Willkommen in der digitalen Fabrik

18.09.2018 09:14

Willkommen in der digitalen Fabrik

Hätte man Henry Ford vor 105 Jahren erzählt, was Fabriken heute leisten, hätte er wohl ordentlich gestaunt. Die intelligente Fabrik vernetzt Daten aus verschiedenen Produktionsbereichen und steigert damit Effizienz, Qualität und Produktivität. Aber was ka

Was eine Fabrik der Zukunft vor allem braucht, ist Integration über die gesamte Wertschöpfungskette, vom Lieferanten bis zum Kunden. Daten aus vielen Hundert Quellen wie Sensoren, ERP-Systemen, Produktionssoftware und Kameras laufen an einem Ort zusammen und geben automatisiert Auskunft über Lieferengpässe, geänderte Auftragslage und Lagerbestände. Sogar vorausschauend, so dass Fabriken optimal ausgelastet und Kunden zufrieden sind.

Von smarten und digitalen Fabriken

Mit Smart Factory ist das oben angedeutete Idealbild einer digitalisierten Fabrik gemeint: In ihr sind Maschinen, Lieferanten, Mitarbeiter, Werkzeuge und Ressourcen vernetzt. Doch so weit sind die meisten Produzenten noch nicht, was nicht heißt, dass sie nicht digitalisieren: Man spricht dann von digitalen Fabriken, wenn diese beispielsweise PLM nutzen – Software für das Product Lifecycle Management. Die Fabriken verwalten mit PLM Prozesse und Produktdaten in einem System. Damit lassen sich Produktdaten wie Arbeits- und Montagepläne direkt an den Arbeitsplätzen abrufen: Maschinen und Werkzeuge werden mit Informationen über das zu fertigende Produkt versorgt und spezifisch eingestellt. Das ermöglicht Serienproduktion in winzigen Losgrößen.

Der Blick nach vorne: Industrie 4.0

Wie gesagt, ist die Integration der Schlüssel zur Smart Factory und Industrie 4.0. Alle Objekte müssen über das Internet vernetzt sein, in Echtzeit miteinander kommunizieren und Daten werden zentral abgelegt, verwaltet und abgerufen.

Die Fabriken gestalten Prozesse über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg digital. Das ist gleichzeitig der Ansatzpunkt für neue Geschäftsmodelle und für zusätzlichen Umsatz. Das Stichwort ist hier die vorausschauende Wartung. Doch wird sich die Digitalisierung auf weitere Geschäftsbereiche auswirken – Produktentwicklung, Marketing, Vertrieb und Kundenbetreuung.

Technologisch werden die Fabriken verstärkt Cloud-Computing einsetzen, Big Data, IT-Plattformen, IoT (Internet of Things), künstliche Intelligenz und Edge-Computing. Wenn beispielsweise ein Produkt entwickelt werden soll, laufen alle Daten digitale zusammen: Ein digitaler Zwilling entsteht, der mit Daten aus der bisherigen Fertigung angereichert wird, die schon in der heutigen digitalen Fabrik erfasst werden. Durch die Kombination der Daten entstehen wertvolle Erkenntnisse, mit denen Produkte und Prozesse optimiert werden. Schon heute planen Fertigungsunternehmen vermehrt digital in präziser, virtueller Realität, um dann erst mit der realen Umsetzung zu starten. Teure Prototyen können damit entfallen.

Dazu können Maschinenbauer, Elektro­ingenieure und Hydrauliker simultan an einem digitalen Produkt arbeiten, wenn eine digitale Plattform zum Einsatz kommt.  Im Mittelpunkt der Industrie 4.0 stehen Technologien, Daten und deren Nutzung.