d&c Magazin Ausgabe 2/18, Überblick




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AUSGABE 2

|

2018

Per Scan zum neuen

Blog: www.751.rexroth

www.751.rexroth

INSIDE

10 Dr. Steffen Haack erläutert seine Vision

von der Digitalisierung der Hydraulik

12 Digitalisierung in der mobilen Welt
26 Ausfallkosten mit ODiN Predictive

Maintenance senken

WIR TREIBEN TECHNOLOGIE VON MORGEN

DIE FABRIK

DER ZUKUNFT

ENTSTEHT

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02

I

Key Facts

AUSGABE 2

I

2018

Auf einen Blick: das

7:51 Magazin

in Zahlen

KEY

FACTS

Fast

20.000

Exemplare

UNSERER

ERSTEN

AUSGABE

IM UMLAUF

Hydrostatische Leistung kann zu

100%

für die

BREMSFUNKTION

genutzt werden

Energiebedarf

bis zu

80%

niedriger als bei

konventionellen Aggregaten

53%

WENIGER

ÖLVOLUMEN

bei

gleicher

LEISTUNG

VERGLEICHBARER

AGGREGATE

NUR

50%

des Platzbedarfs

17K

IN

AFRIKA

Standorte

17.000

Eine

DRUCKKRAFT

VON

40

Tonnen

40

JAHRE ERFAHRUNG

IN DER

BÜHNENAUTOMATISIERUNG

Liebe Leser,

sich dem Wandel zu stellen, ist der einzige Weg, Fortschritte zu erzielen, unser Potenzial
auszuschöpfen und schließlich unsere Vision der Fabrik der Zukunft umzusetzen.

Wie Sie bereits wissen, glaube ich an die Kraft des Wandels. deshalb möchte ich
als Erstes dessen positiven Effekt auf dieses Magazin erwähnen – nur ein Beispiel
unter vielen, das auf beeindruckende Weise die aktuellen Veränderungen in unserem
Unternehmen widerspiegelt. Seit dem Launch von 7.51 auf der Hannover Messe 2018
erreichen uns immer wieder Ihre positiven Rückmeldungen. Mit fast 20.000 Druck- und
Online-Exemplaren weltweit unter www.751.rexroth hilft es uns hoffentlich, Sie auf
unterhaltsame Weise von unserer Vision zu überzeugen.

Die Frage, welchen Erfolg der Wandel bringen kann, ist Ausgangspunkt für die aktuelle
Ausgabe unseres Magazins. Sie befasst sich mit der ARENA2036 und zeichnet zum 150.
Jubiläum des Automobils eine Vision für die Zukunft der Automobilindustrie. Im Beitrag
von Dr. Steffen Haack geht es außerdem um die notwendigen Schritte zur Digitalisierung
von Hydrauliksystemen für die Industrie, und Dr. Alexander Flaig beschäftigt sich mit der
Digitalisierung mobiler Maschinen und den damit einhergehenden Veränderungen.

Große wie kleine Produktionsunternehmen bemühen sich derzeit darum, die
Fertigungsindustrie fit für „Now. Next. Beyond.“ zu machen und sind damit für mich –
und hoffentlich auch für Sie – eine große Inspiration.

Viel Freude mit unserem Magazin wünscht Ihnen

.

Dr. Marc Wucherer
Vorstandsmitglied der Bosch Rexroth AG

MESSAGE

VON

MARC

Editorial

I

03

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06

26

Sicher in jeder Hinsicht

30

MASCHINENSICHERHEIT ALS

WETTBEWERBSVORTEIL

Sechs Gründe, warum Sicherheitsfunktionen für
Hersteller auch mehr Produktivität bedeuten.

Leistungsstarke Lösungen

32

DIE KONKURRENZ AUS DEM

RENNEN SCHMIEDEN

Eine neu installierte Schmiedepresse ermöglicht
Doosan erweiterte technologische Möglichkeiten.

Talking Point

15

STRATEGISCHE CHANCE

15

KOMPETENZLÜCKEN SCHLIESSEN

28

DIE RECYCLING CHALLENGE

34

DER GRÖßTE FLUSS

34

GEMEINSAM IN DIE ZUKUNFT

35

DAS WARTEN HAT EIN ENDE

Im Fokus

06

DIE ZUKUNFT IM BLICK

HARMONIE DURCH AUTOMATISIERUNG
Kennen Sie schon die neuesten Mitglieder unseres Teams?
WO ZUKUNFTSTHEORIEN SCHON HEUTE PRAXIS SIND
Wer die „Fabrik der Zukunft“ sucht, kann schon jetzt einen
Prototyp davon finden – in der ARENA2036.
DIE TÜR ZUR DIGITALEN ZUKUNFT IST OFFEN
Dr. Steffen Haack erläutert die Chancen der Digitalisierung für
den Hydraulikmarkt.
DIGITALISIERUNG IM WANDEL
Dr. Alexander Flaig über die Digitalisierung in der mobilen Welt.

Per Scan zum neuen Blog:

www.751.rexroth

Im ganzen Magazin finden sich QR-Codes. Sie führen zu
detaillierteren Informationen über das jeweilige Thema.
Downloaden Sie dazu die App auf Ihr Smartphone.

Inhalt

I

05

30

16

32

18

Effizienz Report

16

POWER FÜR DIE ZUKUNFT

CytroPac verringert Energieverbrauch und Platzbedarf bei
Zuse Hüller Hille.

18

HAUPTDARSTELLER AUF DER

TECHNOLOGIEBÜHNE

Große wie kleine Bühnen profitieren von der neuesten
Generation unserer Bühnenleittechnik.

20

ZEIT FÜR EINEN GESUNDHEITSCHECK

IHRER PROZESSE?

Warum hohe Anfangsinvestitionen leisten, wenn man nur für
die tatsächliche Nutzung bezahlen könnte?

22

IHR VIRTUELLES SPIEGELBILD

Wie wird ein digitaler Zwilling zu einem nahezu identischen
Abbild seines real existierenden Gegenübers?

Intelligent View

23

MOTION CONTROL IN IHRER HAND

Eine flexible und kostengünstige Steuerungslösung für Ihre
Handling- und Robotik-Systeme.

24

FORTSCHRITT IN BEWEGUNG

Wir vereinfachen Ihren gesamten Engineeringprozess.

Innovative Outlook

26

WENN AUSFALLZEITEN KEINE

OPTION SIND

Ein Maschinenausfall kann mit extrem hohen Kosten verbunden
sein. Intelligente Technologien bieten einen Ausweg.

Sicher in jeder Hinsicht

29

EINE NEUE DIMENSION DES

BREMSENS

Lesen Sie, warum unser neuestes Hochleistungsbremssystem
(HLB) im Gabelstaplersektor auf so großes Interesse stößt.

INHALT

04

I

Inhalt

AUSGABE 2

I

2018

20

22

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06

I

Im Fokus

AUSGABE 2

I

2018

Kennen Sie schon die neuesten Mitglieder unseres Teams –

ActiveCockpit, IoT Gateway,

APAS Assistant, ActiveShuttle, XDK Sensor und Nexeed? Vermutlich sind sie Ihnen auf der

Hannover Messe begegnet, als Assistenten unseres Moderators bei der Präsentation unserer Vision

der

Fabrik der Zukunft . Und sie kamen dort so gut an und überzeugten auch uns so sehr, dass wir

sie gleich von der Messe mit nach Hause nahmen.

Auch wenn noch viele Meilensteine vor uns liegen – die Präsentation unseres Teams auf der Hannover
Messe wird uns immer daran erinnern, worauf es auf dem Weg zur Fabrik der Zukunft am meisten
ankommt: eine harmonische Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.

Im Fokus

I

07

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Im Fokus

I

09

Peter Greiner,

Vice President of

Engineering Systems &

Solutions, Bosch Rexroth

ARENA2036 lässt uns über die Produkte mit ihren spezifischen
Funktionen hinaus in eine Zukunft neuer Geschäfts- und
Kooperationsmodelle blicken. Zum Beispiel beschäftigen wir
uns mit Kryptowährung und Blockchain-Technologie. Warum?
Unternehmen müssen zusammenarbeiten und verteilte
Systeme aufbauen, um Geschäftsmodelle wie nutzungsbasierte
Abrechnung (siehe Artikel S. 20) bereitstellen zu können. Mit
Blockchain könnten sie die Zahlungsstruktur vereinfachen. In
Kooperation mit Daimler, Trumpf und anderen ARENA2036-
Teilnehmern versuchen wir dies zu verwirklichen.

Das Potenzial für neue Geschäftsmodelle reicht sogar noch
weiter. „In der Business-to-Business-Produktion gibt es eine
Erwartung“, sagt Peter Greiner, „dass Apps kostenlos zur
Verfügung gestellt und heruntergeladen werden, so wie es heute
im Consumer-Markt oft der Fall ist. Wir erkunden dieses Gebiet
gerade mit unseren Kunden.“

Lernfähige Systeme

Es werden viele Spekulationen darüber angestellt, wie
intelligent die Fabrik der Zukunft sein wird, und sie zeichnen
oft das Bild eines allwissenden Systems, das Know-how und
Handlungsanweisungen an passive Empfänger verteilt. Diese

Vorstellung jedoch trifft nicht zu: Es sind die Fertigungsanlagen
selbst, die Informationen erfassen und bereitstellen. Beispiel
aus der ARENA2036: Ein integrierter Fehlerdetektor in einer
Robotikinstallation lernt aus den Fehlern, die seine Kamera
dokumentiert hat. Oder das Assistenzsystem ActiveAssist von
Rexroth, das Mitarbeiter intelligent durch die Montage führt: Der
Mitarbeiter ist mithilfe einer Feedbackfunktion in der Lage, dem
System neues Wissen hinzuzufügen.

Neben Rexroth sind noch mehrere andere Unternehmen der
Bosch-Gruppe am Projekt ARENA2036 beteiligt. Sie alle erkennen
den Wert dieses Projekts und erwarten, dass die gemeinsamen
und individuellen Entwicklungen, die sich daraus ergeben, eine
führende Rolle in der Fabrik der Zukunft spielen.

Die an ARENA2036 beteiligten Bosch-Gesellschaften
arbeiten nicht nur theoretisch, sondern auch produktionsnah
an Zukunftslösungen und kooperieren mit Experten aus
unterschiedlichen Bereichen und Organisationen.

Daniel Ewert fasst zusammen: „Durch die Projektteilnahme können
wir unsere Arbeit mit anderen teilen, damit können wir auch
größere Ziele stecken und erreichen. Für uns ist das Projekt ein
fortlaufendes Projekt, und wir stehen noch ganz am Anfang.“

Daniel Ewert,

Research Engineer,

Bosch Corporate

Research

SCHON HEUTE PRAXIS SIND

Wer die „Fabrik der Zukunft“ sucht, kann

schon jetzt einen Prototyp davon finden –

in der ARENA2036 nahe Stuttgart ...

08

I

Im Fokus

AUSGABE 2

I

2018

Die ARENA2036 hilft uns,

bessere Produkte zu entwickeln und

Wege für eine bessere Kommunikation

zwischen den Produkten zu finden.

ARENA2036 leitet sich aus zwei Quellen ab. ARENA ist ein Akronym
für „Active Research Environment for the Next Generation of
Automobiles“ und die Zahl 2036 bezieht sich auf das Jahr 2036,
das 150-jährige Jubiläum des Automobils.

Das Forschungsprogramm beschäftigt sich mit Konzeption und
Bau von Automobilen und legt dabei den Fokus auf die Entwicklung
von Initiativen für eine wandlungsfähige Fabrik der Zukunft, in der
nicht nur die Automobilindustrie optimale Bedingungen vorfindet.

Das Projekt wird von der Bundesregierung, der Universität
Stuttgart und verschiedenen mittelständischen und großen
Herstellern unterstützt, mit großem Engagement auch von Bosch
Rexroth. Daniel Ewert, Research Engineer, Bosch Corporate
Research, beschreibt es so: „Die ARENA2036 ist unsere
Forschungshalle. Sie hilft uns, bessere Produkte zu entwickeln und
Wege für eine bessere Kommunikation zwischen den Produkten
und eine bessere Vernetzung für ein optimales Zusammenspiel
der Produkte zu finden. Das ist für uns das Wichtigste: die
weitgehende Integration aller Assets in die Fabrik der Zukunft.“

Zu den Entwicklungsbereichen, in denen wir uns bei
ARENA2036 engagieren, gehören die 5G-Kommunikation,
die nächste Generation autonomer Fahrzeuge und
intelligenter Logistiklösungen, die Zusammenarbeit von
Mensch und Roboter, Mitarbeiterassistenzsysteme und digitale
Zwillinge im Fabrikbetrieb.

Plug&Play

Langfristiges Ziel ist die Verwirklichung der Fabrik der Zukunft, mit
modularen Komponenten, die ohne Aufwand hinzugefügt, entfernt
und neu kombiniert werden können, so dass sich das Werk
ohne nennenswerte Ausfallzeiten an veränderte Anforderungen
anpassen kann.

„In der ARENA2036 entstehen die Lösungen für heute und
morgen. Sie sind flexibel und praktisch, und ihre Vorteile werden
nicht nur von den Herstellern, die wir bedienen, sondern auch
von Bosch Rexroth selbst wahrgenommen. Schließlich sind auch
wir Engineering-Kunden“, meint Peter Greiner, Vice President of
Engineering Systems & Solutions bei Bosch Rexroth.

WO

SCHON HEUTE PRAXIS SIND

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Q1

Standardhydraulik macht noch immer

80 Prozent des Marktumsatzes aus.

Kann man also sagen, dass dieser Bereich

offensichtlich bis dato keine überzeugenden

Vorteile in der Digitalisierung sah?

SH

Hydraulik steht für hohe Leistungsdichte und Robustheit
und kommt häufig in Anlagen von hohem Wert zum Einsatz,
wie etwa in einer 50.000-Tonnen-Presse. Die ersten Schritte
zur Implementierung standardisierter Schnittstellen und
elektrohydraulischer Lösungen sind bereits getan, aber
es liegt noch viel Arbeit vor uns. Nicht zuletzt, um die
Lücke zwischen elektromechanischen und IT-Lösungen zu
schließen. Rexroth arbeitet intensiv an der Entwicklung eines
komplett digitalisierten Produktportfolios mit Unterstützung
für i4.0.

Zum letzten Teil Ihrer Frage: Wir und die gesamte
Branche erfahren Tag für Tag, wie i4.0 den gesamten
Wertschöpfungsprozess verändern wird und welches
ungenutzte Potenzial in den neuen Technologien steckt.

Q2

Ist es schwierig, den enormen Bestand an

analogen Systemen digital nachzurüsten?

Und welche Vorteile hat es?

SH

Den Bestand zu digitalisieren, hat klare Vorteile. Zunächst
können die Benutzer aus digitalisierten Maschinen mehr
Informationen gewinnen. Diese Daten geben ihnen Auskunft
über die Produktivität ihrer Maschinen und helfen ihnen
als Indikatoren bei der Optimierung der Maschinen.
Zudem werden diese Daten auch für die optimierte
vorbeugende Wartung benötigt, um Ausfallzeiten zu
minimieren. Mit IoT-Technologien und digitalisierten
Komponenten können OEMs die Anforderungen ihrer Kunden
schneller, intuitiver und mit geringerem Kostenaufwand
erfüllen. Und sie können mit neuen Geschäftsmodellen wie
Pay-per-Use, also einer nutzungsbasierten Abrechnung neue
Absatzmöglichkeiten erschließen.

Beispiel Aggregate: Eine neue Generation kleiner
Kompakthydraulikaggregate mit integrierter Intelligenz,
Sensoren und Zustandsüberwachung erhöht die
Flexibilität, Energieeffizienz und vor allem die Verfügbarkeit.
Neue Bauformen erhöhen die verfügbare Leistung auf
kleinstmöglichem Raum, mit deutlich weniger Stellfläche
und stark reduzierten Geräuschemissionen. Das
Kompakthydraulikaggregat kann jetzt direkt neben der
Maschine platziert werden und bietet so mehr Freiheit bei
der Maschinenkonzeption.

Besteht Bedarf an weiteren Funktionen für die
vorausschauende Instandhaltung, werden vorhandene
oder auch zusätzliche Sensoren über das IoT-Gateway
angeschlossen. Das IoT-Gateway stellt die Daten über Ethernet
oder WLAN im Unternehmensnetzwerk bereit, wo sie von
verschiedenen Anwendungen wie vorbeugender Wartung mit
ODiN (Online Diagnostics Network) genutzt und analysiert
werden können.

Aus technologischer Sicht gestaltet es sich also weniger
komplex als man denkt, den Maschinenbestand fit für i4.0 zu
machen. Derzeit herrscht trotzdem noch große Unsicherheit
am Hydraulikmarkt und man hält sich mit Investitionen in
i4.0-Upgrades zurück. Das wird sich jedoch ändern, sobald
die Vorteile in bare Münze umgesetzt werden (reduzierte
Ausfallzeiten, höhere Produktivität) – davon bin ich überzeugt.

Q3

Beim Stichwort Digitalisierung von

Maschinen denken viele in erster Linie an

vorausschauende Instandhaltung. Worin

bestehen aus Ihrer Sicht die Vorteile für den

Hydraulikbereich?

SH

Vorausschauende Instandhaltung ist eine der möglichen
Anwendungen, bezieht sich jedoch nur auf das Ende des
Produktionsprozesses, wenn die Maschine bereits beim
Endanwender in Betrieb ist. Dabei kann doch die gesamte
Wertschöpfungskette von der Digitalisierung profitieren.

Für den Hydraulikmarkt stand das Thema Digitalisierung lange Zeit nicht im
Vordergrund. Wir fragten Dr. Steffen Haack, Head of Industrial Hydraulics bei
Bosch Rexroth, wie hier eine Trendwende aussehen kann und mit welchen Chancen
sie verbunden ist.

10

I

Im Fokus

AUSGABE 2

I

2018

Die

TÜR

zur

DIGITALEN

ist

OFFEN

Datenanalyse auch zur Verbesserung der Produktivität bei,
z. B. mit dem Production Performance Manager (PPM).

Kurz gesagt: Der Entwicklungsprozess von
Hydraulikanwendungen wird durch Digitalisierung schneller
und sicherer, und Digitalisierung hilft Produktivität und
Maschinenverfügbarkeit zu verbessern.

Q4

Welche drei Punkte würden Sie den

Herstellern besonders ans Herz legen,

die sich für digitalisierte Hydraulik

interessieren?

Digitalisierung von Hydraulikprodukten und -lösungen

SH

„Alles, was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert.
Wirklich alles.“

Standardisierung zur Sicherung der Interoperabilität

verschiedener Produkte

SH

„Die Hydrauliksparte muss schnell aufholen, um Teil der
digitalen Welt von i4.0 zu werden.“

Miniaturisierung und Integration von Sensoren in

Hydraulikprodukte

SH

„Kosteneffiziente Integration von Sensoren in alle Produkte,
um neue Funktionen zu ermöglichen.“

Q5

Was würden Sie den Lesern als wichtigsten

Aspekt mitgeben?

SH

Die Digitalisierung von Hydraulikprodukten
und -lösungen wird neue Geschäftsmöglichkeiten am
Hydraulikmarkt generieren.

Angefangen beim OEM, der eine neue Hydraulikanwendung
entwickeln will. Die Planungsphase beginnt mit der Auswahl
der für die Anwendung erforderlichen Produkte. Rexroth
stellt hierfür Produktselektoren und -konfiguratoren bereit.
Am Ende dieser Phase können die Produkte bestellt
und bis zu ihrer Lieferung verfolgt werden. Die gesamte
Entwicklungsarbeit vom schnellen Prototyping bis zur
Simulation und finalen Programmierung erfolgt innerhalb
einer offenen Entwicklungsplattform auf Basis der digitalen
Daten der ausgewählten Produkte.

In der anschließenden Betriebsphase wird durch
Digitalisierung die Verfügbarkeit der Maschinen verbessert,
was uns zurück zum Ausgangspunkt bringt – zur
vorausschauenden Instandhaltung. Im Betrieb trägt die

Im Fokus

I

11

Wir und die gesamte Branche erfahren

Tag für Tag, wie i4.0 den gesamten

Wertschöpfungsprozess verändern wird.

Lesen Sie das vollständige

Interview in unserem Blog

Die

TÜR

zur

DIGITALEN

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Bauarbeiter und Straßenbauer –, die bestimmen, ob eine
Lösung erfolgreich ist. Lösungen gibt es bereits, beim
Flottenmanagement, der vorausschauenden Wartung
und vielem mehr. Die OEMs selbst profitieren eher
vom Alleinstellungsmerkmal (USP), das sich aus einer
erfolgreichen Nutzung durch die Endanwender ergibt.

Dementsprechend würde ich auch nicht zwischen
„großen“ und „kleinen“ OEMs unterscheiden, sondern
zwischen spezialisierten Prozesslösungen und
allgemeinen Anwendungen. Der Bereich mobile Maschinen
hat viele Teilbereiche. Bei landwirtschaftlichen Maschinen
gibt es zum Beispiel spezialisierte Hersteller für Traktoren
und Erntemaschinen. Solche Spezialisten können durch
die Nutzung von Daten mithilfe digitaler Technologien
einen Mehrwert durch marktspezifische USPs generieren.

Q4

Wie können Lieferanten dabei helfen?

AF

Zulieferer wie Bosch Rexroth können vor allem durch ihre
Flexibilität helfen. Ein Ansatz zur Digitalisierung ist zum
Beispiel die Einrichtung von Full Digital Stacks. Die bieten
wir deshalb auch an.

Nahezu alle OEMs (groß oder klein) verfügen heutzutage
über solche Stacks. Die meisten von ihnen sind mit ihrer
Lösung nicht hundertprozentig zufrieden, möchten jedoch
auch nicht zu einer neuen Lösung wechseln. Stattdessen
suchen sie nach individuellen Elementen wie Connectivity-
Einheiten. Es liegt also an uns Lieferanten, unseren Stack
nicht als monolithisches System anzubieten, sondern
als Suite aus Open-Systems-basierten Modulen. So kann
der OEM die von ihm benötigten Elemente auswählen
und dabei sicher sein, dass sie mit seiner restlichen
Infrastruktur kompatibel sind.

Q5

Welche Vorteile bietet der Ansatz von

Bosch Rexroth?

AF

Darüber könnte man eigens einen ganzen Artikel
schreiben! Zusammenfassend kann man aber sagen, dass
unsere Produktstrategie (nicht nur die digitale!) auf drei
Grundsätzen basiert.

Der erste ist Skalierbarkeit: Wir haben bei der
Entwicklung unserer Produkte immer deren
uneingeschränkte Konfigurierbarkeit im Blick. Eine
Beschränkung des Portfolios auf vorgefertigte Produkte
birgt immer die Gefahr, unflexibel zu werden. Auf der
anderen Seite fangen wir auch nicht bei jedem Produkt
bei null an. Bei einer elektronischen Steuereinheit
beispielsweise mag es zwar eine bestimmte Anzahl
von I/Os geben, diese können jedoch sequenziell
konfiguriert werden und daher verschiedenste Mess- und
Betätigungsaufgaben abdecken.

Der zweite ist Offenheit: Auch hier gibt es zwei Extreme
– zum einen proprietäre Systeme, mit denen sich Kunden
komplett festlegen, und zum anderen offene Open-Source-
Bibliotheken, die einen hohen Zeit- und Arbeitsaufwand für
die Wartung, Einhaltung von Schutzrechten etc. erfordern.
Wir entwickeln unsere Lösungen auf Basis offener
Standards, aber so, dass es für den Kunden leicht bleibt.

Der dritte ist leicht zugängliche Technologie: Um komplexe
Systeme leichter bedienbar zu machen, kann man
die Anzahl der Einstellungsoptionen und -parameter
begrenzen und so das System vereinfachen. Dabei
müssen natürlich Zweckmäßigkeit und Funktionsspektrum
erhalten bleiben. Bei uns geschieht dies mithilfe eines
Ansatzes, den wir intelligente Abstraktion nennen.
Dabei werden physikbasierte Betriebsparameter und
eine moderne Steuerungstheorie angewendet, ohne
die Anpassungsfähigkeit des Systems an verschiedene
Anwendungen und Umgebungen zu reduzieren.

Q6

Können Sie uns etwas über die drei

mobilen Konnektivitätsdienste von

Bosch Rexroth (PredictDrivetrain,

CalibrateHydraulics und NextGenSpec)

sagen?

AF

Selbstverständlich. Hier eine kurze Zusammenfassung:

PredictDrivetrain ist eine App, die über eingebaute
Sensoren die Betriebs- und Zustandsdaten von
Hydraulikkomponenten erfasst. Werden diese Daten vor
dem Hintergrund unseres umfangreichen Produktwissens
ausgewertet und analysiert, lassen sich Trends erkennen
und auf dieser Basis das beste Wartungsprogramm für die
Maschine bestimmen.

Die Smart Service App CalibrateHydraulics sorgt bei
unseren OEMs für effizientere Fertigungsprozesses.
Sie erfasst und analysiert Prüfstandsdaten von
Hydraulikpumpen, -motoren und -ventilen und überträgt
diese an das Montageband. Das vereinfacht die
notwendige Kalibrierung der Maschinen.

NextGenSpec erfasst die mechanischen Lasten eines
oder mehrerer Fahrzeuge einer Flotte während des
Betriebs und erstellt cloudbasiert detaillierte Lastdaten-
Diagramme, um das Design und die anwendungsgerechte
Auslegung der Komponenten für die nächste
Fahrzeuggeneration zu erleichtern.

In allen drei Fällen arbeiten wir, wie bereits erwähnt, mit
Full Digital Stacks. Normalerweise beginnen wir mit dem
Kernstück der App und setzen dann den Rest individuell
für den jeweiligen Anwendungsfall und die jeweilige
Umgebung auf. Da wir offene Standards verwenden,
ist dies problemlos möglich. Genau das ist es, was von
unseren Kunden so geschätzt wird.

Q7

Sind diese Entwicklungen Teil eines

generellen Wandels? Falls ja, in welche

Richtung bewegen wir uns und wie könnte

die nächste Stufe der Digitalisierung

aussehen?

AF

Die Bereitstellung von Funktionen rückt in der
Wertschöpfungskette immer weiter nach oben.
OEMs widmen sich immer intensiver den höheren
Funktionsebenen und dem Maschinenbetrieb im
Arbeitsprozess. Bei der Maschinensteuerung – früher eine
OEM-Kernkompetenz – verlassen sie sich mehr und
mehr auf Lieferanten.

DIGITALISIERUNG

im

WANDEL

Im Fokus

I

13

Q1

Welche Vorteile kann man durch

die Digitalisierung bei mobilen

Maschinen erzielen?

AF

Zunächst einmal müssen wir eingrenzen, was wir damit
meinen. Digitalisierung bedeutet nicht nur, in Papierform
vorliegende Maschinenspezifikationen oder -handbücher
als PDF zum Download zur Verfügung zu stellen. Es
geht vor allem darum, Maschinen wie Bagger, Traktoren,
Gabelstapler etc. direkt als Datenquelle zu nutzen.

Daraus gewinnen wir Vorteile wie mehr Effizienz und
Leistung, nicht nur bei der Maschine, sondern im gesamten
Prozess, in den diese Maschine eingebunden ist.

Q2

Welche Faktoren sind bei der

Digitalisierung mobiler Maschinen wichtig?

AF

Mobile Maschinen wie etwa Traktoren sind sehr
komplex und variantenreich in der Ausführung. Die
Digitalisierung kann den Herstellern solcher Maschinen
das Variantenmanagement erleichtern. Ein wichtiger
Faktor bei der Digitalisierung mobiler Maschinen sind
Positionsbestimmungssysteme (GPS und „Präzisions-
GPS“). Und natürlich die Art der Konnektivität, denn anders
als das im Augenblick noch bei stationären Maschinen
der Fall ist, müssen mobile Maschinen die erfassten
Leistungsdaten drahtlos übertragen.

Q3

Wie weit sind die größeren OEMs auf

diesem Gebiet? Haben sie von der

Digitalisierung bereits einen geschäftlichen

Mehrwert? Und können auch kleinere

OEMs von der Digitalisierung ihrer mobilen

Maschinen profitieren? Etwa durch eine

schrittweise Umsetzung?

AF

Es sind nicht in erster Linie die OEMs, die profitieren. Es
ist der Nutzen für die Maschinenbetreiber – die Landwirte,

DIGITALISIERUNG

im

WANDEL

Digital Engineering konzentrierte sich bislang überwiegend auf
Fertigungsanlagen und stationäre Produktionsmaschinen. Wir sprachen
mit Dr. Alexander Flaig, Head of Engineering Mobile Electronics and
Systems, über die Digitalisierung in der mobilen Welt ...

12

I

Im Fokus

AUSGABE 2

I

2018

Wir gewinnen Vorteile wie mehr

Effizienz und Leistung, nicht nur

bei der Maschine, sondern

im gesamten Prozess, in den

diese Maschine eingebunden ist.

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Die Bosch-Gruppe baut ihr Industrietechnologie-Portfolio in Afrika nach und
nach weiter aus, nachdem sie die strategischen Chancen für langfristiges
Umsatzwachstum dort erkannt hat.

Eines lässt sich mit Blick auf die Zukunft jetzt schon sicher sagen:
Industrie 4.0 und das Internet der Dinge werden die Arbeitsabläufe in
Fabriken und Produktionsstätten tiefgreifend verändern.

Diese Entscheidung veranlasste uns im Februar 2018 zur
Übernahme von Hytec Holdings (Pty.) Ltd in Johannesburg.

Ein natürlicher Schritt auf dem Weg in die

Zukunft

Hytec gehört zu unseren langjährigen Partnern und ist auf
die Vermarktung von Hydraulik- und Automationslösungen
spezialisiert. In der Region Subsahara-Afrika ist das
Unternehmen bereits der führende Anbieter auf diesem Gebiet.

Es generierte 2017 einen Umsatz von rund 86 Mio. Euro.
Die ca. 40 Standorte der Hytec Holdings befinden sich neben
Südafrika auch in Mosambik, Namibia, Sambia, Botswana,
Ghana und Kenia.

„Afrika hat für Bosch ein großes Potenzial als strategischer Markt
der Zukunft“, so Uwe Raschke, Mitglied der Geschäftsführung

Mit speziell entwickelten Trainingssystemen versuchen wir
seit Langem, Unternehmen einen Kompetenzvorsprung zu
verschaffen und sie für die Anforderungen der Zukunft zu rüsten.

Unsere Trainingslösungen bereiten Fachkräfte praxisnah auf
diese Herausforderungen vor. Sie basieren durchgängig auf
offenen Programmier- und Kommunikationsstandards, die von
zahlreichen Anbietern weltweit unterstützt werden.

Fertigungskompetenz für i4.0

Das neue Trainingssystem CPS i4.0 zum Beispiel ist auf
fertigungsnahe Tätigkeiten und IT-Aufgaben ausgerichtet.
Hard- und Software bilden eine vernetzbare Würfelmontage
ab. CPS i4.0 vermittelt zukunftsgerichtete Fertigkeiten wie das

von Bosch und zuständig für die Regionen Europa, Mittlerer
Osten und Afrika. „In den kommenden Jahren möchten wir
unseren Umsatz in Afrika deutlich steigern“, fügt Raschke hinzu.

Die Region bietet ein umfangreiches Endanwendergeschäft,
z.B. mit Wartung und Ersatzteilen für Maschinenbenutzer. Mit
der neuen Tochtergesellschaft möchten wir dieses Geschäft
weiter ausbauen. Hytec verfügt über ein gut etabliertes
Vermarktungsnetz in Subsahara-Afrika und kennt die
Anforderungen der lokalen Kunden.

„Diese exzellente regionale Marketingkompetenz kombinieren
wir mit der Produkt- und Technologiekompetenz von
Bosch Rexroth und geben so unserem Geschäft auf dem
Kontinent einen entscheidenden Impuls“, erklärt Rolf Najork,
Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG.

Talking Point

I

15

STRATEGISCHE CHANCE

Programmieren von Bewegungsabläufen in
Hochsprachen, werkstückgeleitete Produktion mittels
RFID oder die Verknüpfung von Produktionsdaten mit
ERP- und MES-Systemen.

CPS i4.0 erweitert unser Portfolio an Trainingssystemen für die
Aus- und Weiterbildung technischer Fach- und Führungskräfte
an Schulen, Hochschulen und in Unternehmen. Diese umfassen
neben Hard- und Software auch Teachware, ein Curriculum mit
informativen Übungen und entsprechende Lernmaterialien.

Unser neues Trainingssystem Cyber Physical System CPS
i4.0 deckt die gesamte Engineering-Kette ab, von der
Programmierung über die Bedienung und Überwachung bis zur
Anbindung an Cloud-basierte Dienste.

Kompetenzlücken SCHLIESSEN

So kann es zum Beispiel sein, dass die bereits erwähnten
Hersteller spezialisierter landwirtschaftlicher Fahrzeuge
ihren Schwerpunkt von der reinen Maschinenleistung
hin zur Ernteleistung verlagern, um so zur Steigerung der
Effizienz und zur Generierung neuer Märkte beizutragen.

Und je stärker sich die cloudbasierte Automatisierung
dieser Funktionen durchsetzt, desto leichter wird der
Wechsel zu einem anderen Geschäftsmodell. Tools,
Funktionen und vielleicht sogar ganze Maschinen können
auf „As-a-Service“-Basis bereitgestellt und angefordert
werden – so wie es bereits jetzt in manchen Bereichen in
der Erntezeit üblich ist.

Zusätzlich kommen noch Entwicklungen wie unsere
mobilen Konnektivitätsdienste PredictDrivetrain,
CalibrateHydraulics und NextGenSpec ins Spiel. Das führt
zu einer verbesserten Wartung und Kalibrierung, einem
besseren Lastwechsel und mehr Energieeffizienz. Auch die
Konstruktionsprozesse werden aufgrund der Verlagerung
und Verfügbarkeit der Tools in der Cloud effizienter.

Q8

Wie können dadurch neue

Geschäftsmodelle und Einnahmequellen

entstehen?

AF

Bei so einer Frage wird oft nur auf die Möglichkeiten der
vorausschauenden Wartung verwiesen. Doch das greift
meiner Ansicht nach zu kurz. Unsere Komponenten sind
so gebaut, dass Ausfälle, wenn überhaupt, erst nach einer
langen Betriebszeit vorkommen. Es braucht also Zeit, bis
hier ein echter Mehrwert generiert wird. Da muss mehr
drin sein ...

Wie wäre es deshalb mit einem Dienst, der immer dann
einen Mehrwert generiert, wenn die Maschine in Betrieb
ist? Sie haben Ihren Scheibenwischer an? Das könnte
Meteorologen interessieren. Sie baggern heute nichts
anderes als Kies? Laden Sie die optimierte Einstellung
dafür herunter. Es könnten Mikrozahlungen für die
Bereitstellung derartiger Daten eingeführt werden. Und
Betreiber könnten eine Maschine gegen einen geringen
Aufpreis in Echtzeit neu konfigurieren lassen, um so ihre
Kapazität oder Geschwindigkeit zu erhöhen.

Doch das ist nur eines von vielen denkbaren Szenarien.
Niemand kann mit Sicherheit sagen, wohin die Entwicklung
gehen und wie die Killer-Apps aussehen werden. Und
genau das macht es so spannend.

14

I

Im Fokus

AUSGABE 2

I

2018

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Die Bosch-Gruppe baut ihr Industrietechnologie-Portfolio in Afrika nach und
nach weiter aus, nachdem sie die strategischen Chancen für langfristiges
Umsatzwachstum dort erkannt hat.

Eines lässt sich mit Blick auf die Zukunft jetzt schon sicher sagen:
Industrie 4.0 und das Internet der Dinge werden die Arbeitsabläufe in
Fabriken und Produktionsstätten tiefgreifend verändern.

Diese Entscheidung veranlasste uns im Februar 2018 zur
Übernahme von Hytec Holdings (Pty.) Ltd in Johannesburg.

Ein natürlicher Schritt auf dem Weg in die

Zukunft

Hytec gehört zu unseren langjährigen Partnern und ist auf
die Vermarktung von Hydraulik- und Automationslösungen
spezialisiert. In der Region Subsahara-Afrika ist das
Unternehmen bereits der führende Anbieter auf diesem Gebiet.

Es generierte 2017 einen Umsatz von rund 86 Mio. Euro.
Die ca. 40 Standorte der Hytec Holdings befinden sich neben
Südafrika auch in Mosambik, Namibia, Sambia, Botswana,
Ghana und Kenia.

„Afrika hat für Bosch ein großes Potenzial als strategischer Markt
der Zukunft“, so Uwe Raschke, Mitglied der Geschäftsführung

Mit speziell entwickelten Trainingssystemen versuchen wir
seit Langem, Unternehmen einen Kompetenzvorsprung zu
verschaffen und sie für die Anforderungen der Zukunft zu rüsten.

Unsere Trainingslösungen bereiten Fachkräfte praxisnah auf
diese Herausforderungen vor. Sie basieren durchgängig auf
offenen Programmier- und Kommunikationsstandards, die von
zahlreichen Anbietern weltweit unterstützt werden.

Fertigungskompetenz für i4.0

Das neue Trainingssystem CPS i4.0 zum Beispiel ist auf
fertigungsnahe Tätigkeiten und IT-Aufgaben ausgerichtet.
Hard- und Software bilden eine vernetzbare Würfelmontage
ab. CPS i4.0 vermittelt zukunftsgerichtete Fertigkeiten wie das

von Bosch und zuständig für die Regionen Europa, Mittlerer
Osten und Afrika. „In den kommenden Jahren möchten wir
unseren Umsatz in Afrika deutlich steigern“, fügt Raschke hinzu.

Die Region bietet ein umfangreiches Endanwendergeschäft,
z.B. mit Wartung und Ersatzteilen für Maschinenbenutzer. Mit
der neuen Tochtergesellschaft möchten wir dieses Geschäft
weiter ausbauen. Hytec verfügt über ein gut etabliertes
Vermarktungsnetz in Subsahara-Afrika und kennt die
Anforderungen der lokalen Kunden.

„Diese exzellente regionale Marketingkompetenz kombinieren
wir mit der Produkt- und Technologiekompetenz von
Bosch Rexroth und geben so unserem Geschäft auf dem
Kontinent einen entscheidenden Impuls“, erklärt Rolf Najork,
Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG.

Talking Point

I

15

STRATEGISCHE CHANCE

Programmieren von Bewegungsabläufen in
Hochsprachen, werkstückgeleitete Produktion mittels
RFID oder die Verknüpfung von Produktionsdaten mit
ERP- und MES-Systemen.

CPS i4.0 erweitert unser Portfolio an Trainingssystemen für die
Aus- und Weiterbildung technischer Fach- und Führungskräfte
an Schulen, Hochschulen und in Unternehmen. Diese umfassen
neben Hard- und Software auch Teachware, ein Curriculum mit
informativen Übungen und entsprechende Lernmaterialien.

Unser neues Trainingssystem Cyber Physical System CPS
i4.0 deckt die gesamte Engineering-Kette ab, von der
Programmierung über die Bedienung und Überwachung bis zur
Anbindung an Cloud-basierte Dienste.

Kompetenzlücken SCHLIESSEN

Effizienz Report

I

17

Artikel von Frank Volzer

Sales, Mitteleuropa

ebenfalls in die Einheit integriert. Zur Steuerung und
Überwachung können über die integrierte Sensorik relevante
Daten wie Druck, Temperatur, Füllstand, Verschmutzung
und Volumenstrom gesammelt und dann mittels SERCOS-
oder Multi-Ethernet-Schnittstelle in Echtzeit an die
Maschinensteuerung weitergeleitet werden. Alle elektrischen
Schnittstellen sind steckbar, so dass keine Verdrahtung
notwendig ist.

„Die Anzahl unterschiedlicher Komponenten hat sich
dadurch auf drei Baugruppen reduziert“, so Georg Lörch,
Teamleiter Hardware/Fluid bei Zuse Hüller Hille. „Neben
dem CytroPac benötigen wir nur noch zwei unterschiedliche
Verteilerplatten. Da Aggregat und Verteilerblock getrennt
bestellt und im Plug-and-Play-Verfahren ausgetauscht
werden können, wird die Wartung einfacher und die
Anlagenverfügbarkeit steigt.“

Mehr Flexibilität bei geringerer

Geräuschentwicklung

Ein maßgeblicher Vorteil des CytroPac ist seine geringe
Grundschallemission. Außerdem profitiert Zuse Hüller
Hille von einer verkürzten Time-to-Market. Bei Engineering,
Komponentenverfügbarkeit und Montage ist das
Unternehmen deutlich schneller geworden. „Die ehemals
verwendeten großen Druckspeicher mit Länderkennung
verursachten einschließlich Prüfung und Dokumentation
einen mehrwöchigen Zeitaufwand, der nun komplett

entfällt“, erklärt Georg Lörch. „Wir gewinnen dadurch viel
Kapazität zurück und können sehr flexibel disponieren.“

Im nächsten Schritt möchte das Unternehmen ein Condition
Monitoring umsetzen. Mit der integrierten Industrie-4.0-
Schnittstelle sollen Daten zum Energieverbrauch und
Druckverlauf erfasst und zur Analyse an ein übergeordnetes
IT-System übertragen werden. Daraus können dann
Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.
„Dank der Unterstützung durch Bosch Rexroth sind wir
einen großen Schritt weitergekommen“, so Georg Lörch.
„Das gilt auch im Hinblick auf unsere Vision von der
autonomen Maschine, an der wir kontinuierlich arbeiten.
Intelligenz, Konnektivität und Parametrierfähigkeit sind
hierfür wichtige Schlüsselkomponenten.“

Sehen Sie sich auch die

Videos in unserem Blog an.

Zur Vereinheitlichung der Maschinenhydraulik stattet Zuse Hüller
Hille seine horizontalen Bearbeitungszentren mit unserem
frequenzgesteuerten Kompaktaggregat CytroPac aus. CytroPac
verringert Energieverbrauch und Platzbedarf, verkürzt die
Time-to-Market und liefert die nötige Intelligenz für künftige
i4.0-Anwendungen.

16

I

Effizienz Report

AUSGABE 2

I

2018

Eine frequenzgesteuerte Lösung war bislang an hohen
Investitionskosten gescheitert.

Ende 2016 stellten wir CytroPac vor, unser neu entwickeltes
Kompaktaggregat, das sowohl über einen Frequenzumrichter
mit voll verdrahteter Sensorik als auch über eine Industrie-
4.0-Schnittstelle verfügt.

Das Design eignet sich ideal für Werkzeugmaschinen,
da es nur 50 Prozent des Bauraums vergleichbarer
Aggregate benötigt und alle Komponenten in einem
Gehäuse vereint.

Kompakt und intelligent

Das von Zuse Hüller Hille ins Auge gefasste CytroPac vereint
einen drehzahlvariablen Sytronix-Pumpenantrieb mit
Frequenzumrichter, Sensorik und Datenschnittstelle
zu einem platzsparenden schaltschranklosen
Kompaktaggregat. Dank der bedarfsgerechten
Drehzahlregelung kann der Energiebedarf im Vergleich
zu konventionellen Aggregaten um bis zu 80 Prozent
gesenkt werden. Dies erleichtert Maschinenherstellern
die Einhaltung der Europäischen Ökodesign-Richtlinie
2009/125/EC und der teils noch strengeren Vorgaben der
Automobilindustrie.

Beim Ölvolumen spart das CytroPac bis zu 53 Prozent ein.
Die verbleibenden 20 Liter werden von einem Heat-Pipe-
System gekühlt. Ein entgasungsoptimierter Tank wurde

Zuse Hüller Hille ist vor allem für seine hochwertigen
horizontalen Bearbeitungszentren bekannt. Das Spektrum
reicht dabei von Einzelmaschinen bis hin zu High-End-
Lösungen für die Automobil-, Luft- und Raumfahrtbranche. Um
den Energieverbrauch der hochwertigen Werkzeugmaschinen
zu optimieren und sie fit für Industrie 4.0 zu machen, geht der
Maschinenbauer auch bei der Hydraulik neue Wege.

Ein konsolidiertes Hydrauliksystem

Die horizontalen 4- und 5-Achs-Bearbeitungszentren
der neuen NBH-Serie zeichnen sich durch eine hohe
Genauigkeit und Zerspanleistung aus. Für eine exakte
und schnelle Bearbeitung von Fahrzeug-, Flugzeug- oder
Maschinenteilen rotieren High-Speed-Motorspindeln je
nach Anforderung mit bis zu 16.000 U/min. Hochleistungs-
Getriebespindeln entfesseln bis zu 80 kW Antriebsleistung
und 2.600 Nm Drehmoment.

Für die hydraulischen Funktionen setzte der Maschinenbauer
bislang auf eine Zwei-Pumpen-Lösung für Hoch- und
Niederdruckaufgaben. Einfache Aufgaben wie Palettenwechsel
oder Werkzeugschwenken beim Kassettenmagazin werden
mit einem Systemdruck von 75 bar ausgeführt, während das
Klemmen von Werkzeugen 240 bar erfordert.

Im Hinblick auf neue Energierichtlinien und Industrie 4.0
suchte Zuse Hüller Hille nach einem wirtschaftlichen Weg,
um beide Druckbereiche über ein System abzubilden.

background image

Ein berührungsloses Transpondersystem schützt
dabei vor unautorisiertem Zugriff und regelt die
unterschiedlichen Zugriffsrechte. Die Bediener können
die Pulte einfach an den erforderlichen Stellen im Theater
anschließen und damit die Bewegungen auch optisch aus
unterschiedlichen Perspektiven kontrollieren.

Die SYB 3.0 stellt an den kompakten Bedienpulten alle
notwendigen Informationen über aktuell ablaufende
Bewegungen sowie die  Betriebszustände der gesamten
Maschinerie bereit. Übersichtliche Bildschirmmasken
zeigen die für jede Aufgabe erforderlichen Informationen
individuell in der richtigen Bildschirmansicht an.

Mehr Sicherheit

Mit dem Security Integrity Level 3 (SIL 3) entspricht die
SYB 3.0 höchsten Sicherheitsanforderungen gemäß
EN 61508 sowie weiteren nationalen Normen.
Gleichzeitig gewährleistet sie höchste Verfügbarkeit
und sorgt so für einen reibungslosen Spielbetrieb.
Die Daten der Sensoren und Antriebe werden über
zwei Achsrechner stets synchron verarbeitet.
Durch einen Kreuzvergleich können Rechnerfehler,
Probleme am Antrieb oder an der Sensorik somit
zuverlässig erkannt werden. Verschleißanzeigen zeigen
rechtzeitig das Erreichen von Toleranzen an, noch bevor
es zu Ausfällen kommt.

Fortschritte in der Bühnentechnik ermöglichen immer
anspruchsvollere Bewegungsabläufe mit einer Vielzahl
komplexer Antriebe. Die beiden Kollisionskontrollmodule
der SYB 3.0 Bühnenleittechnik unterstützen
Bühnentechniker bei dieser komplexen Aufgabe.
Das Kollisionskontrollsystem erkennt potenzielle
Zusammenstöße bereits im Voraus und verhindert
Bewegungen, die zu einer Kollision führen könnten.

Artikel von Volker Kirsch

Director of Sales, Stage Technology

Der Kollisionsassistent ist mit dem Parkassistenten im
Auto vergleichbar, der durch visuelle Signale vor einem
potenziellen Zusammenstoß warnt.

Lösung aus einer Hand

Seit mehr als vier Jahrzehnten entwickeln wir
Lösungen im Bereich der Bühnenautomatisierung für
Veranstaltungsorte weltweit. Unser Team aus erfahrenen
Spezialisten bietet dabei kompetente Unterstützung über
die gesamte Laufzeit des jeweiligen Bühnenprojekts
hinweg. So können wir unseren Kunden eine
ganzheitliche Bühnenlösung aus einer Hand mit perfekt
abgestimmten Schnittstellen zur Verfügung stellen.

SYB 3.0 kombiniert

elektrische und hydraulische

Antriebstechnik mit

modernster Steuerelektronik

und Software.

Effizienz Report

I

19

Auf der Bühne sind meist verschiedene Systeme im
Spiel. Diese arbeiten oft auf getrennten Plattformen und
bieten isolierte Lösungen für verschiedene Aufgaben.
Damit Licht- und Tontechniker, Bühnenmeister und
Prozessleittechniker eine ausgefeilte Performance auf
die Beine stellen können, ist die Kommunikation zwischen
diesen Systemen unerlässlich.

Das gilt für kleine Kammerbühnen mit wenigen Antrieben
genauso wie für umfangreiche Unter- und Obermaschinerien
großer Opernhäuser mit mehr als 1.000 Antrieben und
zahlreichen Bedienpulten.

Mehr Effizienz

Gerade im Bühnenbetrieb geht es heute mehr denn je um
effiziente Arbeitsabläufe, die dazu beitragen, Betriebskosten
zu senken. SYB 3.0 ermöglicht durch 3D-Simulation,
einfache Bedienung und zusätzliche Funktionalität minimale
Rüstzeiten. Das System ermöglicht es, dass mehrere
Personen gleichzeitig an verschiedenen Vorstellungen
arbeiten. So können Bewegungsabläufe von einem oder
mehreren Bedienern programmiert werden, während
jemand anders parallel die Fahrbewegungen ausführt.
Diese Mehrbenutzerfähigkeit spart Zeit und erhöht
die Effizienz.

Komplexität vereinfacht

Mit den Bedienpulten haben die Nutzer vollen Zugriff auf
die umfangreichen Funktionen der SYB 3.0 und können
komplexe Bewegungsabläufe mühelos programmieren
und automatisieren. Unterschiedliche Bediener können
an mehreren Pulten der Maschinerie gleichzeitig arbeiten,
wobei das System sicherstellt, dass aktive Antriebe ihre
aktuellen Befehle nur von einem Benutzer erhalten.

Die neueste Generation unserer Bühnenleittechnik – verbindet Innovation
mit mehr als 40 Jahren Erfahrung im Bereich Bühnenautomatisierung.
SYB 3.0 steht für eine bewährte Bühnenleittechnik mit hohen
Übertragungsraten, modularer Struktur und neuen Funktionalitäten für
eine sichere und einfache Bedienung.

•  Deshalb arbeiten wir jetzt auch mit PSN

(PosiStageNet) und planen darüber hinaus
eine 3D-Simulation, z. B. von disguise.one, in
unser System zu integrieren.

•  Eine Anbindung des Stage-Manager-Pults

via SACN (Streaming ACN) haben wir
bereits realisiert.

Für kleine und große Produktionen

SYB 3.0 kombiniert elektrische und hydraulische
Antriebstechnik mit modernster Steuerelektronik und
Software – für eine optimale und sichere Steuerung der
Bühnenmaschinerie. Durch den modularen, für
dezentrale Systemarchitekturen entwickelten Aufbau-
ist sie den individuellen Anforderungen jeder Bühne
problemlos gewachsen.

18

I

Effizienz Report

AUSGABE 2

I

2018

HAUPTDARSTELLER AUF DER

TECHNOLOGIEBÜHNE

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den zugrunde liegenden Prozess miteinzubeziehen, um
ähnliche Probleme in Zukunft zu vermeiden.

Zu diesem Schluss kamen auch die Ingenieure von
Bosch Rexroth. Unser IoT Exploration Team aus IoT-
Lösungsarchitekten, Technologie-Scouts und Industrie-
und IT-Technologieexperten entwickelte deshalb ein
Serviceportfolio für OEE Improve! IoT Services.

Die allgemeine Anlageneffizienz (Overall Equipment
Effectiveness, OEE) ist der wichtigste KPI moderner
Fertigungssysteme und setzt sich zusammen
aus Prozessleistung, Produktqualität und
maximaler Verfügbarkeit.

Ein explorativer, innovativer  Ansatz

Da Kundenorientierung und eine schnelle Integration der
neuesten IoT-Technologien entscheidende Erfolgsfaktoren
für diese Art von Dienstleistungen sind, ist es sinnvoll, den
Weg des Herangehens an Innovationen immer wieder neu
zu hinterfragen.

Vor der Einführung unserer OEE Improve! IoT Services auf
der Hannover Messe 2018 führte ein Consult & Connect
Team eine Reihe von Projekten durch, um sich mit Kunden
abzustimmen und Anwendungsfälle und Anforderungsprofile
zu erstellen. Mittlerweile erarbeitet unser Team mithilfe von

Effizienz Report

I

21

IHRER PROZESSE?

GESUNDHEITSCHECK

Lean-Startup-Methoden gemeinsam mit unseren Kunden
einen neuen Service und versucht, die Anforderungen
potenzieller Anwender noch besser zu verstehen. Neue
Erkenntnisse werden direkt in laufende Aktivitäten integriert
und dann getestet. Durch die enge Zusammenarbeit
mit den Kunden kann unser Team Technologie- und
Geschäftslösungen so noch kundenspezifischer entwickeln.
Ziel ist es, basierend auf vorhandener Hardware und
Software und durch Nutzung der Bosch-Ressourcen
Optionen für neue Services zu untersuchen.

Dabei verfolgen wir einen offenen, explorativen Ansatz,
um potenzielle Technologien ausfindig zu machen und
Feedback zu erhalten. Auf der Bosch Connected
Experience 2018 waren beispielsweise Entwickler und
Partner dazu eingeladen, eigene Lösungen mit den
verfügbaren Tools zu „hacken“.

Erklärtes Ziel unseres Consult & Connect Teams ist es,
deutlich schneller als bisher vom Prototyp zum Minimal
Viable Product (MVP) – und somit zu einer potenziellen
Lösung – zu gelangen und so von Anfang an einen
entscheidenden Mehrwert für unsere Kunden zu generieren.

OEE Improve! Insights

Für Fertigungsunternehmen, die sich genauer mit ihren OEE-Herausforderungen befassen und das Potenzial von IoT-Technologien
prüfen wollen, ist OEE Improve! Insights genau die richtige Lösung. Durch eine kontinuierliche Optimierung Ihrer OEE können Sie die
Verfügbarkeit Ihrer Anlagen, die Leistungsfähigkeit Ihrer Fertigungsprozesse und die Qualität Ihrer Produkte deutlich erhöhen.

OEE Improve! Insights arbeitet mit intelligenten Funksensoren und gibt Ihnen so schnell und einfach Auskunft über die kritischen
Teile Ihres Maschinenbestands. Damit erhalten Sie eine Ausgangsbasis für eine kontinuierliche Verbesserung. Das Kit ist individuell
anpassbar und wird in Form einer Plug-and-Play-Lösung implementiert.

Weitere Informationen über OEE Improve! Insights finden Sie unter www.oee-improve.com

Bei Bosch Rexroth gehen wir neue
Wege, nicht nur mit innovativen
neuen Technologien, sondern auch
mit neuen Geschäftsmodellen.

20

I

Effizienz Report

AUSGABE 2

I

2018

ZEIT FÜR EINEN

IHRER PROZESSE?

GESUNDHEITSCHECK

Artikel von Volker Jesberger

Industrial IoT Solution Sales,

Consult & Connect

und Marcus Kiesslich

Head of Product Management,

Joining Technology

Manchmal finden wir neue und bessere Wege, die Dinge
zu tun, indem wir einen Schritt zurücktreten und uns die
Prozesse von dort aus anschauen. Und das Resultat sind
dann effizientere, kostengünstigere Lösungen, die Herstellern
einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Ausgaben begrenzen und

Qualität erhalten

Warum ganze Maschinen kaufen und Kapital binden,
wenn man nur einen Prozessschritt benötigt? Immer mehr
Fertigungsunternehmen stellen sich diese Frage. Bisher war
die Antwort klar, denn Prozesssteuerung und -optimierung
war nur mit eigenen Maschinen möglich. Doch das ist
nicht mehr zwangsläufig der Fall, wie das Beispiel unserer
Schraubtechnik beweist:

Nach einem erfolgreich durchgeführten technischen
Machbarkeitsnachweis prüfen wir nun die Möglichkeit,
unseren Nexo i4.0 Funk-Akkuschrauber über ein
nutzungsbasiertes Abrechnungsmodell anzubieten. Indem
wir alle Prozessdaten erfassen, in Echtzeit verarbeiten und
die Daten für jede einzelne Schraubung speichern, könnten
wir unseren Kunden eine Bezahlung pro durchgeführtem
Schraubvorgang ermöglichen.

Daneben untersuchen wir noch weitere Möglichkeiten,
um unseren Kunden durch neue Finanzierungsmodelle
für Fertigungsressourcen einen Wettbewerbsvorteil
zu verschaffen. Dieser nutzungsbasierte Ansatz würde
bedeuten, dass Fertigungsunternehmen von den höchsten
Qualitätsstandards und neuesten technologischen
Entwicklungen profitieren könnten, ohne die für sie oft nicht
tragbaren Anfangsinvestitionen zu leisten.

Das große Ganze im Blick

Gerade Ingenieure wissen nur zu gut, dass es sich oft lohnt,
ein Problem erst einmal aus der Distanz zu betrachten, um
seine ganze Tragweite besser erfassen zu können. Es geht
also nicht nur darum, Fehler punktuell zu beheben, sondern

background image

Sie suchen eine einfache,
flexible und kostengünstige
Steuerungslösung für Ihre Handling-
und Robotik-Systeme? Wir geben
Ihnen die Zukunft an die Hand.

Hersteller von Handling- und Robotik-Lösungen sehen
sich heutzutage hohen Ansprüchen ausgesetzt. Sie sollen
nicht nur robuste und benutzerfreundliche Lösungen zu
wettbewerbsfähigen Preisen anbieten, sondern dabei auch
noch höchste Präzisions- und Produktivitätsanforderungen
erfüllen. Doch damit nicht genug: Ihre Kunden erwarten auch
kurze Lieferzeiten, bewährte Technologien sowie leicht zu
bedienende Lösungen, die bei Bedarf schnell an veränderte
Formate oder Prozesse angepasst werden können.

Minimale Investition bei maximaler Effizienz

Mit unserer wirtschaftlichen Lösung, die einen
leistungsstarken Motion-Controller mit modernster
Webtechnologie und intelligenten Mehrwertfunktionen
vereint, helfen wir Herstellern, diesen hohen Anforderungen
gerecht zu werden. Die Einrichtung und notwendige
Anpassungen können mit jedem kommerziellen Standard-
Tablet durchgeführt werden. Das macht unseren Ansatz noch
wettbewerbsfähiger und benutzerfreundlicher.

Die Lösung besteht aus unserer bewährten
Industriesteuerung MLC, einem integrierten Webserver
und einer eigens entwickelten Halterung für ein Tablet,
das als Handheld-Gerät für Training, Programmierung

und Visualisierung verwendet werden kann. Weitere
Grundkomponenten sind: kompakte Servomotoren
und Antriebe für die kinematischen Bewegungen sowie
Sicherheitsfunktionen für den Anschluss und die
Befestigung von Tablet und Halterung. Hinzu kommen
optionale mechanische Komponenten, wie z. B. Greifer und
Linearmodule mit Riemen- oder Kugelgewindetrieb.

Zentrale Merkmale der Lösung sind:

•  Einfache Bedienung: Die grafische Programmierung

macht die Lösung leicht bedienbar. Um etwa eine Achse
von Punkt A zu Punkt B zu bewegen, müssen nur die
Start- und Endpositionen sowie eine Verbindungslinie
eingegeben werden.

•  Flexible Kalibrierung: Prozesse und Formate können

flexibel angepasst werden. Eine spezielle Funktion kann
beispielsweise unerwünschten Vibrationen bei der
Bewegung empfindlicher Teile entgegenwirken. Das
verlängert auch die Lebensdauer der Geräte.

•  Einfache Inbetriebnahme: Das gespeicherte Parameter-

Set und damit alle Kenndaten der Mechanik werden

Intelligent View

I

23

MOTION CONTROL

in Ihrer Hand

Ein digitaler Zwilling sollte ein
nahezu identisches Abbild seines
real existierenden Gegenübers sein.
Wie geht das?

22

I

Effizienz Report

AUSGABE 2

I

2018

Ihr

VIRTUELLES

SPIEGELBILD

Artikel von Dr. Karsten Kreusch

Product Management, CNC Systems

Virtuelle Abbilder von Fertigungsprozessen können einem
Hersteller nur dann aussagekräftige Ergebnisse liefern, wenn
sie innerhalb derselben Parameter arbeiten wie die von ihnen
replizierten realen Fertigungsanlagen, und wenn sie auf dieselben
Daten zugreifen.

In Zusammenarbeit mit den Softwareanbietern ModuleWorks
und OPUS demonstriert Bosch Rexroth, dass unsere MTX CNC-
Simulationslösungen nahtlos in den CAD/CAM-Prozess integriert
werden können.

Simulationsmöglichkeiten

Bislang übliche Verfahren für CNC-Simulationen sind:
•  Emulation der CNC-Funktionalität durch den Softwareanbieter

des Programmier- oder Simulationssystems

•  Nutzung der ursprünglichen CNC-Funktionalität in Form einer

virtuellen, PC-fähigen CNC

•  Echtzeitverknüpfung eines realen CNC-Systems mit einem

Simulations-PC (Hardware-in-the-Loop, HiL)

Mit dem ersten Verfahren können zwar
Standardsteuerungsprozesse genau reproduziert werden, dagegen
sind speziell für die Optimierung von Bearbeitungsprozessen
relevante CNC-Funktionen wie die Spline-Interpolation in der
Regel nicht verfügbar. Das dritte Verfahren wiederum bietet
eine hohe Qualität, ist unter Umständen jedoch zu kompliziert für
die Arbeitsplanung.

Grenzen überwinden

Für das zweite Verfahren – die CNC-Simulation auf Basis einer
virtuellen CNC – wird eine mit der realen CNC nahezu identische
Software verwendet, die den vollen Funktionsumfang besitzt und
so die Grenzen konventioneller Steuerungsmodelle überwindet.

Bosch Rexroth bietet eine eigene Lösung als virtuelle
Maschinensimulation für sein CNC-System MTX. Diese
beinhaltet neben der kompletten CNC-Kernel-Funktionalität

und der ursprünglichen Mensch-Maschine-Schnittstelle auch
eine 3D-Umgebung für virtuelle Inbetriebnahmen und Tests von
Maschinen sowie Offline-Simulationen der gesamten Maschine
und des Bearbeitungsprozesses.

Der MTX-Ansatz basiert auf offenen oder standardisierten
Schnittstellen. In Zusammenarbeit mit den CAD/CAM-
Softwareanbietern ModuleWorks und OPUS wurde eine integrierte
Prozesskette für einen Anwendungsfall in einer unserer Anlagen
implementiert. Die Anwendung umfasste das Fräsen und Bohren
von Hydraulikkomponenten in einem 5-Achs-Bearbeitungszentrum
mit MTX-Steuerung.

Einfachheit und Teamarbeit

Mit der JobSetup-Schnittstelle von ModuleWorks lassen sich
die für die CNC-Programmierung in OPUS verwendeten Daten
mit minimalem Aufwand in die Rexroth MTX-Simulation
übertragen. Dies ermöglicht ein schnelles Umrüsten von
Klemmvorrichtung, Werkstücken, Werkzeugen und CNC-
Programmen der virtuellen Maschine.

Dank der Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern ist
es uns gelungen, eine praxisorientierte, standardbasierte
Lösung für die präzise Replikation und alle damit verbundenen
Herausforderungen zu entwickeln.

Besuchen Sie unseren neuen

Blog unter www.751.rexroth

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Kontinuierliche Verbesserung

der Time-to-Market

Wir stellen Engineeringtools und
Konfiguratoren bereit, die Sie bei
der Auswahl, Dimensionierung und
Bestellung von Lineartechnikkomponenten
und -systemen unterstützen.
Unsere eTools beschleunigen den
Dimensionierungsprozess und die
Produktsuche. Eine nahtlose Toolkette
führt Sie durch den gesamten Prozess
und verkürzt so entscheidend Ihre
Markteinführungszeiten.

Durch die laufende Weiterentwicklung
unserer Online-Konfiguratoren und
Engineeringtools sorgen wir dafür, dass
Ihnen stets die aktuellsten Tools mit den
neuesten Funktionen zur Verfügung stehen.

Intelligent View

I

25

Laden Sie sich unseren kostenlosen

Linear Motion Designer unter

www.boschrexroth.com/lmd herunter

FORT SCHRITT

IN BEWEGUNG

Das Tool gibt dem Benutzer außerdem Hinweise für eine
optimale Dimensionierung. Das neueste Update unseres
Linear Motion Designers beinhaltet darüber hinaus
zusätzliche Berechnungen für eine noch zuverlässigere
Dimensionierung. Algorithmen ermitteln das maximale
Antriebsmoment am Spindelzapfen sowie die Tragzahl
des Endlagers.

Diese Sicherheitsanfrage beugt Fehlern im Auswahlprozess
und in der Konzeption vor. Mit Abschluss der
Dimensionierung hat der Benutzer auch bereits die
technische Auslegung des Antriebs geprüft.

End-to-End-Lösungen

Der Linear Motion Designer ist ein wesentlicher Bestandteil
unserer digitalen Engineering- und Beschaffungskette.

Sobald die Dimensionierung abgeschlossen ist, kann der
Benutzer direkt zum Konfigurator wechseln, um ein
CAD-Modell zu erhalten. Diese Daten werden anschließend
automatisch gespeichert und müssen nicht nochmals manuell
eingegeben werden.

Jederzeit und überall

verfügbar

Individuell

konfigurierbar

Unser Engineering-

Know-how

Von der Konfiguration

bis zur Bestellung

Alle Daten auf

Knopfdruck verfügbar

Bedienerorientiertes,

intuitives Design

Produktinformation und -auswahl

Service und

Wartung

Anfahren und

Betrieb

Lieferung und

Inbetriebnahme

Bestellung

Kürzere

Time-to-Market

Artikel von Andreas Gryglewski

Business Development,

Motion Control Systems

aus dem Motorgeberspeicher ausgelesen, sobald ein
Servomotor an einen Antrieb angeschlossen wird. Das
Ergebnis: erhebliche Zeiteinsparungen und eine geringe
Fehleranfälligkeit.

•  Vorbeugende Wartung: Das optionale IoT-Gateway kann

zur Erfassung von Analysedaten verwendet werden und trägt
so zur kontinuierlichen Verbesserung und einer verlängerten
Lebensdauer bei.

•  Sichere Bedienung: Die Halterung unterstützt jedes

beliebige Standard-Tablet. Sie verfügt über einen Not-Halt-
Taster und einen Zustimmungsschalter. Die Visualisierung und
Bedienung des Handlingsystems ist webbasiert (HTML5) und
damit unabhängig vom Betriebssystem des Tablets.

•  Sicherheit: Eine optionale IoT-Firewall garantiert die

sichere Kommunikation zwischen Tablet und Controller. Sie
verhindert unbefugte Zugriffe auf den Controller und bietet
Schutz vor Viren, die den Controller angreifen oder sich im
IT-Netzwerk des Unternehmens ausbreiten können.

Unser Ansatz vereint Automatisierungskompetenz, moderne
Web- und IoT-Technologien sowie produktivitätssteigernde
Funktionen in einer robusten und praktischen Lösung.
Er ermöglicht Maschinenbauern und Endanwendern die
schnelle, intuitive und wirtschaftliche Implementierung einer
zuverlässigen, effizienten und flexiblen Handlinglösung.

24

I

Intelligent View

AUSGABE 2

I

2018

Einsatzbereiche

Unsere Motion-Control-Lösung eignet sich besonders für
Maschinenbauer und Endanwender, die Pick-and-Place-
Aufgaben flexibel, schnell, zuverlässig und kostengünstig
implementieren möchten. Das beinhaltet:

•  das Ein- und Ausladen von Spritzgussteilen
•  das Sortieren von Werkstücken
•  Intralogistikanwendungen aller Art

Dürfen wir vorstellen: die neueste
Version unseres Linear Motion
Designers (LMD). Sie bietet eine
verbesserte Benutzerführung,
aktualisierte Datenbanken und
zusätzliche Berechnungen für eine
zuverlässigere Dimensionierung
von Schienenführungen und
Gewindetrieben.

Der neue LMD vereinfacht den gesamten Engineeringprozess,
von der Auswahl der Komponenten bis hin zur Bestellung im
eShop.

Nahtloser Fortschritt

Dieses wichtige LMD-Update reiht sich nahtlos in unser Angebot
von Engineeringtools ein. Um Benutzern ein vertrautes „Look-
and-feel“ zu bieten, haben unsere Programmierer einen in der
Softwareentwicklung bewährten Ansatz zur Verbesserung
des Benutzererlebnisses verwendet. Auf diese Weise
konnten sie verschiedene, den Benutzern bereits bekannte
Schlüsselelemente in die Benutzeroberfläche integrieren.

Weitere Verbesserungen einschließlich einer umfangreichen
Hilfefunktion erleichtern die Bedienung und bieten nützliche
Zusatzinformationen für alle Arbeitsschritte und Eingaben.

Maßgeschneiderte Dimensionierung

Bei der Dimensionierung der mechanischen Komponenten für
Linearbewegungen gibt der Benutzer zunächst Prozessdaten
wie Dynamik, Massen und Kräfte ein. Bei diesem Schritt kann
wahlweise auch noch der erforderliche Lebenszyklus
angegeben werden.

FORT SCHRITT

background image

Unsere Machine-Learning-Algorithmen greifen am IoT-
Gateway verschiedene Sensorsignale ab, um in einer ersten
Lernphase den normalen Status einer Maschine oder
Maschinenkomponente zu bestimmen. Dabei geht es zum
Beispiel um Druck, Durchfluss, Vibration, Temperatur und
Ölqualität, je nach zu überwachender Komponente. Die
Messdaten werden in der Auswertung berücksichtigt, mit
unserem Know-how kombiniert und daraus ein spezifischer
Status ermittelt, inklusive realistischer Toleranzen zur
Reduzierung von Fehlalarmen. Der Trend wird durch
menschliche Experten überwacht. Diese werden die
notwendigen Maßnahmen ermitteln, wenn eine Abweichung
vom Trend beobachtet wird.

ODiN Predictive Maintenance wird weltweit bereits in
zahlreichen Branchen eingesetzt, z. B. in der Metallurgie,
der Papier-, Zellstoff- und gummiverarbeitenden Industrie
sowie in der Bergbauindustrie. Weitere Industriezweige
zeigen sich ebenfalls interessiert, denn: Die Möglichkeit
einer derartigen Zeit-, Kosten- und Effizienzoptimierung
ist für jeden Bereich attraktiv. Zudem arbeiten wir derzeit
an der Entwicklung datenbasierter Services als Zusatz zur
vorausschauenden Wartung – eine weitere Chance für die
Industrie in der Zukunft.

Innovative Outlook

I

27

AUSFALLZ EITEN

KEINE

Option sind

Artikel von Dr. Tapio Torikka

Director, Data Lab

Buderus Guss – ein Erfolgsbeispiel

Als europäischer Marktführer für PKW-Bremsscheiben fertigt
Buderus Guss an seinem Standort in Deutschland jährlich
20 Millionen Gussteile. Die Produktionskette seiner Gießerei
umfasst fünf hochautomatisierte Fertigungsanlagen. Die
Pumpe einer Anlage ist immer eine kritische Komponente,
deren Ausfall die Produktion bis zu acht Stunden lang
unterbrechen kann.

Das Unternehmen beschloss deshalb mit unserer
Unterstützung verschiedene Maßnahmen, wie z. B.
die Installation von Sensoren für eine kontinuierliche
Überwachung. Ein vorausschauendes Warnsystem sollte
dafür sorgen, dass nötigenfalls im produktionsfreien
Wartungsfenster am Wochenende ein geplanter Austausch
stattfinden kann.

Mithilfe von ODiN wurde eine zustandsbasierte
Wartungsstrategie umgesetzt, mit der eine maximale
Nutzungsdauer der Motoren und Pumpen bei minimalem
Ausfallrisiko erreicht werden kann. Das Servicepaket
setzt auf eine Kombination aus Sensoren, cloudbasierten
Anwendungen und Machine-Learning-Methoden, um
kritische Fehler oder signifikante Abweichungen vom
normalen Betriebszustand im Voraus zu erkennen und
eine rechtzeitige Warnung auszugeben. Die bei Buderus
Guss installierten Sensoren von Rexroth erfassen jetzt
auch Messdaten zur Pumpenvibration und Ölqualität. Das
Servicepaket bestand aus einer Erstberatung sowie der
Konzeption und Installation der Messtechnik, einschließlich
Schaltschrank und optimaler Verkabelung.

Die Messdaten werden in Echtzeit erfasst, unter
Einhaltung der gesetzlichen Sicherheitsvorschriften
über mobile Kommunikationssysteme an ein
Hochsicherheitsrechenzentrum bei Bosch weitergeleitet
und dort mittels selbstlernender Algorithmen und Big-Data-
Analysen ausgewertet.

Mit beeindruckendem Erfolg: Während bei den bisherigen
Notfallreparaturen die ungeplante Ausfallzeit noch bei ca.
acht Stunden lag, konnte sie jetzt um 50 Prozent auf vier
Stunden reduziert werden.

Angesichts dieser positiven Ergebnisse will Buderus Guss
nun das Programm erweitern, eine vorausschauende
Wartung einführen und ODiN bei weiteren Fertigungsanlagen
implementieren. Das Unternehmen bezeichnet die
vorausschauende Wartung als ein wesentliches Element
seiner Strategie für die Industrie 4.0.

PLAN A:

Komponenten bis zur nächsten

Störung laufen lassen? Nein.

PLAN B:

Komponenten unnötigerweise

austauschen? Nein.

PLAN C:

Intelligente Technologie einsetzen? Ja!

26

I

Innovative Outlook

AUSGABE 2

I

2018

Gerade bei Großanlagen, die kontinuierlich in Betrieb sind,
bringen Maschinenausfälle extrem hohe Kosten mit sich. Doch
nicht nur der Ausfall selbst verursacht Verluste, sondern auch
die in der Folge eingeschränkte Leistung, bis die Anlage wieder
ihre volle Produktionskapazität erreicht hat.

Hinzu kommen oft hohe Kosten für Notdiensteinsätze. Doch
die Betreiber haben keine andere Wahl: sie bezahlen. Denn die
Alternative, ein längerer Stillstand der Maschinen, ist
keine Option.

Diesem wirtschaftlichen Risiko versuchen viele Betreiber
entgegenzuwirken, indem sie kritische Bauteile in festen
Wartungsintervallen vorsorglich austauschen. Dieser Ansatz
mag Ausfälle reduzieren, bedeutet jedoch auch, dass viele,
teilweise sehr teure Bauteile viel häufiger gewechselt werden
als notwendig.

Ausfallzeiten minimieren, Output maximieren

ODiN (Online Diagnostics Network) Predictive Maintenance
ist ein Servicepaket von Bosch Rexroth, das Ausfallzeiten
und unnötige vorsorgliche Komponentenwechsel
minimiert und den Output erhöht. Wir setzen dabei auf
hochentwickelte Algorithmen, unsere Branchenkompetenz
und unsere Serviceangebote, um die Maschinenverfügbarkeit
zu verbessern.

AUSFALLZ EITEN

KEINE

Option sind

WENN

background image

Verbesserte Funktionen sind immer ein Gewinn, insbesondere, wenn sie sich ohne

kostspielige Zusatzkomponenten realisieren lassen. Genau deshalb stößt unser

neuestes Hochleistungsbremssystem (HLB) im Gabelstaplersektor auf großes

Interesse, denn es spart Bauraum, reduziert die Komplexität und optimiert die

Fahrstabilität von Gabelstaplern mit hydrostatischem Fahrantrieb.

Hochleistungsbremsen (HLB) sind ein gutes Beispiel dafür,
wie unsere technologischen Lösungen auch in alternativen
Anwendungen zum Einsatz kommen können. Ursprünglich
für andere hydrostatische Fahrzeugtypen entwickelt,
verkürzen HLB jetzt auch bei Gabelstaplern den Bremsweg,
gewährleisten eine optimale Fahrstabilität und verhindern
ein Überdrehen des Dieselmotors.

abgebildet werden. Gabelstaplerhersteller können so auf
Zusatzkomponenten verzichten. Das spart Bauraum und
Kosten und reduziert die Komplexität.

Alle Vorteile ohne teure

Zusatzkomponenten

Beim Hochleistungsbremsen erfolgt proportional
zum Bremspedalweg ein Ausschwenken der Motoren.
Gebremst wird in dieser Situation primär durch eine
Abstützung auf den Dieselmotor und sekundär gegen die
Druckbegrenzungsventile.

Die Vorteile von HLB auf einen Blick:

•  Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen für

Betriebs- und Kombinationsbremsanlagen

•  Hohe Bremsleistung bei guter Dosierbarkeit
•  Bestmögliche Ausnutzung des Dieselstützmoments
•  Integrierter Überdrehzahlschutz für Dieselmotoren

Sicher in jeder Hinsicht

I

29

Artikel von Olaf Marshall

Communications Manager

Eine

neue

Dimension

des Bremsens

Unser HLB-System ermöglicht eine maximale Abbremsung
bei optimaler Bedienbarkeit und Sicherheit. Bosch
Rexroth hat diese Lösung nun für die Anforderungen von
Gabelstaplern optimiert. Es sind keine Zusatzkomponenten
erforderlich. Gabelstapler mit einer Betriebsfunktion
für Vor- und Rückwärtsfahrten müssen lediglich mit
hydraulischen Serienkomponenten in Verbindung mit einer
speziellen Steuerungssoftware ausgestattet werden.

Bremsen stellt beim Gabelstapler eine hochzyklische
Funktion dar. Häufige Rangierfahrten, Beschleunigen und
Abbremsen sind Teil des normalen Betriebs. Daher sind
HLB in Gabelstaplern nicht als reine Notbremsfunktion,
sondern als Betriebsfunktion abgebildet. Sie liefern
sowohl beim Vorwärts- als auch beim Rückwärtsfahren
die gleiche Bremsleistung.

So funktionieren Hochleistungsbremsen

Voraussetzung ist ein hydrostatischer Fahrantrieb.
Beim Hochleistungsbremsen nutzt ein Algorithmus die
Durchschwenkbarkeit unserer Hydromotoren gezielt aus
und baut den Hauptteil der Bremsenergie vollständig über
die Hochdruckventile der Axialkolbenverstellpumpe A4VG
ab. Die Druckabschneidung muss hierfür elektronisch

Diese Druckbegrenzungsventile werden standardmäßig
in unseren Pumpen für den geschlossenen Kreislauf
eingesetzt. So wird der über die Motoren aufgebaute Druck
im hydrostatischen System für die Bremsung genutzt.
Die Gesamtbremsleistung liegt dabei deutlich über der
Antriebsleistung des hydrostatischen Fahrantriebs.
Dadurch kann die hydrostatisch installierte Leistung auch
zu 100 % für die Bremsfunktion eingesetzt werden.

Camec besteht seit 25 Jahren. Wir helfen dem Unternehmen
mit neuen Möglichkeiten dabei, den stetig steigenden
Erwartungen seiner Kunden gerecht zu werden. „Zu den
Spezialgebieten von Camec gehören Präzisionsbearbeitung und
Qualitätsmontage, doch die wahre Stärke des Unternehmens
liegt in seiner Philosophie“, erklärt Barbara Lombardo, Sales
and Marketing Manager bei Camec. „Unser Ziel ist es nicht,
eine Recyclingmaschine zu verkaufen, sondern eine Lösung zur
Verfügung zu stellen, die den Kunden zufriedenstellt.“

Innovation, die verbindet

In der Zeit, als unsere Partnerschaft entstand, ging es um
effektive Lösungen für einen sich entwickelnden Markt. Im Jahr
2017 wurde Camec auf unseren Hydraulikmotor aufmerksam.
„Es machte uns neugierig, als wir von den kompakten Motoren
hörten, die ohne Getriebe dieselbe Leistung bringen sollten
wie bisherige Lösungen“, so Lombardo weiter. Begeistert
von den potenziellen Möglichkeiten beauftragte Camec uns
damit, rechtzeitig zur Green-Technology-Messe Ecomondo
einen Motor zu liefern. „Wir wollten uns auf der Messe mit
erstklassigen Lieferanten präsentieren. Als die Besucher den
Hägglunds-Motor auf der Ecomondo sahen, waren sie wirklich
beeindruckt“, freut sich Lombardo.

Technische Spitzenleistungen

Seither kommen Hägglunds Motoren bei Camec zum Einsatz.
Den Anfang machte eine maßgefertigte 2-in-1-Shredderlösung.
Der für das Recycling von Papierspulen und anderem Sperrmüll
ausgelegte Shredder ist mit zwei Hägglunds CA 140 Motoren auf

Hägglunds-Produkte von Bosch Rexroth kommen in den härtesten
Umgebungen zum Einsatz. Sie zeichnen sich durch eine besonders flexible
und zuverlässige Leistung und eine extrem leichte und kompakte Bauweise
aus. Deshalb wandte sich der italienische Recyclingspezialist Camec an
uns, um seine maßgefertigten 2-in-1-Shredder-Recyclinglösungen mit einem
Hägglunds-Motor ausstatten zu lassen.

der einen und zwei Hägglunds CA 210 Motoren auf der anderen
Seite ausgestattet. Die Motoren im jeweiligen Set können für
maximale Leistung gleichzeitig betrieben werden – oder einzeln
im Freilauf, was für zusätzliche Flexibilität sorgt.

„Unsere technische Abteilung entschied sich nach Prüfung der
Alternativen für die getriebelosen Hägglunds-Hydraulikmotoren,
weil sie allen Platz- und Getriebeproblemen ein Ende machen“,
erklärt Lombardo.

Drei Marken. Eine Vision.

Die Hägglunds-Motoren werden laut Barbara Lombardo auch
in Zukunft einen festen Platz in Recyclinglösungen von Camec
haben, dank ihrer Kompaktheit, ihres Drehmoments und der
stufenlosen Drehzahlanpassung. „Durch die Hägglunds-Motoren
werden unsere eigenen Maschinen noch vielseitiger – ein sehr
wichtiger Aspekt im Hinblick auf neue Anforderungen
unserer Kunden.“

„Man merkt, dass Bosch Rexroth von den Hägglunds-Produkten
überzeugt ist, so wie wir von unseren Produkten überzeugt
sind. Camec, Rexroth und Hägglunds sind drei starke
Marken, die gemeinsam sehr viel erreichen können“, so
Lombardo abschließend.

Artikel von Niklas Eriksson

Sector Manager, Recycling

DIE              RECYCLING

CHALLENGE

28

I

Talking Point

AUSGABE 2

I

2018

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Dennis Gignac, Director of Engineering bei BW Papersystems - Zerand (links), und
Bipin Sen, Regional Sales Manager bei Bosch Rexroth

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das vollständige Whitepaper

zu lesen, oder besuchen Sie

www.751.rexroth

Artikel von Tim Loria

Principle Engineer

MIT SICHERHEIT EINEN ECHTEN

MEHRWERT SCHAFFEN

Wir sprachen mit Dennis Gignac, Director of Engineering
bei BW Papersystems - Zerand, der bestätigte, dass
Sicherheitsfunktionen wie SafeMotion und SafeLogic seinem
Unternehmen nicht nur deutliche Produktivitätssteigerungen,
sondern auch die Einhaltung  internationaler
Sicherheitsstandards ermöglicht haben.

Q1

Welche Risiken sind typisch für

Ihre Branche?

DG

In der Papierverarbeitung haben wir es sowohl mit den
typischen Gefahren einer Industrieumgebung als auch
mit branchenspezifischen Risiken zu tun, z. B. durch
schnell bewegte Papierbahnen, Walzeneinzüge,
automatisierte Zyklen, starke Geräuschbelastung
und Mehrmaschinenbetrieb.

Q2

Worin bestand die größte Herausforderung?

DG

Die Maschinensicherheit musste in das Design des
Steuerungssystems integriert werden, ohne unsere
Konstrukteure mit zusätzlichen Hardware- und
Softwarebausteinen zu belasten. Wir benötigten also eine
Sicherheitsimplementierung, die das Standardsystem für
die Steuerung und den Betrieb unserer Maschinen in der
Produktion weitgehend unverändert lassen sollte.

Q3

Welches Feedback haben Sie von Ihren

Kunden erhalten?

DG

Unsere Kunden zeigten sich angenehm überrascht,
dass integrierte Sicherheit nicht unbedingt ein Zeit- und

Kostenfaktor sein muss. Die Anfangsinvestition macht
sich von selbst bezahlt, indem sie Arbeitsunfälle und
Produktionsausfälle vermeidet.

Q4

Was haben Sie mit den gewonnenen

Maschinensicherheitsdaten vor?

DG

Wir können damit den Sicherheitsstatus unserer Maschinen
anzeigen lassen und kontinuierlich überwachen. Dadurch
sind die Bediener in der Lage, die Funktionalität jeder
Sicherheitseinrichtung zu überprüfen. In Zukunft möchten
wir unseren Kunden mithilfe einer webbasierten
Anwendung den Remote-Zugriff auf Sicherheitsstatus und
-berichte ermöglichen.

Als weltweit führender Anbieter von Stanzmaschinen und
Lösungen für die papierverarbeitende Industrie bestätigt
BW Papersystems - Zerand mit seinen Aussagen die
enormen Vorteile, die integrierte Sicherheitsfunktionen in
Industrieanwendungen bieten.

Sicher in jeder Hinsicht

I

31

MASCHINENSICHERHEIT  ALS

WETTBEWERBS VORTEIL

ist der Schlüssel zu mehr Effizienz – neue
Sicherheitsfunktionen erhöhen die
Maschinenverfügbarkeit, weil sie durch Neustarts
verursachte Ausfallzeiten reduzieren.

durch Sicherheitsfunktionen, die Safety-Ethernet-
Protokolle wie CIP Safety on Sercos verwenden. Alle
Sicherheitsdaten werden über dasselbe Kabel übertragen
wie die Bewegungsbefehle. Dadurch hat der Benutzer
eine bessere Übersicht über die Funktionen des gesamten
Systems und die Inbetriebnahme wird erheblich
beschleunigt, weil weniger Kabel und Komponenten
notwendig sind. Die Sicherheitsdiagnostik ist bereits
integriert. Das erleichtert Benutzern das Entdecken
von Verkabelungsfehlern.

wird erreicht, indem der Prozess nicht abrupt, sondern
kontrolliert gestoppt wird. Die Maschine kann dann die
Produktion fortsetzen, ohne das Material neu ausrichten
und die Teile verschrotten zu müssen, das bei Aktivierung
des sicheren Zustands nicht freigegeben wurde.

ist ein Vorteil der direkt im Motor integrierten
Sicherheitsfunktionen. Der Platzbedarf einer Maschine
sinkt , die Effizienz steigt. Schaltschrankfreie Technik,
wie unser IndraDrive Mi, bietet die notwendigen
Funktionen, um Maschinen schlanker, sicherer und
produktiver zu machen.

ist das oberste Gebot. Richtig angewendet, senkt
Maschinensicherheit aber nicht nur das Unfallrisiko, sondern
steigert gleichzeitig die Effizienz der Maschine. Unternehmen
profitieren also in zweierlei Hinsicht. Wird beispielsweise
ein Bediener bei laufender Produktion verletzt, kann die
Maschine so lange nicht benutzt werden, bis der Unfall
untersucht worden ist.

sind eine direkte Folge der Sicherheitsfunktionalität. Sie
verhindert zum Beispiel, dass der Bediener eine falsche
Maschinendrehzahl wählt, die interne Komponenten
beschädigen und Maschinenstillstand herbeiführen könnte.
Auch im Normalbetrieb ist eine Maschine damit besser vor
mechanischen oder elektrischen Beschädigungen geschützt.

Die Zeichen stehen auf Effizienz

In der Fabrik der Zukunft können Maschinen- und
Prozesseffizienz  weiter verbessert werden. Analysen
der Sicherheitsdaten ermöglichen ein noch besser
gesichertes Arbeitsumfeld. Mithilfe benutzerspezifischer
Informationen wie Biometriedaten, Qualifikationen oder
Spracheinstellungen können Maschinen so programmiert
werden, dass sie genau auf die Anforderungen des
jeweiligen Bedieners zugeschnitten sind. Verletzungen durch
bestimmte Bewegungen oder ergonomische Probleme
können ausgeschlossen werden, indem die Maschine auf
die Körpergröße und die Reichweite des jeweiligen
Bedieners eingestellt wird. Bestimmte Abläufe oder
Tätigkeiten können entsprechend der Qualifikation des
Bedieners eingeschränkt und die digitale Benutzerführung
auf die jeweilige Muttersprache eingestellt werden. Darüber
hinaus können Daten zur Validierung der Risikobewertung
verwendet und sogar unsichere Zustände oder Ereignisse
vorhergesagt werden.

1

Maximale Verfügbarkeit

2

Vereinfachte Fehlerbehebung

3

Ausschussreduzierung

4

Platzersparnis

5

Die Sicherheit des Bedieners

6

Reduzierte Maschinenschäden

Sechs Gründe, warum Sicherheitsfunktionen nicht nur die Arbeitssicherheit
verbessern, sondern auch für mehr Produktivität sorgen:

30

I

Sicher in jeder Hinsicht

AUSGABE 2

I

2018

MASCHINENSICHERHEIT  ALS

WETTBEWERBS VORTEIL

background image

Die mit einer Druckkraft von 17.000 Tonnen ausgestattete
Presse von TS Plzeň ist das Ergebnis der engen
Zusammenarbeit zwischen dem tschechischen
Pressenhersteller und unserer Landesgesellschaft in der
Tschechischen Republik.

Ein klarer Wettbewerbsvorteil

Die mit unserem fortschrittlichen Hydrauliksystem
ausgestattete CKV 170 MN Schmiedepresse steht in
einer neu gebauten Halle im Fertigungskomplex für
Ingotverarbeitung. Die hochmoderne Presse ersetzt ihre
13.000-Tonnen-Vorgängerin nach 35 Jahren Betrieb.

Mit der neu installierten Technik erweitert Doosan deutlich
die Kapazität und die technologischen Möglichkeiten
seiner Schmiede. Das bedeutet z. B. bei der Fertigung von
Kraftwerksbauelementen einen deutlichen Marktvorteil
gegenüber seinen Wettbewerbern.

Leistungsstarke Lösungen

I

33

Für einen fehlerfreien, energiesparenden

Betrieb

Die installierte Geräteleistung liegt bei 8,25 MW. Die
maximale Fördermenge der Pumpeneinheiten mit A4VBO
Doppelpumpen beträgt 14.000 L/min, der maximale
Betriebsdruck des Hydrauliksystems 420 bar.

Das von uns als Bestandteil der Lösung gelieferte
Hydrauliksystem wurde speziell für höchste Zuverlässigkeit
entwickelt und garantiert einen fehlerfreien,
energiesparenden Betrieb. Unser Hydrauliksystem
verwendet Verteilerblöcke, die mit Logik und
Proportionalventilen der neuesten Generation ausgestattet
sind. Um die notwendigen Geräteparameter zu erreichen,
war der Einsatz von Komponenten mit einer Nennweite bis zu
DN 250 erforderlich.

Artikel von Zdeněk Darebník

Sales Manager

Für Höchstleistungen entwickelt

Mit der neuen Presse verfügt Doosan jetzt über einen
29 Meter hohen, 9 Meter breiten und 7.000 Tonnen schweren
Giganten der CKV-Serie in robuster Viersäulenbauweise.
Die in den Oberholm integrierten drei Presszylinder sind mit
ihrem Kolben an den Laufholm angeschlossen, der in den
Buchsen an den Säulen geführt wird. Am Unterholm ist ein
längs verschiebbarer Schmiedetisch mit einer Führung zur
Aufnahme von Gesenken angeordnet.

Als Mitglieder des Projektteams waren wir verantwortlich
für die Bereitstellung des kompletten Hydrauliksystems.
Dies bestand aus den Pumpeneinheiten sowie dem
dazugehörigen Steuerungszubehör, Blöcken für die
Verteilung des Betriebsmittels von den Hauptpumpen,
einem Block für die Arbeitszylinder, einem Block für
die Rückzugsbewegung des Holms und Blöcken für das
Verschieben des Schmiedetischs, die Betätigung der
Klemmvorrichtung und die Drehung der Gesenke.

Enge Zusammenarbeit

Die einzelnen von uns für das Projekt bereitgestellten
Elemente des Hydraulikkreislaufs wurden vom
Pressenhersteller TS Plzeň angeschlossen. Dafür war
während des gesamten Fertigungsprozesses und bis zur
Fertigstellung und Inbetriebnahme der Presse eine enge
Zusammenarbeit zwischen beiden Partnern erforderlich.

Die erfolgreiche Partnerschaft mit Bosch Rexroth hat einen
wesentlichen Beitrag zum weltweiten Ansehen von
TS Plzeň geleistet und beweist, dass das Unternehmen die
drei zentralen Anforderungen seiner Kunden – Funktionalität,
Zuverlässigkeit und hohe Produktivität – optimal erfüllt.

Der Hydraulikantrieb erforderte während des gesamten Prozesses, von der
Konzeption und Entwicklung bis hin zur Lieferung, eine enge Zusammenarbeit.

Die neu installierte CKV 170 MN bietet deutlich mehr Kapazität und
technologische Möglichkeiten.

Eine neu installierte Schmiedepresse ermöglicht dem südkoreanischen

Unternehmen Doosan Heavy Industries & Construction Kapazitätssteigerungen

und erweiterte technologische Möglichkeiten.

32

I

Leistungsstarke Lösungen

AUSGABE 2

I

2018

DIE KONKURRENZ AUS

background image

Das

Warten

hat ein

Impressum

7:51 ist das Magazin von Bosch Rexroth

Herausgeber

:

Bosch Rexroth AG

Corporate Marketing
Erik Snoeijen (verantwortlich)
97816 Lohr am Main, Deutschland
ISSN 1618-5390-02-2018, Materialnummer R999001377

Chefredaktion

: Jeroen Brands, +31 411 65 1552

jeroen.brands@boschrexroth.nl

7:51 Blog

: www.751.rexroth

Redaktion und Gestaltung

:

Golley Slater, www.golleyslater.com,
Corrina Hinchliffe (Herausgeberin),
Ben Keylock (Grafik)

Übersetzung

: Enssner Zeitgeist

Druck

:

Schleunungdruck GmbH, www.schleunungdruck.de

Bildnachweise

: Bosch Rexroth AG

(falls am Bild nicht anders vermerkt)

Adressänderungen und administrative Fragen

:

751@boschrexroth.com

Alle Rechte sind vorbehalten. Nachdruck
und Vervielfältigung, insbesondere Kopien,
auch auszugsweise, nur mit Genehmigung
des Herausgebers. 7:51 wird mithilfe einer
Adressdatenbank versandt, die mithilfe
automatisierter Datenverarbeitung geführt wird.

Wind, Ozean und Erde ...

Surfen unter idealen Bedingungen setzt ein perfektes Zusammenspiel der

natürlichen Elemente voraus. Das Warten auf diese idealen Bedingungen kann ein frustrierendes Geschäft sein,
selbst für glückliche Küstenbewohner.

Bis jetzt.

Denn perfekte Surfbedingungen lassen sich heute überall schaffen, für ausgebuffte Profis wie für

junge Surfanfänger gleichermaßen. Unsere maßgeschneiderten Lösungen werden den Surfsport verändern – dank
Wellensimulatortechnologie, die auf Knopfdruck und mit maschineller Präzision die perfekte Welle erzeugt.

Damit das Warten ein Ende hat.

Unsere neuen Einbau-Wegeventile WRC-4X
erfüllen hohe Anforderungen an Dynamik
und Volumenstrom und fügen sich nahtlos in
vernetzte Umgebungen ein.

Auf dem Weg in die Fabrik der Zukunft ist es mit einer einmaligen Investition nicht
getan. Es geht um eine Reihe wichtiger und voneinander abhängiger Entscheidungen.

Durch die integrierte Elektronik mit Multi-Ethernet-
Schnittstelle und OCI for Drives fügen sich WRC-4X Ventile
auch bei analogem Steuersignaleingang nahtlos in vernetzte
Umgebungen ein.

Mit dieser nächsten Generation von Einbau-Wegeventilen
WRC-4X setzen wir neue Maßstäbe bei der Leistung und
der Kommunikationsfähigkeit hydraulischer Stellglieder.
Im Marktvergleich sind die Volumenströme dieser
Ventile unerreicht und entsprechen der bislang
nächsthöheren Nenngröße.

Ihre integrierte Elektronik (OBE) vernetzt die neue Ventilserie
auch bei analoger Ansteuerung über offene Schnittstellen mit
übergeordneten Steuerungen und Industrie-4.0-Umgebungen.
Damit fügen sie sich bereits heute in zukunftsweisende
Automatisierungskonzepte ein und können durch
vorausschauende Wartung noch weiter optimiert werden.

Bei der Wahl der entsprechenden Technologieanbieter sollte
man sich deshalb auch immer fragen: Wie kann er mich heute,
morgen und auch langfristig bestmöglich unterstützen?

Digitalisierung in der Lineartechnik

Wir haben einen besonderen
Ansatz für die Digitalisierung
in der Lineartechnik
entwickelt. In jeder Phase
des Maschinenlebenszyklusses
erhalten unsere Anwender eine
Lösung, mit der sie ihre
Datenerfassung, Prozesse,
Time-to-Market und
Arbeitsabläufe deutlich
optimieren können.

Unsere neuen Block-Einbauventile eignen sich
besonders für Anwendungen wie Pressen, Druckgieß-
oder Spritzgießmaschinen mit hohen Anforderungen
an Volumenstrom und Dynamik. Dank aufwendiger
Co-Simulationen mit Strömungsanalysen und
Festigkeitsberechnungen haben unsere Entwickler
die Kanalgeometrien optimiert und damit erreicht, dass
die Volumenströme bei gegebenen Nenngrößen deutlich
höher sind als zuvor. So werden durchgängig Werte erreicht,
für die bislang Ventile der nächstgrößeren Ausführung
notwendig waren.

Dadurch können Maschinenhersteller bei gleichen
Anforderungen eine kleinere Baugröße verwenden oder bei
gleichen Baumaßen eine höhere Leistung als bisher erzielen.

34

I

Talking Point

AUSGABE 2

I

2018

Der

größte

Fluss

GEMEINSAM IN DIE ZUKUNFT

Unsere Lösungen unterstützen während der  gesamten
Prozesskette, von der Konfiguration und Bestellung über

Inbetriebnahme und Betrieb bis hin zu Diagnostik

und Wartung. Einige dieser Lösungen sind bereits

heute verfügbar, andere befinden sich

noch in der Entwicklung – damit unsere
Technologien unseren Kunden auch

langfristig die bestmöglichen
Wettbewerbsvorteile sichern:
Now. Next. Beyond.

Näheres dazu erfahren Sie
in der nächsten Ausgabe
unseres 7:51 Magazins.
Nicht verpassen!

Einen ersten Überblick gibt

es hier: www.boschrexroth.

de/lt-digitalisierung

Demonstrationsmodell für Veranstaltungen

Lieferung und

Inbetriebnahme

Bestellung

Aufbau und

Betrieb

Service und

Wartung

Produktinformation

und -auswahl

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www.751.rexroth

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