installation

Ein Schlüssel zum Erfolg ist sicher die einfache Installation des Produkts. Mithilfe von vier Magneten kann es jeder einfach unter dem Heizkörper festklicken und an den Strom anschließen. Der Heizungs­lüfter hat einen eingebauten Temperatursensor und beginnt zu laufen, sobald die Heizung 35 Grad warm ist. Die drei Ventilatoren beschleunigen die herausströmende warme Luft und verteilen sie gleichmäßig im Raum. Das ist kaum zu hören und erhöht den Komfort in der Wohnung. Der SpeedComfort selbst verbraucht Energie für weniger als 16 Cent pro Jahr.

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