Messerückblick Automatica 2016

01.07.2016 10:58

Messerückblick Automatica 2016

Die diesjährige Automatica war bereits im Vorfeld dominiert von zahlreichen Vorberichten rund um die beiden aktuellen Trendthemen „Industrie 4.0“ und „Mensch-Roboter-Kollaboration“ kurz MRK. Unsere Sicht zum Thema MRK, haben wir in diesem Blog und bei unseren Standpunkten umfassend dargelegt.

Beim Thema Industrie 4.0 wird man das Gefühl nicht los, dass jeder, der ein Produkt anbieten, welches –mit oder ohne Kabel- mit anderen Komponenten einer Anlage oder einer übergeordneten Steuerung kommunizieren kann, versucht etwas von dem Industrie 4.Wind in seine Segel zu bekommen.

Doch jetzt zu den interessanten Neuigkeiten und Produkten, die uns bei unserem Besuch aufgefallen sind. Beginnen wir zunächst bei unseren Roboterpartnern, in alphabetischer Reihenfolge:
Epson hat gleich mehrere interessante Neuigkeiten vorgestellt. Neben den neuen 6Achs-Robotern der CBaureihe, konnten wir auch den ersten Roboter der N-Serie anschauen. Dieser zeichnet sich durch seine spezielle Kinematik aus, die ihm schnelle und platzsparende Bewegungen im Pick and Place ermöglicht, ohne die erste Achse drehen zu müssen. Der horizontale Weg wird durch ein überschlagen der dritten Achse realisiert. Weitere Baugrößen dieser Serie sind bereits in Arbeit. Außerdem haben wir erstmals das brandneue Programmierhandgerät TP3 in Händen gehalten und testen dürfen. Dieses bietet mit grafischer Oberfläche und entsprechend großem Touchscreen alle erforderlichen technischen Möglichkeiten um 6Achs-Roboter komfortabel und vollumfänglich zu programmieren.

Bei Kuka dominierte der Leichtbauroboter LBR iiwa und die verschiedenen mobilen Plattformen auf denen er montiert werden kann. Außerdem wurde der neue Kleinroboter Agilus KR3 vorgestellt. Dieser zielt mit 3kg Traglast und mm Reichweite ganz eindeutig auf die Elektronikindustrie ab. Offenbar mussten für die Entwicklung dieses neuen Kleinroboters die angekündigten neuen Geräte der Cytec-Baureihe im mittleren Traglastbereich zurückstehen. Jedenfalls haben wir nur zwei Standmodelle am Stand gefunden.

Bei Yaskawa standen drei Hauptthemen im Mittelpunkt: Spezielle Punktschweiß-Systeme, die hauseigene leichte Punktzangen mit speziellen 7Achsigen Punktschweißrobotern und den Vorteilen des umfangreichen Positioniererportfolios und der Synchronbewegungen verbinden. Offenbar gelang damit in der jüngeren Vergangenheit der Eintritt in einen Markt, in dem man es bisher sehr schwer hatte Fuß zu fassen.
Weiterhin hat Yaskawa nun auch einen kollaborativen Roboter, den HC, vorgestellt. Er wird von der bekannten DXSteuerung angesteuert und soll ab erhältlich sein.
Die wesentlichste Neuerung für unseren Einsatzfall ist der neue Kleinroboter GP7 mit der YRCSteuerung. 7kg Traglast bei einer Reichweite von mm sind eine Ansage. Der Roboter ist deutlich schneller als die aktuelle MHSerie und mit dem extrem kleinen inneren Störradius vonmm ergibt sich ein aktiver Arbeitsbereich von mm, der in dieser Klasse am Markt seinesgleichen sucht. Der Roboter soll zum Jahresende bestellbar sein.

Darüber hinaus haben wir zahlreiche kollaborative Roboter gesehen, teilweise von Herstellern, die uns bisher noch unbekannt waren. Was uns aber fehlte waren nach wie vor Beispiele von realistischen und marktfähigen Anwendungen. Man darf sehr gespannt sein, wie sich der Druck durch die stetig wachsende Zahl der Anbieter, die neuen Anforderungen aus der Norm sowie die Ideenarmut für tatsächlich wirtschaftliche Anwendungen auf den Markt in naher Zukunft auswirkt. Die Thematik hat auf jeden Fall dazu geführt, dass Anbieter von biomechanischen Messsystemen, zwingend erforderlich für die geforderten Messungen im Rahmen der Risikoanalyse bei MRK-Anwendungen, Ihre Produkte ebenso angeboten haben, wie Dienstleister wie z.B. Pilz, die entsprechende Produkte aber auch Dienstleistungen anbieten.

Eine interessante Beobachtung war, dass mit ABB und Comau zwei altbekannte Knickarmroboter-Anbieter nun Scara-Roboter vorgestellt haben. Da der hiesige Markt für diese Robotergattung überschaubar ist, darf vermutet werden, dass dies mit dem Bedarf für solche Kinematiken z.B. in China zusammenhängt...

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