3. Regensburger Craft Beer Festival

01.06.2017 08:12

 3. Regensburger Craft Beer Festival

Bei schönstem Wetter haben wir letzte Woche das ein oder andere Bier auf dem Craft Bier Festival Regensburg genossen. 🍻 Soviel ist sicher: Nächstes Jahr gerne wieder! Einen Rückblick findet ihr auf dem Blog 😊

Vogelwuid und Fahrerbier

 

Gutes Bier gibt’s nur in Bayern? Was einige alt eingesessene wohl auch heute noch so unterschreiben würden, stimmt zum Glück längst nicht mehr. Bewiesen haben das auch in diesem Jahr wieder die Vielfalt und die exklusiven Bierstile auf dem 3. Regensburger Craft Beer Festival.

Doch fangen wir von vorne an: Das mit Bayern und dem guten Bier – das war wohl tatsächlich einmal so. Oder zumindest so ähnlich. Denn während wir in Bayern auf eine lange und genussvolle Biertradition zurückblicken können, störten sich die amerikanischen Biertrinker der 70er Jahre an qualitativ schlechtem Bier und an zu wenig Geschmacksvielfalt. Wie gutes Bier schmecken muss, war bekannt. Wie es gebraut wird, eher weniger. Also machten sich einige Mutige an erste Brauexperimente und richteten sich dafür kleine Brauereien ein – sofern man diese schon als solche bezeichnen kann. Das war der Beginn der Craft-Brewing-Ära – einer Bierbewegung, die auf Handwerk, Liebe und Kompetenz baut.

Der Mut zu Experimenten und zur Geschmacksvielfalt schwappte dann aber auch nach Europa über und schaffte es sogar in unser traditionsbewusstes Bayern. Und hält sich bis heute: Bereits zum dritten Mal stellen Kreativbrauer aus der ganzen Welt ihre Bierspezialitäten auf dem Regensburger Craft Beer Festival vor und überzeugen immer mehr Bier-Liebhaber von ihren Kreationen.

Natürlich steht das Bier im Mittelpunkt – doch es geht schon lange nicht mehr nur ums Brauen. Mindestens genauso ausgefallen wie die Rezepturen der Biere sind auch deren Namen. Hinter jedem Bier verbirgt sich dadurch seine ganz eigene Geschichte, ein paar davon habe ich mir erzählen lassen:

Vogelwuid

Hier ist der Name Programm: Der Brauer aus dem oberbayerischen Waakirchen zapft nicht wie alle anderen. Sein Bier kommt direkt aus seinem Bulli – einem sogenannten Zapfbulli. Mit ganzen 6,5 Umdrehungen schmeckt es dennoch fruchtig und zitronig – genau das Richtige für Sonnenschein und Liegestuhl. Und die extravagante Namensgebung zieht sich durch: Vogelwuid, Fuchsteufelswuid, Wuidsau und Wuide Hehna sind die Biere aus seiner Wuid-Serie.

Le Chaffeur

Das klingt nach Grande Dame, nach Pariser Extravaganz und Kavalier. Was drin ist, hat überrascht: Ein intensiver Geschmack mit exotischer Fruchtnote lässt nur schwer glauben, dass man gerade eines der ersten alkoholfreien IPAs im Mund hat. Daher wohl auch der Name: ein Fahrerbier. Zusammen mit Oliver Wesseloh von der Kehrwieder Kreativbrauerei aus Hamburg entwickelten die Brauer aus Nittenau ein alkoholfreies Bier mit besonderem Brauverfahren: eingesetzt wird eine spezielle Hefe, die Malzzucker nicht vergärt – so kann der Geschmack des Bieres bis zum Ende reifen, ohne dass anschließend Alkohol entzogen werden muss.

Rübaeus

Einen Schluck Bier und gleichzeitig dazu eine Himbeere im Mund – klingt verrückt, doch genauso schmeckt das beerenrote Meisterstück von Founders aus den USA. Mit der richtigen Balance zwischen säuerlich, süß und herb gelingt es der Brauerei, den Geschmack von sonnengereiften Himbeeren ins Glas zu bekommen. Auf viel Natur im Bier setzt die Founders Brewing Company übrigens bei allen Bieren: unfiltriert und nicht pasteurisiert bleibt das Ergebnis nah am Grundprodukt – und das kann man schmecken.

Dolden Sud

Das IPA aus dem Riedenburger Brauhaus schmeckt nach Bier – Punkt. Frisch und sommerlich und einfach nur nach Bier. Nachdem ich diese fachlich wohl überaus inkompetente Bewertung abgegeben hatte, lachte Sebastian Lang, Gebietsverkaufsleiter für Riedenburger. Denn genau so soll‘s sein. Ziel war ein IPA, dass nicht nach Schokolade, Pfeffer oder Kiwi schmeckt, sondern einfach nur nach Bier. Denn was bringt es schon, wenn das Bier Gourmets schmeckt, aber unseren Müttern nicht?

Angebote KRONES