Ein Praktikantentreffen der anderen Art – unser Abend in der Brauerei Bischofshof

28.11.2016 08:05

Ein Praktikantentreffen der anderen Art – unser Abend in der Brauerei Bischofshof

Ich selbst bin erst seit kurzer Zeit Kronesin, doch meine Kolleginnen schwärmten mir gleich zu Beginn von den Praktikantentreffen vor – immer neue Leute und wechselnde Locations. Mal ging es auf die Dult, dann auf den Weihnachtsmarkt oder gemütlich in ein

An einem Freitagabend machten wir uns also auf den Weg zur Brauerei.

Der Brauereidirektor persönlich, Herr Goß, erwartete uns bereits und begann auch sogleich mit seiner Führung, die unverkennbar auf uns als Krones Publikum abgestimmt war. Er selbst ist schon lange eng mit Krones verbunden, denn er kennt den Sohn des Unternehmensgründers und ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Volker Kronseder privat und ist auch beruflich von Krones Maschinen überzeugt. Nach ein paar historischen Anhaltspunkten zu Bischofshof ging es auch direkt in die Brauereiräume. „Na, dank eurer Arbeit bei Krones kennt ihr euch ja eh wunderbar mit den Maschinen aus und wisst selbstverständlich auch, wie Bier gebraut wird. Diesen Teil können wir also getrost überspringen... oder?!“, fragte Herr Goß, während wie eintraten. Viele der Praktikanten sind jedoch im Einkauf, Controlling oder der Unternehmenskommunikation tätig und so nicht zwingend mit tiefgehenden Fachkenntnissen ausgestattet. Nachdem die Menge also etwas verlegen vor sich hingemurmelt hatte, wurde ihm klar, dass anscheinend doch Nachholbedarf bestand und er erklärte uns geduldig den Brauprozess. Für diesen ist Bischofshof fast vollständig mit Steinecker Maschinen ausgestattet, die aus dem Freisinger Werk von Krones stammen. Ein besonderes Highlight ist der Calypso, der 2006 im Rahmen einer Gesamtmodernisierung in der Brauerei installiert wurde. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Whirlpool und Kühlgerät, das innerhalb von einer Minute auf ein halbes Grad genau temperiert werden kann. Mit dem Kochen der Würze findet hier in der inneren Zone, dem Whirlpool, die Heißwürzebehandlung statt. Danach wird die Würze nicht wie sonst direkt in den Kühler geleitet, sondern zur Nachverdampfung in die äußere Zone des Calypso, die den Part des Kühlgeräts übernimmt. Genau diese Kombination aus zwei integrierten Abschnitten ist die Besonderheit des Calypso und faszinierte uns trotz (oder wegen?) des hohen technischen Niveaus auf Anhieb.

Während wir also diesen Quirl der Superlative bewunderten, wurde Hopfen pur und veredelt (in Form von kleinen Pellets) zum Riechen herumgegeben. Geruchstechnisch war das zumindest für mich eher gewöhnungsbedürftig, aber wir bekamen eine bessere Vorstellung davon, womit hier eigentlich gearbeitet wird.

Danach ging es raus an die frische Luft und wir standen direkt vor den riesigen Gärtanks.

Hier wurde unsere mathematische Kompetenz auf die Probe gestellt, aber die Frage nach der Umrechnung von Liter auf Hektoliter wurde mit Bravour gemeistert. Nochmal Glück gehabt ;)

Das Tankgebäude selbst stellt eine innovative Konstruktion dar, die von außen nicht sofort zu sehen ist. Die neuen Tanks sind nämlich nicht wie die alten in ein Gebäude integriert, sondern stehen quasi „frei“. Das ist zwar heute fast Standard, beinhaltet aber nach wie vor erhebliche Vorteile. Denn dabei wird nicht nur Material und Platz, sondern auch enorm an Bauzeit gespart.

Neben den technischen Informationen war die Führung gespickt mit unterhaltsamen Anekdoten. So erzählte uns Herr Goß, dass die früher die übrige Althefe, die sich bei der Gärung absetzt, von Bauern der Region abgeholt und unter das Schweinefutter gemischt wurde. Allerdings muss die Hefe vorher erhitzt werden, damit die Hefezellen platzen, denn sonst würde das in den Schweinemägen passieren und das wäre... nun ja, eine ziemliche Sauerei.

Für uns ging es weiter in die große Abfüllhalle mit der Füllanlage, dem Kronkorken-Verschließer und der Etikettiermaschine.

Hier konnten wir sogar das alte Krones Logo auf den Maschinen entdecken, das noch vor der Jahrtausendwende verwendet wurde.

Zu guter Letzt sahen wir noch die Keg-Abfüllung, bei der Bier in Fässer gefüllt wird.

Auch dazu gab es eine Anekdote: Früher wurden noch Holzfässer verwendet, welche die Wirtshäuser auch gerne mal nach dem Anzapfen draußen in der Wiese lagerten. Als die Brauerei die Fässer dann zur Reinigung und Wiederbefüllung zurückbekam und sie zum Säubern öffnete, sah man nicht selten ein paar Schnecken innen an den Fasswänden entlang kriechen.. Gut, dass wir alle einen starken Magen hatten!
Der sollte jetzt zum Ende selbstverständlich noch versorgt werden und so wurden wir in die Bischofshof Braustuben gebracht. Wir ließen uns den Leberkäse mit Kartoffelsalat ordentlich schmecken und genossen den Rest des Abends in lockerer Runde stilecht mit einem kühlen Bischofshof Urhell.

Eure Neugierde ist geweckt und ihr wollt auch so eine Führung erleben? Hier gibt es weitere Informationen zum Veranstalter (Stadtmausführungen) und zur Brauerei Bischofshof direkt.

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