Auch beim Wasser den Kreislauf geschlossen

12.03.2020 07:53

Auch beim Wasser den Kreislauf geschlossen

Habt ihr gewusst, dass pro Mass Bier zwei bis drei Liter Abwasser produziert werden? Gerade aus Nachhaltigkeitsperspektive viel zu viel, wie wir finden. Deshalb haben wir eine Lösung gefunden, um das Abwasser weiterzuverarbeiten. Welche? Lest ihr hier:

Rohstoffe zu recyceln ist nicht erst im Zuge der gerade so brandaktuellen Kunststoff-Diskussion ein Thema, das bei Krones oberste Priorität hat. Neben einem geschlossenen Kreislauf für PET und andere Verpackungskunststoffe steht vor allem das kluge Wiederverwerten von Rohstoffen im Mittelpunkt. Und unsere Lösungen können sich sehen lassen: Auf der drinktec 2013 stellten wir die Energieschaukel EquiTherm vor, vier Jahre später schlossen wir mit Brewnomic den Energiekreislauf für Komplettbrauereien und jetzt folgt der nächste Streich: ein Konzept, mit dem sich Abwasser recyceln lässt.

Hier sollten ausnahmslos alle Getränkeproduzenten, aber auch die Recycler hellhörig werden, denn gerade Wasser spielt in jedem dieser Produktionsprozesse eine gewichtige Rolle: Brauereien verursachen zwei bis drei Liter Abwasser pro produziertem Liter Bier, bei CSD-Herstellern sind es ein bis zwei Liter und bei der Produktion von PET sind es durchschnittlich zwei Liter Abwasser pro Kilogramm. Klar, dass es hier so einiges an Einsparpotenzial gibt! Das dachte sich auch das Team um Dr. Ulrich Buchhauser, der bei Krones im Bereich Plants für das Engineering und Consulting von Utilities verantwortlich ist: „Immer häufiger kamen Kunden zu uns und fragten an, ob wir ihnen nicht bei der Reduktion ihrer Abwasser-Mengen helfen können. Denn gerade im Zuge der aktuellen allgemeinen Diskussionen über Nachhaltigkeit steigt auch der Druck von Öffentlichkeit und Politik auf die Getränkeproduzenten“, fasst er zusammen. „Daher haben wir uns überlegt, wie wir die Menge an Abwasser reduzieren können. Dabei mussten wir aber einen Schritt weiterdenken – denn die einzelnen Maschinen sind ja bereits sehr weit optimiert.“ Schnell war klar: Abwasser-Recycling macht nur auf Ebene einer Gesamtfabrik Sinn. „Denn beim Abfüllen allein entsteht zu wenig Abwasser, als dass sich das Sammeln und Aufbereiten lohnen würde“, erklärt Ulrich Buchhauser. „Deshalb haben wir beim Konzept alle Prozessschritte berücksichtigt, bei denen Abwasser entsteht.“

Im Kern wird beim neuen Krones Ansatz über die Gullys in der Produktion das komplette Prozessabwasser gesammelt und in einen zentralen Tank geleitet. Hier startet dann die Aufbereitung: Das Abwasser wird zunächst von sämtlichen Rückständen befreit, anschließend dann für den erneuten Einsatz als Prozesswasser – und nur dafür! – aufbereitet. Für letzteren Schritt kommt eine Kombination von zwei Krones Hydronomic zum Einsatz, die selbst geringste Partikel wie Mikroorganismen oder Salze aus dem Wasser herausfiltern. Nach der anschließenden Stabilisierung des Wassers durch Chlordioxid ist dieses bereit für einen erneuten Einsatz in der Produktion: „Diese Kombination an Prozessschritten und -anlagen ermöglicht es, aus Abwasser neues Prozesswasser herzustellen“, beschreibt Ulrich Buchhauser.

Der Clou: Das System zur Abwasser-Aufbereitung lässt sich nicht nur in neuen Fabriken integrieren, sondern auch in bereits bestehenden Werken nachrüsten. Die einzigen Voraussetzungen: Die Abwasserströme sollten bereits zwischen Prozess- und sonstigem Wasser unterscheiden und es sollte außerdem ausreichend Platz für die benötigten Tanks und Utilities vorhanden sein.

„Das System ist nicht nur für all diejenigen interessant, die möchten, dass weniger Abwasser in ihrer Produktion anfällt, sondern die auch den Wassereinsatz spürbar reduzieren möchten“, erklärt Ulrich Buchhauser. „Denn mit dem geschlossenen Abwasser-Kreislaufkonzept von Krones lässt sich der Wassereinsatz jährlich um bis zu 80 Prozent senken – was sich natürlich nicht nur spürbar auf die Wasserkosten, sondern auch positiv auf die Umweltbilanz des Unternehmens auswirkt.“