Wissensdurst wird belohnt

17.09.2018 09:43

Wissensdurst wird belohnt

Schon einmal etwas von einem Hackerspace oder unserem CSR-Stipendium gehört? Nein? Wie die beiden Themen in Verbindung stehen, zeigen wir euch hier: Schaut doch mal vorbei.

Schon einmal von einem sogenannten „Hackerspace“ gehört?

 

Falls nein, wird es höchste Zeit. Einer unserer Kollegen hat sich im Namen eines solchen Hackerspaces – des gemeinnützigen Vereins Binary Kitchen Regensburg – für das CSR-Stipendium der Krones AG beworben. Die Mitglieder des Vereins bringen Wissen über Technik und die digitale Welt unter die Menschen. Innovativer Ansatz, findet Krones, und fördert das Projekt mit 5.000 Euro.

Aber von vorne: Was ist eigentlich das CSR-Stipendium? Das lassen wir uns von Peter Steger, unserem Kollegen aus dem CSR-Team, erklären:

„CSR steht für Corporate Social Responsibility – kurz gesagt: Hier dreht sich alles um das Thema Nachhaltigkeit bei Krones. Und das betrifft nicht nur das nachhaltige Wirtschaften und die ökologische Verantwortung des Unternehmens, sondern natürlich auch den respektvollen Umgang mit Menschen – darunter Kunden, Mitarbeiter und die gesamte Öffentlichkeit. Krones vergibt deshalb zweimal im Jahr das CSR-Stipendium. Unsere Mitarbeiter haben dabei die Möglichkeit, sich mit einem Verein, einer Institution oder einer Organisation ihrer Wahl – am besten aus den Bereichen Soziales, Kultur, Wissenschaft oder Umwelt – für das Stipendium zu bewerben.“

Und weil die einmalige Förderung von 5.000 Euro diesmal an die Binary Kitchen ging, wollen wir natürlich wissen, was es mit dem Verein auf sich hat und welchem Zweck die Spende zugutekommt. Clemens Grünewald, ein Mitglied und Betreuer des Vereins, klärt uns darüber auf.

Binary Kitchen – was genau kann man sich darunter vorstellen?

Clemens Grünewald: Die Binary Kitchen ist ein sogenannter Hackerspace. Vor sechs Jahren gab es in Deutschland einen regelrechten Boom: Denn zu dieser Zeit ist in fast jeder Stadt ein Hackerspace gegründet worden – so auch die Binary Kitchen in Regensburg. Darunter versteht man ganz einfach einen echten Raum, in welchem sich Hacker oder Interessierte über Wissenschaft, Technik oder zu digitaler Kunst austauschen können. Weil wir ein gemeinnütziger Verein sind, verfolgen wir keinerlei gewinnerzielende Absichten. Was uns wirklich am Herzen liegt ist die Erwachsenenbildung – gerade im Bereich der Informationstechnik und der neuen Technologien. Die Binary Kitchen liegt in der Walderdorffstraße in Regensburg. Dort können sich unsere Teilnehmer ungestört austauschen und sich kreativ an ihren Projekten ausleben. Mittlerweile verfügen wir sogar über zwei Räume, die sich an derselben Straße fast gegenüberliegen. Das ist praktisch, weil wir dadurch unsere Holzwerkstatt, in der es immer laut und staubig ist, und die Elektrowerkstatt voneinander trennen konnten.

Welche Themen und Projekte bieten Sie ganz konkret in Ihrem Verein an?

Clemens Grünewald: Den Ideen sind prinzipiell keine Grenzen gesetzt. Wir bieten zum Beispiel Lötkurse und verschiedene Workshops zur Holzbearbeitung an. Außerdem beschäftigen wir uns mit technischen Fragen wie: Was kann künstliche Intelligenz? Oder: Was ist Cloud-Computing? Kurz gesagt, wollen wir einfach wissen wie bestimmte Dinge funktionieren. Was einen Hackerspace ausmacht, ist, dass hier Leute mit Spezialwissen sind. So findet man für fast jeden Bereich einen Experten und kann dadurch Vorträge und Workshops aus den unterschiedlichsten Bereichen anbieten. Vor einigen Wochen hielt zum Beispiel eines unserer Mitglieder, eine Juristin, einen Vortrag über die DSGVO. Und am nächsten Tag stellen wir aber selbst Seifen aus Rindernierenfett her. Derzeit bauen wir Beuten, weil wir uns an der Bienenzucht versuchen möchten. Generell ist das, was wir machen „user-generated“: Das heißt, unsere Teilnehmer schlagen selber vor, was sie ausprobieren oder mit anderen teilen möchten. Das bedeutet natürlich auch, dass wir ein großes Inventar an Werkzeugen brauchen. Dazu zählen unter anderem: Löt-Stationen, Schweißgeräte, 3D-Drucker oder eine CNC-Fräse, die wir im Übrigen mit einem 3D-Drucker selbst ausgedruckt haben. Damit können wir erwachsenen Menschen die Möglichkeit bieten, sich auszuprobieren und wöchentlich Neues zu entdecken.

Das klingt, als wäre die Binary Kitchen eine bunte Truppe. Oder sprechen Sie eine bestimmte Zielgruppe an?

Clemens Grünewald: Nein, eine bestimmte Zielgruppe haben wir nicht. Wir sind wirklich bunt gemischt: Studenten, Ingenieure, Juristen, Informatiker und viele mehr. Einige finden hier ihren Ausgleich zum Berufsalltag und haben Spaß daran, sich frei entfalten zu können. Wir zeigen den Menschen, dass man vieles auch selbst machen kann, anstatt es zu kaufen. Was ich auch noch betonen will: Wir haben zwar derzeit rund 95 feste Vereinsmitglieder, die jederzeit Zugang zu den Räumlichkeiten haben, aber wir geben auch Nicht-Mitgliedern die Möglichkeit, mit unseren Werkzeugen und Materialien zu arbeiten. Deshalb bieten wir jeden ersten Samstag im Monat ein sogenanntes Open Lab an: Das heißt, jeder kann vorbeikommen, sich unseren Hackerspace ansehen und natürlich Geräte ausprobieren. Auch montagabends haben wir unsere Türen offen für alle: Hier finden eher soziale Events statt, wie sich gegenseitig austauschen oder miteinander kochen. Und weil es uns so wichtig ist, unser Wissen mit der Welt zu teilen, stellen wir alles, was wir machen auf unserer Homepage und unseren Social-Media-Kanälen mit kostenlosen Anleitungen zur Verfügung.

Verraten Sie uns zum Abschluss noch, wofür Sie die Spendensumme von 5.000 Euro einsetzen?

Clemens Grünewald: Wir planen schon seit einiger Zeit, uns einen Laser-Cutter zuzulegen. Sie müssen wissen: Viele Leute haben eine Säge zu Hause, einige wenige auch einen 3D-Drucker, aber einen Laser-Cutter hat normal keiner. Daher möchten wir den Menschen die Gelegenheit bieten, bei uns mit so einem speziellen Gerät zu arbeiten und hoffen natürlich auch, bei neuen Menschen Interesse zu wecken. Weil der Laser-Cutter mit 8.000 Euro sehr teuer ist und wir bisher erst knapp 2.000 Euro selbst dafür sparen konnten, freuen wir uns unglaublich über die Spende. Wir dachten, wir können uns diesen Traum erst in drei Jahren ermöglichen, aber dank des CSR-Stipendiums rückt die Anschaffung eines Laser-Cutters in greifbare Nähe. Dafür sind wir der Krones AG sehr dankbar.