Mehr Ventilatoren, weniger Probleme

02.11.2016 16:26

Mehr Ventilatoren, weniger Probleme

Zehn kleine Ventilatoren statt eines großen: Das ist das Geheimnis hinter dem ersten FanGrid-Projekt von ebm-papst in Indien, mit dem ein Einkaufszentrum bei der Klimatisierung seines Gastronomiebereichs über 20 Prozent Energie spart.

Pizza, Doughnuts, Currys oder Eiscreme? Falls die Gäste der Forum Vijaya Mall im südindischen Chennai während des Einkaufs der Hunger überkommt, haben sie im Gastronomiebereich des riesigen Einkaufszentrums die Qual der Wahl. Egal für welches Gericht sie sich entscheiden, sie werden die Stärkung in einem wohlklimatisierten Raum zu sich nehmen. Anteil daran hat auch ebm-papst Indien, das in der Klimaanlage gemeinsam mit dem Klimaspezialisten ETA das erste FanGrid-Projekt Indiens realisierte. Bis es so weit war, musste Ramesh Swaminathan, Vertriebsleiter von ebm-papst indien, jedoch einiges an Überzeugungsarbeit leisten.

„Alles fing damit an, dass ETA vom Betreiber den Auftrag bekam, die Forum Vijaya Mall in Chennai mit einem kompletten Klimakonzept auszustatten“, erinnert sich Swaminathan. Da ETA bereits seit einigen Jahren erfolgreich mit ebm-papst Indien zusammenarbeitet, wandte sich das Unternehmen an Swaminathan und bat ihn um einen Vorschlag für die Klimatisierung des Food-Courts. „Der Essbereich der Mall beherbergt 21 Restaurants mit 850 Sitzplätzen. Bei diesen Ausmaßen muss die Klimaanlage eine Luftmenge von 60.000 Kubikmetern pro Stunde bei 900 Pascal fördern“, erläutert Wahab Jainulabideen, stellvertretender Geschäftsführer Operations bei ETA, die Vorgaben für die Anlage. Eine Aufgabe, die in Indien bislang standardmäßig mit einem einzigen großen, riemengetriebenen Ventilator gelöst wird. „Dies hat jedoch einige Nachteile“, erklärt Swaminathan. „Die Installation des Ventilators ist sehr aufwendig, seine Energieeffizienz lässt zu wünschen übrig und wenn der Ventilator ausfällt, steht die komplette Klimaanlage still.“

Aus eins mach zehn


Um diese Nachteile zu vermeiden, schlug er ETA eine andere Ventilatorlösung vor: ein FanGrid mit zehn parallel angeordneten RadiPac EC-Ventilatoren – eine bis dahin einzigartige Lösung in Indien, von der er selbst die innovationsbegeisterten Kunden von ETA erst einmal überzeugen musste. „In diesem Projekt machte der Kunde gleich zwei Schritte auf einmal mit uns: Zum einen den von einem riemengetriebenen zu einem direktgetriebenen EC-Ventilator und zum anderen den Schritt von einem einzigen Ventilator zu zehn Ventilatoren, die als eine Einheit arbeiten.“

Weniger Platz, mehr Energieeffizienz

 

Zwei Schritte, die ETA durchaus zu gehen bereit war. „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Lösungen. Das FanGrid besticht vor allem durch seine Energieeffizienz, seine Kompaktheit und die Redundanz, die zehn Ventilatoren gegenüber einem bieten“, sagt Wahab Jainulabideen. Fällt einer der Ventilatoren aus, stellen die anderen neun sicher, dass die Anlage weiterläuft. Der benötigte Bauraum verringert sich gegenüber herkömmlichen AHUs um bis zu 40 Prozent. Zudem liegt der Energieverbrauch der zehn EC-Ventilatoren rund 20 Prozent unter dem eines einzelnen riemengetriebenen Ventilators, der für eine Anlage dieser Größe nötig wäre. Nach ersten Gesprächen gab ebm-papst ein Angebot für den Auftrag ab. Die Reaktion fiel zunächst anders aus als erwartet. ETA hatte günstigere Angebote von Mitbewerbern bekommen. „Das überraschte uns doch sehr, da wir eine gute Kalkulation abgegeben hatten“, erinnert sich Ramesh Swaminathan. Dank der guten Beziehungen zu ETA konnte er jedoch Angebote vergleichen und erkannte schnell, dass bei Weitem nicht alle so umfassend waren wie das von ebm-papst: „Hier wurden Äpfeln mit Birnen verglichen, da der Wettbewerb lediglich die Ventilatoren anbot. Wir hatten jedoch mit der gesamten Systemlösung kalkuliert. Sobald dieser Unterschied beachtet wurde, war unser Angebot mehr als ebenbürtig.“

Eine Investition, die sich auszahlt

 

Und trotzdem lag der Preis noch über dem Betrag, den ETA für einen einzelnen riemengetriebenen Ventilator hätte zahlen müssen. „Es liegt auf der Hand, dass zehn Ventilatoren mehr kosten als ein einzelner“, sagt Ramesh Swaminathan. „Betrachtet man jedoch die Betriebskosten, so wird schnell klar, dass sich diese Investition bereits nach zwei Jahren amortisiert hat.“ Weitere Kosten spart der Installateur durch den leichteren Einbau und den Wegfall der Wartungskosten für die EC-Ventilatoren. Argumente, die auch ETA vollends überzeugten: ebm-papst erhielt den Zuschlag für das Projekt.


Also begleiteten Ramesh Swaminathan und seine Kollegen das Projekt von der Designphase mit technischen Zeichnungen bis zum Einbau der Ventilatoren. Als technische Herausforderung für ETA erwies sich die Synchronisation der zehn RadiPacs. „Für eine Lösung mit einem Ventilator braucht man logischerweise keine Controller“, erklärt Swaminathan. „Das sieht bei zehn Ventilatoren anders aus. Diese müssen von einem Controller synchronisiert werden, damit sie aufeinander abgestimmt ihre volle Leistung entfalten.“ Um die reibungslose Installation zu gewährleisten, unterstützte er ETA deshalb bei der Suche nach einem Spezialisten für die Controller. „Besonders angenehm an dem Projekt mit ebm-papst war die partnerschaftliche Zusammenarbeit. Diese überzeugte uns ebenso wie die hohe Effizienz und Zuverlässigkeit der Produkte“, sagt Wahab Jainulabideen. Ramesh Swaminathan ist guter Dinge, dass sich nach diesem erfolgreichen Projekt noch mehr Kunden für FanGrids interessieren werden. „Die Bedingungen in unserem Land sind gut dafür. Indien ist ein sehr progressiver Markt für energieeffiziente Lösungen. Über 65 Prozent unserer verkauften Produkte sind bereits heute EC-Ventilatoren und Motoren. Der Hauptgrund für diese Entwicklung sind die explodierenden Energiekosten. Lösungen wie diese werden in Zukunft deshalb immer gefragter sein.“

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