Messemarkt China

11.01.2016 10:12

Messemarkt China

Der Messemarkt China entwickelt sich dynamisch. Aktueller AUMA-Länderbericht mit vielen Kennzahlen und Angaben zu Messestandorten, Aktivitäten deutscher Veranstalter und zum Auslandsmesseprogramm sowie Kontaktadressen ist jetzt erschienen. Laut einer Studie der UFI befinden sich 9 der 10 größten Messegelände Asiens in China. Hauptproblem der chinesischen Messewirtschaft bleibt die Unübersichtlichkeit der zahlreichen und qualitativ sehr unterschiedlichen Messeangebote. 

In China ist zwar eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums zu verzeichnen, jedoch bleibt der Messemarkt der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt weiterhin auf Wachstumskurs. Mit dem beispiellosen Wirtschaftswachstum in den letzten Jahrzehnten entwickelte sich die chinesische Messe- und Kongresswirtschaft sehr dynamisch. Investitionen in Milliardenhöhe in Infrastruktur, Wohnungsbau, Klima- und Umweltschutz verbunden mit dem Neu- und Ausbau von Messegeländen bewirkten, dass sich China zum wichtigsten Messeplatz Asiens entwickelt hat und diese Position unbestritten behauptet. Insbesondere in den großen Städten wie Peking und Shanghai ist die Professionalität der Messeveranstalter merklich gestiegen, vor allem wegen der zahlreichen internationalen Kooperationen

Hauptproblem der chinesischen Messewirtschaft bleibt die große Unübersichtlichkeit des chinesischen Messemarktes mit seinen vielen und von der Qualität her sehr unterschiedlichen Messeangeboten. Hinzu kommt, dass im Zuge der „go west“-Strategie der chinesischen Regierung zur Förderung und Entwicklung der westlichen Regionen eine Vielzahl an Messegeländen entstanden, die sich aufgrund ihrer geringen Auslastung oft nicht rentieren. Der Konkurrenzkampf der Messestandorte um Messethemen und somit Aussteller und Besucher führt zu thematischen und terminlichen Überschneidungen. Informationen bzw. unabhängig erhobene Daten zu Flächenauslastung, Aussteller- und Besucherzahlen sind nur unzureichend verfügbar. Das erschwert die richtige Messeauswahl für alle Beteiligten.

Der Messemarkt China expandiert, das Messeangebot ist qualitativ schwer einzuschätzen

 

In jüngster Zeit hat sich China zum größten eCommerce-Markt der Welt entwickelt, d. h. online-Plattformen werden verstärkt als Vertriebskanäle für Produkte genutzt. Diese Entwicklung erfasst auch verstärkt das Marketinginstrument Messen, da traditionelle Messeaspekte virtualisiert werden. Zu den thematischen Schwerpunkten, die sich aus der Wirtschaftsstrategie der chinesischen Regierung ergeben, zählen weiterhin Fachmessen zu Maschinen- und Anlagenbau, Automobil, Chemie, Bau, Elektrotechnik und IKT. Jedoch finden sich immer mehr Messen zu Umwelt und Energie, energieeffizientes Bauen, Dienstleistungen, Pflege und Rehabilitation sowie eCommerce.

Im April hat der chinesische Staatsrat eine umfangreiche Direktive zur chinesischen Messewirtschaft veröffentlicht. Ziel ist es, die heimische Messeindustrie bis zum Jahr internationaler und transparenter zu gestalten. So soll die Zulassung von neuen Messen allmählich dezentralisiert und die Zuständigkeit den Provinzen übertragen werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, die Anzahl der Messen, die staatlich gefördert werden, zu reduzieren und stattdessen privaten Veranstaltern den Wettbewerb zu ermöglichen. Die Zusammenarbeit zwischen chinesischen und internationalen Veranstaltern und Verbänden soll ebenfalls forciert werden. Große Bedeutung wird dem Messe-Dienstleistungsbereich beigemessen, insbesondere der Verbesserung von Transport und Logistik sowie Hotelangebote.

Kennzahlen und Angaben zu Messestandorten, Aktivitäten deutscher Veranstalter und zum Auslandsmesseprogramm sowie Kontaktadressen unter dem weiterführenden Link.


 

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