drive&control local 01-2016, Überblick



Beschreibung

drive&control local ist die Infobeilage der Regionalgesellschaften der Bosch Rexroth AG.
Herausgeber Ausgabe Deutschland: Bosch Rexroth AG, Vertrieb Europa Mitte, Marktplatz 3, Lohr am Main.


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Europa Mitte

local

01 | 2016

Kleine Komponente

– große Wirkung

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drive & control local

In der Gummi- und Reifenherstellung
ist die Verfügbarkeit von Maschinen
und Anlagen oberstes Gebot. Über
die letztlich erzielbare Produktivität
entscheidet die Wartungsstrategie.
Mit individuell abgestuften Service-
verträgen geht Bosch Rexroth gezielt
auf individuelle Bedürfnisse ein und
unterstützt Hersteller dabei, die

richtige Balance zwischen Präventi-
onsaufwand und Ausfallkosten zu
finden. Das Dienstleistungsangebot
gründet auf der globalen Präsenz mit
160 Service Centern in über 80
Ländern sowie auf der hohen Lö -
sungskompetenz in allen Bereichen
der Antriebs- und Steuerungstechnik.
▷ www.boschrexroth.de/presse

Logistikzentrum

in Langenau

eröffnet

Ende 2015 hat Bosch Rexroth in Langenau,
in der Nähe des Werks Elchingen, ein neues
Logistikzentrum eingeweiht. Die rund 25.000
Quadratmeter große Halle fasst vier Standorte
zusammen, die bisher für die Logistik in El-
ch ingen  zuständig  waren.
Das neue Logistikzentrum ermöglicht es, den
Lastwagenverkehr um bis zu 60 Prozent zu
reduzieren. Dadurch beschleunigt sich gleich-
zeitig die Auftragsabwicklung erheblich.

▲  Feierliche Eröffnung des Bosch Rexroth-

Logistikzentrums in Langenau.

Einen deutlich geringeren Aufwand für
die Integration und Applikation hydro-
statischer Fahrantriebe erreichen Fahrzeug-
hersteller mit Funktionsmodulen von
Rexroth. Sie verbinden innovative Funk-
tionen mit bereits nach der Maschinenricht-
linie analysierter und normgerecht ausge-
legter Sicherheit. Darüber hinaus haben die
Rexroth-Entwickler sämtliche Komponen-
ten und ihre Wechselwirkungen aufeinan-
der untersucht und die Robustheit der
Funktionsmodule nochmals verbessert.
▷   www.boschrexroth.de/bauma

Hydrostatische Funktionsmodule:

sicher, getestet und robust

▲  Rexroth bietet komplette hydrostatische Fahrantriebs lösungen mit normgerechter funktio-

naler Sicherheit und innovativen Funktionen.

Hohe Verfügbarkeit durch

passgenauen Service

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01 | 2016

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Schnell und genau

auf den Punkt

Mit einem bis zu zehnmal schnelleren Werkstück-
trägerwechsel steigert das neue Transfersystem
ActiveMover von Rexroth die Produktivität in Kurz-
taktanwendungen erheblich. In der Praxis erzielen
die Anwender so eine um bis zu 20 Prozent höhere
Produktivität – ohne dabei Kompromisse bei der
Präzision einzugehen: Die Werkstückträger des
ActiveMover fahren beliebige Positionen mit einer
Wiederholgenauigkeit von +/- 0,01 Millimetern an
und steigern so die Prozesssicherheit.
▷ www.boschrexroth.de/activemover

▲  Transfersystem ActiveMover: Werkstückträger-Wechselzeiten ab 0,1 Sekunden

verkürzen Zykluszeiten in Kurztaktanwendungen.

Mit oder ohne Schaltschrank

Mit der bedarfsgerechten Druck- und
Förderstromregelung von Hydraulikpumpen
verbessert Rexroth die Regelgüte und die
Energieeffizienz der Fluidtechnik deutlich.
Die schaltschrankbasierte Regelelektronik
Hydraulic Pump Control (HPC) und vollstän-
dig im Ventil integrierte SY(H)DFED fügen
sich über eine Multi-Ethernet-Schnittstelle
in verschiedenste Automatisierungsstruk-

turen ein. Die technologieübergreifende
Engineering-Umgebung IndraWorks ver-
einfacht mit Software-Assistenten und
vordefinierten Technologiefunktionen die
Inbetriebnahme.
▷ www.boschrexroth.com/hpc

▲  Mit Druck- und Förderstromregelung

zukunftssicher Dynamik, Präzision und
Energieeffizienz der Hydraulik steigern.

Die Drive & Control Academy von Bosch
Rexroth unterstützt betriebliche und
schulische Ausbilder sowie Hochschulen
mit Schulungen, Trainingssystemen und
modernen Medien rund um das Thema
Industrie 4.0. Als Leitanwender setzt das
Unternehmen in zahlreichen Pilotpro-
jekten Industrie-4.0-Ansätze in den eige-
nen Werken um. Aus diesen Erfahrungen
haben die Spezialisten von Rexroth die

Ausbildungsinhalte abgeleitet. In einem
Industrie-4.0-Training gibt Rexroth Ausbil-
dern einen soliden Einstieg in das Thema
vernetzte Produktion. Für Hochschulen
und Ausbildungseinrichtungen hat das
Unternehmen das mMS4.0 ent wickelt –
ein Trainingssystem für Industrie 4.0, mit
dem praxisnah die Inhalte vermittelt
werden können.
▷ www.boschrexroth.de/academy

▲  Das Trainingssystem mMS4.0 bildet

die Prozessschritte einer Industrie-
4.0-Fertigung ab.

Industrie 4.0 praxisnah vermitteln

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drive & control local

Kleine Komponente –

große Wirkung

Mehr als 500 Meter lang, bis zu 14.000 Tonnen schwer: Schaufelradbagger von TAKRAF für
den Tagebau gehören zu den größten jemals gebauten fahrbaren Geräten. Aber auch in die-
sen Großanlagen spielen kleinste Komponenten, etwa ein gerade einmal 800 Gramm leich-
ter mechanischer Hydraulikdruckschalter HED8-2X von Rexroth, eine wichtige Rolle für den
sicheren und zuverlässigen Betrieb.

Der Radausleger hebt und senkt das tonnenschwere Schaufel­
rad und drückt es kontrolliert in den Boden, um bis zu 240.000
Kubikmeter Abraum pro Tag aus der Erde zu fördern. Bei jedem
Wetter, ob bei tropischen Temperaturen, arktischer Kälte oder
auf 3.500 Höhenmetern, stehen Zuverlässigkeit und Verfügbar­
keit aller Komponenten an erster Stelle. „Tagebauprojekte sind
immer Einzelanfertigungen, die die jeweiligen Bedingungen
erfüllen müssen“, hebt Andreas Richter, Projektingenieur
Power Transmission Technology/Hydraulic bei TAKRAF, her­
vor. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Leipzig konstruiert und
liefert schlüsselfertige Anlagen und Systeme für den Massengut­
umschlag und die gesamte Prozesskette im Tagebau – von der
Abraumbeseitigung, Rohstoffgewinnung, Aufbereitung, Lage­

rung und Homogenisierung bis hin zum Weitertransport oder
zur Verschiffung. Bei den enormen Kräften sowie den rauen
Betriebsbedingungen mit Stößen, Vibrationen und Temperatur­
schwankungen kommt an vielen Stellen nur Hydraulik als
Antriebstechnologie in Frage.

Hydraulik als Komplettpaket

Bei jedem Projekt schreibt die Hydraulikkonstruktion von
TAKRAF die grobe Aufgabenstellung aus und erwartet eine
detaillierte Projektierung für komplette Module von den
Zulieferern. Bei Bosch Rexroth übernehmen seit vielen Jahren
erfahrene Branchenspezialisten für den Tagebau die Projektie­
rung der Hydrauliksysteme für TAKRAF. Dabei fügen sie

▲  Schaufelradbagger von

TAKRAF gehören zu den
größten jemals gebauten
fahrbaren Geräten.

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02 | 2015

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Hydraulikaggregate, Zylinder sowie die vorgeschalteten Ven­
tile, Schalter und Sensoren zu einer Systemlösung zusammen.

Redundante Lösung vorgeschrieben

Ein kleines, aber wichtiges Bauteil für die Hydrauliksysteme sind
mechanische Druckschalter. „Die Sicherheitsvorgaben im Berg­
bau schreiben eine redundante Lösung mit einem elektrischen
und einem mechanischen Druckschalter für die Druck­
überwachung hydraulischer Kreisläufe vor“, beschreibt Andreas
Richter die Rahmenbedingungen. Der mechanische Druckschal­
ter HED8­2X von Rexroth besteht aus einem mit stufenlos ein­
stellbarer Federkraft vorgespannten Kolben. In fünf Varianten
deckt er verschiedene Druckstufen bis maximal 630 bar ab. Vier

Verstellarten, je zwei mit Spindel und mit Drehknopf, vereinfa­
chen über eine gut lesbare Skala die Bedienung. Eine abschließ­
bare Variante verhindert, dass die Einstellung versehentlich
oder durch unbefugte Personen verstellt wird.
Ist der eingestellte Druck erreicht, betätigt der Kolben einen
Mikroschalter mit Öffner­/Schließerfunktion. Dadurch wird je
nach Schaltungsaufbau der elektrische Stromkreis ein­ oder
ausgeschaltet. Der mechanische Anschlag des Federtellers
schützt den Mikroschalter bei plötzlichem Druckabfall vor
mechanischer Zerstörung und verhindert bei Überdruck ein
Auf­Block­Gehen der Druckfeder.
Die Schaltgenauigkeit schwankt um weniger als +/­ ein Prozent
des Einstellwerts. Für TAKRAF wichtig: Die Komponenten sind
besonders schmutzfest und für Einsatztemperaturen von ­40
bis +80 Grad Celsius ausgelegt.

Ohne Steuerung abschaltbar

Je nach Einsatzsituation erfolgt der Anschluss der HED8­2X
über einen großen Würfelstecker, für den Rexroth vorkonfekti­
onierte Kabel als Zubehör anbietet. Dieser Anschluss ist robust
und erreicht die Schutzart IP65. Ist IP67 gefordert, eignet sich
die Variante mit M12x1­Gerätestecker mit einem ebenfalls vor­
konfektionierten Kabel. Die Elektrik des Druckschalters schal­
tet sowohl sehr kleine Ströme von 1,0 Milliampere als auch
hohe bis 2 Ampere. Das Signal wird in der übergeordneten
Maschinensteuerung erfasst und ausgewertet.
Durch die hohen MTTFd­Werte ist der mechanische Druck­
schalter auch für sicherheitsrelevante Funktionen sehr gut
geeignet und hebt sich dadurch von den elektrischen Druck­
schaltern ab. Durch zahlreiche verschiedene Montagearten in
der Rohrleitung, über Flansch oder als Höhenverkettungsele­

ment in Verbindung mit Zwischenplatten ist der Druckschalter
universell einsetzbar und kann platzsparend installiert werden.

Mindestens 5 Millionen Schaltzyklen

„Unsere Tagebauanlagen sind auf eine Lebensdauer von
mindes tens 25 Jahren ausgelegt, oft sind sie aber noch länger in
Betrieb“, betont Andreas Richter. Darum stehen bei der Aus­
wahl aller Komponenten und Baugruppen Lebensdauer und
Verfügbarkeit ganz oben auf der Anforderungsliste. Der HED8­
2X erreicht getestet mindestens 5 Millionen Schaltzyklen.

Weltweite Präsenz wichtig

„Wir legen großen Wert darauf, dass auch unsere Zulieferer
weltweit aufgestellt sind, denn wir errichten unsere Anlagen
auf allen Kontinenten und oft in entlegenen Gebieten.“ Ein
Anlagenstillstand ist extrem teuer und jede Stunde zählt. Müs­
sen Spezialisten oder Ersatzteile erst aus Deutschland eingeflo­
gen werden, entstehen enorme Kosten. Bosch Rexroth ist in
mehr als 80 Ländern präsent und gewährleistet über regionale
Ersatzteillager und lokale Service­Spezialisten eine hohe Reak­
tionsgeschwindigkeit.
TAKRAF hat in diesem Jahr bereits zwei neue Schaufelradbag­
ger in Indien und China in Betrieb genommen, darunter auch
den bislang größten seiner Art in Asien. 

Kontakt:
Frank Ullrich, Bosch Rexroth AG, DC-IA/SPH12, Deutschland,
Tel. +49 9352 18-3878, frank.ullrich2@boschrexroth.de

„Wir legen großen Wert darauf,

dass auch unsere Zulieferer weltweit

aufgestellt sind.“

„Tagebau projekte sind immer Einzel-

anfertigungen, die die jeweiligen

Bedingungen erfüllen müssen.“

◀  Der HED8-2X

von Rexroth
deckt in fünf
Varianten
verschiedene
Druckstufen bis
maximal 630 bar
ab.

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TAKRAF

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drive & control local

Schneller als die Uhr

Sekunden zählt

Mit ihrem neuen Hochpräzisions-NC-Fräszentrum
s100multi bedient Bumotec die komplette Bandbreite
des Uhrenmarktes. Die Antriebs- und Steuerungstechnik
auf CNC-Basis ist in enger Engineering-Partnerschaft mit
Bosch Rexroth entstanden.

ser in die Platine, sodass das Werkzeug
weniger oft gewechselt werden muss. Das
Werkzeug des Bearbeitungszentrums
muss dafür allerdings exakte Kurven
fahren – was entsprechend hohe Anfor­
derungen an die Antriebs­ und Steue­
rungstechnik stellt. Daher hat Bumotec
im Vorfeld der Maschinenentwicklung
Lösungen unterschiedlicher Hersteller
mit einem definierten Testaufbau mit
zwei Achsen unter die Lupe genommen.
„Für jede Bahn haben wir eine Zeit vorge­
geben, die es zu erreichen galt“, berichtet
Dr. Patric Pham, Entwicklungsleiter bei
Bumotec. Mit einem speziellen Messauf­
bau wurde dann die Präzision gemessen.
Die Automatisierungslösung von Rexroth
hinterließ am Ende des „Castings“ den
besten Eindruck. Als Herausforderung
für die Steuerungsbauer stellte sich nicht
die Geschwindigkeit heraus, sondern die
Präzision. „Wenn gewisse Dynamikwerte
überschritten wurden, explodierten die
Fehler“, blickt Dr. Pham zurück. „Das
System aus der CNC­Steuerung IndraMo­
tion MTX und IndraDrive­Servoantrie­
ben blieb präzise und konnte unser sehr
anspruchsvolles Pflichtenheft sogar noch
übertreffen.“

Schnell und trotzdem hochpräzise

Am Beginn der Entwicklungsarbeit stand
die klare Prämisse: Zwar würde durch das
Fräsen von Löchern mit interpolierenden
Achsen sehr viel Zeit für den Werkzeug­
wechsel gespart werden, doch durfte die­
ser Effizienzgewinn die Produktionsge­
schwindigkeit nicht beeinträchtigen. „Wir
waren auf der Suche nach einer Technik,
die genauso präzise arbeitet wie ein Boh­
rer, dabei aber auch genauso schnell ist
wie das Absenken eines Werkzeuges in
der Vertikalen“, blickt der Entwicklungs­
leiter zurück. Erschwerend kam hinzu,
dass die absolute Genauigkeit in der Bear­
beitung bei gerade einmal 1,5 Mikrometer
und die Wiederholgenauigkeit bei einem
Mikrometern liegt. „Diese Präzision ist
notwendig, damit mechanische Uhren
auch wirklich genau gehen. Die Abwei­

Die Schweiz ist mit einem Ausfuhrvolu­
men von 24,3 Milliarden Dollar (2014)
weltweit das Uhrenexportland schlecht­
hin. Bei gut einem Viertel des Exports
handelt es sich um hochwertige mecha­
nische Uhren, die laut Zahlen des Ver­
bandes der Schweizer Uhrenindustrie
fast 80 Prozent des Umsatzes ausmachen.
Mit dem NC­Fräszentrum s100multi hat
Bumotec eine Maschine gebaut, die die
gewohnte Schweizer Präzision mit ein­
drucksvoller Produktionsgeschwindig­
keit verbindet. So genau und schnell wie
nur möglich: Diese beiden Anforderun­
gen resultierten in vier quadratisch ange­
ordneten Arbeitsstationen, die die Werk­
stücke gleichzeitig bearbeiten. Hierbei
kann es sich um gleiche als auch unter­
schiedliche Teile handeln. Ein Beispiel

aus der Uhrenfertigung ist die Uhrenpla­
tine. Sie bildet die Basis jedes mecha­
nischen Uhrwerks mit unzähligen Boh­
rungen, in die unter anderem die
Zahnräder mit Achsen eingesteckt wer­
den. Aufgrund der unterschiedlichen
Bauteile sind die Durchmesser der
Löcher für Lager oder Achsen selten
durchgängig gleich. Jedes unterschied­
liche Loch hätte also unweigerlich einen
Werkzeugwechsel und damit Produktivi­
tätseinbußen durch Totzeiten zur Folge.

Höhere Produktion durch weniger
Werkzeugwechsel

Bumotec geht einen ganz anderen Weg –
und bohrt die Löcher nicht im klas­
sischen Sinne. Vielmehr fräst die
Maschine diese mit exaktem Durchmes­

▲  Das NC-Fräszentrum s100multi verbindet Präzision mit Produktionsgeschwindigkeit.

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01 | 2016

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chung gewisser Modelle liegt bei unter
einer Sekunde pro Tag.“
Jede Bearbeitungsstation besteht dabei
aus einer X­ und Y­Achse sowie zwei
Z­Achsen. Während der Werkstückbear­
beitung sind die X­, Y­ sowie eine Z­Achse
im koordinierten Mehrachsverbund im
Einsatz, während die weitere Z­Achse für
den parallelen Werkzeugwechsel zustän­
dig ist. Dieser Aufbau sorgt dafür, dass
das Bearbeitungszentrum fortlaufend
produzieren kann. Produzieren und
gleichzeitig den nächsten Schritt vorbe­
reiten: So erreicht die Bumotec­Maschine
mit 0,5 Sekunden eine extrem kurze
Span­zu­Span­Zeit.

Dreimal schnellere Beschleunigungen

Neben der hohen Produktivität leistet
der Dreiachsverbund schnelle lineare
Verfahrgeschwindigkeiten bei einem
Arbeitsweg von maximal 80 Millimetern.
Die CNC­Antriebslösung von Rexroth lie­
fert dafür eine Geschwindigkeit von 50
Metern pro Minute. Die Beschleuni­
gungswerte gibt Bumotec mit immerhin

knapp 3g an, was konstruktiv einiges an
Raffinesse erforderte, um die notwendige
Steifigkeit zu erlangen. „Die Kinematiken
unserer Arbeitsstationen sind paten­
tiert“, berichtet Dr. Pham und fügt an,
dass die Maschinen mit der hohen
Beschleunigung dreimal schneller seien
als herkömmliche Werkzeugmaschinen.
Der Grund: Die Werkzeuge erreichen
schneller ihre Arbeitsgeschwindigkeit,
die immerhin 60.000 Umdrehungen in
der Minute betragen kann. Das Zeitfen­
ster zum Beschleunigen und Abbremsen
sei deshalb entsprechend weit geöffnet
und kann durchaus zehn Sekunden lang
sein. Weil komplexere Bauteile 60 bis 80
Werkzeugwechsel zählen können, sum­
miert sich jede gesparte Sekunde zu eini­
gen Minuten.

Enge Engineering-Partnerschaft

Weil sich jede noch so kleine Optimie­
rung angesichts hoher Stückzahlen in
Summe lohnt, war Bosch Rexroth eng ins
Engineering­Projekt eingebunden. „Der
Support von Rexroth war sehr gut. Die
Projektverantwortlichen waren stets da,
wenn wir sie gebraucht haben. Wir haben
die Maschinen zu einem guten Teil
gemeinsam entwickelt“, freut sich Dr.
Pham. Die hohe Produktionsgeschwin­
digkeit in Kombination mit der hohen
Präzision mündet bei der antriebstech­
nischen Umsetzung in der sehr genauen
3D­Interpolation in allen drei Linearach­
sen. Nur so lassen sich runde wie ovale
Aussparungen oder Bohrungen ohne
Werkzeugwechsel fräsen. Die Auflösung
der Rexroth­CNC­Steuerung beträgt in
allen drei Linearachsen 0,005 Mikrome­
ter – beste Voraussetzung für das Bear­
beiten kleinster Uhrenteile.
Ohne Frage: Schnellere Fertigungsge­
schwindigkeiten erhöhen direkt die Pro­
duktivität. In der Schweiz zählt aber
schon länger nicht mehr das klassische
Verhältnis von Stück zu Zeit. Gerade der
Platz in der Produktion ist in der Schweiz
stark limitiert. Uhrenhersteller beurtei­
len Produktionsmaschinen verstärkt

danach, wie hoch die Produktivität pro
Quadratmeter ausfällt. Damit spielen die
Maße eines Bearbeitungszentrums eine
gravierende Rolle bei der Berechnung.
Bumotec legte deshalb großen Wert auf
eine extrem kompakte Bauweise und die
Eliminierung von Totzeiten.  

Kontakt:
Jean-Philippe Frey, Bosch Rexroth Schweiz AG,
Schweiz, Tel. +41 21 6328-435,
jean-philippe.frey@boschrexroth.ch

Fazit

Bei Bumotec hat IndraMotion MTX
eindrucksvoll ihre Rechenperformance
bei mehr als 20 Achsen und mehreren
parallelen Bearbeitungsschritten unter
Beweis gestellt. Die automatisierten
Fertigungszellen arbeiten dabei in der
Regel rund um die Uhr, sieben Tage die
Woche, unter Einhaltung höchster
Präzision. Somit lassen sich mit der
s100multi interessante Losgrößen
fertigen, ohne bei der Flexibilität
Kompromisse eingehen zu müssen.
Die Maschinenauslegung ermöglicht
es auch, Entgratungen und Dekore zu
automatisieren, die sonst nur in
Handarbeit möglich sind.

▲  Das Werkzeug des Bearbeitungszentrums

muss exakte Kurven fahren – dazu tragen
neben der CNC-Steuerung auch die
IndraDrive-Servoantriebe bei.

▲  Die Uhrenplatine mit unzähligen

Bohrungen bildet die Basis jedes
mechanischen Uhrwerks.

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tos: Bumo

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drive & control local

drive&control local ist die Infobeilage der
Regionalgesellschaften der Bosch Rexroth AG.
Herausgeber Ausgabe Deutschland: Bosch
Rexroth AG, Vertrieb Europa Mitte, Markt-
platz 3, 97816 Lohr am Main. Verantwortlich
für den Inhalt:
Silke Lang, Leiterin Marketing,
Vertrieb Europa Mitte, Bosch Rexroth AG.
Koordination und Redaktion:
Karin Rosenkranz, Vertrieb Europa Mitte,
Bosch Rexroth AG, Tel.: +49 9352 18-1091,
E-Mail: karin.rosenkranz@boschrexroth.de
Gestaltung: Schleunungdruck GmbH,
Marktheidenfeld/Main. Lithografie: MDH
Printberatung, Wiesbaden-Schierstein. Druck:
Schleunungdruck GmbH, Marktheidenfeld/
Main. Hinweis: Nachdruck und Vervielfältigung,
insbesondere Kopien, auch auszugsweise, nur
mit Genehmigung des Herausgebers.

Bitte richten Sie diese an:
karin.rosenkranz@boschrexroth.de

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der Printausgabe erhalten Sie unter:

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Vorschau Messen und Events

Messen

LOPEC

München

Halle B0, Stand 308

05. – 07.04.2016

Hannover Messe

Hannover

Halle 17, Stand B38

25. – 29.04.2016

Bauma

München

Halle A4, Stand 327

11. – 17.04.2016

Alle Informationen von Bosch Rexroth rund um Messen und Events
finden Sie auf unserer Homepage unter:

www.boschrexroth.de/events_und_messen

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Die Kistler Lorch GmbH, ein Unterneh­
men der Kistler Gruppe, gehört zu den
Marktführern im Bereich zukunftswei­
sender elektromechanischer Fügesys­
teme. In der Fabrikautomation genießen
Kistler­Lösungen einen herausragenden
Ruf – insbesondere in der Automobil­ und
Medizintechnik­Branche. Sie werden als
Subsysteme in Maschinen oder bereits
bestehende Anlagen integriert. Bei dem
skalierbaren Antriebskonzept und der
Sicherheitstechnik greift der Hersteller
auf Komponenten von Rexroth zurück,
um maximale Performance, Prozesssi­
cherheit und Wirtschaftlichkeit im
Betrieb zu gewährleisten.
Auch die Leistungsfähigkeit des neuen
Systems maXYmos NC profitiert maßgeb­
lich vom Know­how der Antriebsspezia­
listen von Rexroth. „maXYmos NC mit
Antriebs­ und Sicherheitstechnik von

Höchste Qualität – mit Sicherheit

Rexroth erlaubt jetzt die lückenlose Steu­
erung und Überwachung von NC­Füge­
prozessen in modernsten Systemen“,
bestätigt Alexander Müller, Produkt
Manager NC Joining Systems bei Kistler.
Das NCFR­Fügemodul von Kistler wurde
anlässlich der Motek im Oktober 2015 mit

dem Handling Award 2015 ausgezeich­
net. Es überzeugte die Jury, weil es neben
dem klassischen, linearen Fügeprozess
jetzt auch eine kontrollierte Drehbewe­
gung des Stößels durchführen kann.
▷ www.boschrexroth.de/montage-hand-
habung

▲  Kosteneffiziente Null-Fehler-Produktion: innovative Fügesysteme von Kistler mit sicherer

Antriebstechnik von Rexroth.