Die von mds. Agenturgruppe GmbH hier eingestellten Inhalte sind nicht verlinkt und es wird Werbung eingeblendet, weil Pro für das Modul Firmen-Profil nicht aktiviert wurde.

The German Angst: Disruption im Mittelstand

08.10.2015 14:05

The German Angst: Disruption im Mittelstand

Der Begriff der Disruption tauchte – wie so viele andere – zunächst in der anglophonen Wirtschaft auf. Was hat das Modewort zu bedeuten und vor allem: Was hat Disruption mit unserem anständigen Mittelstand im B2B zu tun? Scheinbar zunächst einmal noch gar nichts. Aber ändert sich das nicht bald? Aber wo ändert sich etwas und was genau? Wie kann ich mein Unternehmen, meine Branche auf disruptive Angriffe besser vorbereiten?

 

Disruption bedeutet: Es gibt Krieg im internationalen Vertrieb.

Definition: Eine disruptive Technologie (englisch disrupt = unterbrechen, zerreißen) ist eine Innovation, die eine bestehende Technologie, ein bestehendes Produkt oder eine bestehende Dienstleistung möglicherweise vollständig verdrängt.

 

Ein Beispiel aus der Telekommunikationsbranche ist die Verdrängung des SMS-Geschäfts durch den Messenger-Dienst WhatsApp. Gab es bis zum Jahr eine konstante Steigerung des SMS-Versands in Deutschland, brachen die Zahlen danach dramatisch ein. Grund dafür waren die gestiegenen Nutzerzahlen von Whatsapp: Gab es im Oktober in Deutschland noch 9,3 Millionen Whatsapp-Nutzer, hatte sich diese Anzahl bis Juli mehr als verdoppelt.

Ganz ähnlich könnte es in Zukunft auch anderen Branchen und Unternehmen gehen. Den Voraussagen nach wird sich diese Disruption zunächst auf die Technologiebranche erstrecken, die ironischerweise die Grundlagen für die disruptiven Vorgänge selbst gelegt hat. Danach folgen weitere Branchen, wie etwa Entertainment, Medien, Handel, Finanzen, Telekommunikation, Bildung, Reisen, Konsumgüter/Industrie, Gesundheit und Versorger, so eine Umfrage von IMD und Cisco unter Führungskräften. Zum Schluss würden sich Öl, Gas und die Pharmaindustrie verändern, so die Studie.

Was bedeutet Disruption für den Mittelstand in Deutschland?

Die deutschen Mittelstandsunternehmen stehen seit vielen Jahren erstklassig da. Aus zuverlässigen Produkten, einem entsprechenden Renommee und hohen Eigenkapitalquoten resultiert weltweit eine hohe Akzeptanz deutscher Erzeugnisse und Hersteller.

Werte, die es zu erhalten gilt

Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder. Die quantitative Definition des Mittelstandes in Deutschland umfasst beeindruckende ,7 % aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, in denen knapp zwei Drittel ,9 %) aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten angestellt sind. Diese erwirtschaften rund % aller Umsätze in Deutschland. Mehr als vier von fünf %) Auszubildenden werden in mittelständischen Betrieben geschult.

Alles bestens, also. Warum sollte man sich dann Gedanken über ein kalifornisches Phänomen namens „Disruption“ machen, wo schwer greifbare Namen wie PayPal, Uber oder Airbnb im Raum stehen? Was hat das mit dem guten deutschen Mittelstand zu tun? Einiges! Vieles! Alles! Denn wie mittlerweile von namhaften Instituten und Beratungsunternehmen wie PWC oder dem World Economic Forum gebetsmühlenartig gepredigt wird:

Digitale Kompetenz ist die entscheidende Waffe

Die amerikanischen und die asiatischen Mitbewerber auf dem internationalen Parkett der Investitionsgüterindustrie sind eben dabei, durch aggressives Sales Empowerment ihren Vertrieb mit den modernsten digitalen Vertriebsunterlagen auszustatten. Die ersten Maßnahmen sind, in jeder Phase des Vertriebsprozesses höchste technologische Kompetenz möglichst branchenspezifisch zu vermitteln. Der Vertrieb und die Interessenten erhalten einfach und konsistent die gewünschten Informationen über alle medialen Kanäle. Im Vertriebsgespräch werden auf einfachste Weise branchenspezifische Beispiele und Referenzen auf dem Tablet gezeigt. Digital animiert, auf einen Klick wird so technologische Kompetenz, Branchenvertrautheit und Marktführerschaft vermittelt. Das wird – egal wie viel besser das vergleichbare deutsche Produkt sein mag – erfolgreich sein.

Aber die unbestreitbaren Vorteile digitaler Kommunikation sind nur ein Teil des Erfolgs. Das andere Thema ist das Produkt an sich. Denn Teil der digitalen Transformation ist aktuell weltweit der Wandel vom Produkt zur Dienstleistung. Dabei werden nach dem Prinzip ‚Reliable Performance as a Service‘ langfristige Verträge vereinbart.

Und genau dabei kann die deutsche mittelständische Wirtschaft alle seine qualitativen Vorteile erfolgreich einsetzen und Marktanteile gewinnen – wenn sie den Schritt in die digitale Transformation auch im Vertrieb und Marketing wagt. Oder weiter ängstlich zuschauen, wie die Marktanteile Stück für Stück schwinden. Und das dauert nicht mehr lange. Denn:

Digitale Transformation ist Megatrend!

Das Gartner-Institut zum Beispiel bescheinigt in einer aktuellen Studie: Der Schlüssel zum zukünftigen Erfolg der deutschen Industrie liegt in der Kompetenz, aus riesigen Datenmengen (Big Data) zielführende Ergebnisse zu filtern. Das betrifft sämtliche Unternehmensbereiche in Forschung und Entwicklung, Produktion, Logistik, Verwaltung, Marketing und Vertrieb. Hier wird Schritt für Schritt alles umgekrempelt und neu sortiert.

In einigen Firmen und Branchen, z. B. im Maschinen- und Anlagenbau, Logistik, Tourismus oder in der Automobilindustrie hat der Megatrend Digitalisierung die Bereiche Forschung/Entwicklung, Produktion und Logistik bereits erfasst. Dort entstehen neue Allianzen und völlig neue Geschäftsfelder. Marketing und Vertrieb hingegen halten sich in den meisten Branchen bislang eher bedeckt mit eigenen wertschöpfenden Initiativen zum Thema IoT (Internet of Things = Internet der Dinge).

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Im Vergleich zu führenden US-amerikanischen Industrie- und Technologieunternehmen haben deutsche Unternehmen die Potenziale des Internet of Things grundsätzlich erkannt. In allen relevanten Kompetenzfeldern (u. a. Digitalstrategie, Produkte und Services, Geschäftsmodelle, Big-Data-Analytics und Partnerschaften) schlummern aber noch teils signifikante Entwicklungspotenziale.

Digitale Inkompetenz bringt Unternehmen schnell um seine weltweite Marktposition.

Riesige Datenmengen müssen zeitnah gesammelt, gespeichert und nutzenspezifisch ausgewertet werden. Und so etwas muss ein Unternehmen spätestens im Jahr bewältigen. Denn wie schnell es gefährlich wird, wenn Firmen innovative Technologien ignorieren, machen die Analysten von Gartner deutlich: „Schon bis wird jedes vierte Unternehmen seine derzeitige Marktposition verlieren.“ Aufgrund „digitaler Inkompetenz“, wie Dr. Ferri Abolhassan, Geschäftsführung Deutsche Telekom, betont.

Das klingt bedrohlich. Wir müssen aber gegen die zu Unrecht weit verbreitete Meinung kämpfen, dass Disruption mit Zerstörung gleichzusetzen ist. Manche glauben, man hätte nur die Wahl zwischen schrittweise erfolgenden und evolutionären Strategien auf der einen Seite sowie zerstörerischen und revolutionären auf der anderen. In Wahrheit gibt es aber mehrere Optionen. Unternehmen können ihren Marktanteil auch erhöhen, indem sie von sich aus auf CEO-Ebene einen eigenen disruptiven Ansatz wählen, ohne gleich einen ganzen Markt anzugreifen. Nicht jeder muss ein Uber oder Airbnb sein.

Es ist die Industrie, die in den nächsten Jahren mit dem das Internet der Dinge (IoT) das viel größere Internetwachstum erzielen wird als aktuell das uns bislang bekannte Internet der Menschen mit Apple, Amazon und Co. Das haben Unternehmen wie Google längst erkannt und entsprechend die Weichen gestellt.

Digitale Kompetenz bringt eine Verdopplung der EBIT-Margen.

Beispiele für eine erfolgreiche Umsetzung und weitere Informationen gibt es im Blog-Artikel!

Angebote mds. Agenturgruppe