Mit den richtigen Maschinen zum Erfolg, Überblick




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SMM 16/MSM 08 2008

Denk- unD Werkplatz SchWeiz >>  zulieferindustrie

Mit den richtigen

Maschinen zum Erfolg

>>

Der Zulieferbetrieb Werder Feinwerktechnik konnte über längere Zeit

stetig und nachhaltig wachsen. Was vor 50 Jahren mit einem Ein-Mann-Betrieb
begann, hat heute knapp 60 Mitarbeiter und eine Produktionsfläche von
über 3000 m

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. Ein Ende des Wachstums ist nicht abzusehen. Wesentlichen

Anteil am Erfolg haben die Werkzeugmaschinen von Brother, von denen
heute 12 Stück in der Halle stehen.

Claude  Werder  und  Hugo  Tschümperlin
sind  schon  lange  per  Du.  Die  Werkzeug­
maschinen  von  Brother  sind  es,  die  die
beiden  verbinden.  Werder  ist  Geschäfts­
führer  der  Werder  Feinwerktechnik  AG
und er hat in den letzten Jahren 12 Broth­
er­Werkzeugmaschinen bei der offiziellen
Schweizer Vertretung Schneider mc SA ge­
kauft, deren Geschäftsführer Hugo Tschüm­
perlin  ist.  Die  beiden  arbeiten  hervorra­
gend miteinander.

Die Firma Schneider mc SA vertreibt die

Werkzeugmaschinen des japanischen Her­
stellers Brother und gehört seit kurzem zur
Firma  Newemag.  Schneider  ist  jedoch  ei­
genständig  in  ihrer  Geschäftstätigkeit.  Sie
profitiert  lediglich  durch  das  gute  Ver­
kaufsnetz  von  Newemag,  wo  jetzt  auch

Brother­Bearbeitungscenter  im  Namen
von Schneider verkauft werden.

Vom Feinmechaniker-lehrling
zum unternehmer

Samuel  Werder  machte  eine  Lehre  als
Feinmechaniker bei der Firma Kern in Aar­
au.  Nach  seinen  Wanderjahren  gründete
er 1957 eine eigene Firma, die noch heute
ein  Familienbetrieb  ist  und  von  seinem
Sohn Claude geleitet wird. Samuel Werder
begann  dazumal  im  Keller  seines  Eltern­
hauses feinste Teile für die Uhrenindustrie
zu produzieren. Sein Onkel hatte nämlich
eine  Weckerfabrik  und  es  gab  auch  noch
einige  Verwandte  mehr,  die  in  der  juras­
sischen Uhrenindustrie tätig waren. Nach

und  nach  kamen  immer  mehr  Kunden
dazu  und  die  Firma  wuchs.  1963  baute
Werder  im  Gewerbegebiet  von  Schinz­
nach­Bad einen grösseren Firmensitz, der
in den kommenden Jahren vier mal erwei­
tert  werden  musste.  1991  wurde  schliess­
lich  die  Produktionsfläche  nochmals  ver­
doppelt und man glaubte, dass man damit
ein für alle Mal ausgesorgt hätte. Doch be­
reits  1998  war  wieder  eine  Erweiterung
nötig. Die Gemeinde Schinznach­Bad ver­
weigerte  jedoch  ihre  Zustimmung  und
Werder  begab  sich  auf  die  Suche  nach
einem  neuen  Standort.  Im  benachbarten
Veltheim fand man schliesslich ein geeig­
netes  Gelände  und  erstellte  dort  ein  Fir­
mengebäude  mit  über  3000  m

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Produk­

tionsfläche.  Das  ist  dreimal  so  viel  wie  in

Der Zulieferbetrieb Werder Feinwerktechnik ist auf 3000 m

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nicht nur sehr gut ausgerüstet für Dreh- und Fräsarbeiten an mittleren

Losgrössen, sondern auch noch für vieles mehr.

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Schinznach-Bad.  Dazu  kommt  noch  ein-
mal eine so grosse Fläche als Reservezone.
Bereits im Jahr 2000 konnte das fertige Ge-
bäude  bezogen  werden.  Vorerst  genoss
man es, verschwenderisch Platz zu haben.
Doch heute, nur 8 Jahre später, ist bereits
alles wieder randvoll. «Es wird keine acht
Jahre mehr gehen, bis wir wieder erweitern

müssen»,  meint  Geschäftsführer  Claude
Werder.

anspruchsvolle teile für viele
Branchen

In  fünfzig  Jahren  Firmengeschichte  wur-
den die produzierten Teile immer grösser

und anspruchsvoller. Zwischenzeitlich wa-
ren  Teile  für  die  Uhrenindustrie  beinahe
verschwunden  aus  der  Fertigungshalle.
Dafür  ist  heute  ein  weites  Spektrum  von
Branchen  und  Produkten  anzutreffen.  Es
gibt Teile für Laserlichtquellen, Kaffeema-
schinen, Turbolader von grossen Schiffsan-
trieben, Ausrüstungen von Operationssä-
len, Glasfaserapplikationen, Automobile,
Lokführerstände,  Waagen,  Schliesssyste-
me  und  schliesslich  auch  solche  für  die
Pharma-  und  die  optische  Industrie.  Be-
sonders aufwändig sind Teile für die Flug-
zeugindustrie  und  die  Medizinaltechnik;
es müssen nämlich alle Arbeitsschritte de-
tailliert  protokolliert  werden.  Bei  Werder
ist  man  erfreut,  dass  in  letzter  Zeit  auch
die Uhrenindustrie wieder vermehrt Kun-
de ist.

Werder  ist  noch  heute  ein  reiner  Zulie-

ferbetrieb ohne eigene Produkte. 57 Mitar-
beiter  und  Mitarbeiterinnen  arbeiten  im
Betrieb in Veltheim. Davon sind nur sechs
im  Büro,  alle  andern  arbeiten  in  der  Pro-
duktion.  Eine  eigentliche  Konstruktions-
abteilung  gibt  es  nicht,  dennoch  werden
immer mehr Kunden bei der Entwicklung
ihrer  Teile  im  Hinblick  auf  die  optimale
Produzierbarkeit beratend unterstützt. Das
Unternehmen ist sehr stark positioniert für
Drehen und Fräsen. Zusätzlich werden im-
mer  mehr  auch  komplette  Baugruppen
hergestellt.  Im  Jahr  2007  erzielte  Werder
einen Umsatz von 9,7 Millionen Schweizer
Franken.

Die Stärken von Werder liegen bei mitt-

leren Stückzahlen von kleineren und eher
anspruchsvollen  Werkstücken.  Meistens
sind es Teile, die sehr genau sein müssen
oder sehr dünnwandig sind. Typische Los-
grössen  sind  50  bis  2000,  wobei  es  auch
vorkommt,  dass  nur  10  Stück  oder  sogar

auSSerDem

50 Jahre Samuel Werder aG

Werder  Feinwerktechnik  konnte  im  vergangenen  Jahr
ihr  50-Jahr-Jubiläum  feiern.  Es  ist  immer  wieder  Er-
staunlich, was das Unternehmen mit seinen 50 Mitar-
beitern und ebenso vielen CNC-gesteuerten Dreh- und
Fräsmaschinen produziert. Was 1957 im Keller im Dorf
Schinznach-Bad  begann,  entwickelte  sich  in  den  fol-
genden  Jahren  zu  einem  Unternehmen  mit  über  3000
m

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Produktionsfläche in Veltheim.

Präzis für Sie: So lautet die Devise des Unternehmens.

Und Präzis sind die diversen Teile, die im Tausendstel-
millimeter-Bereich genau gefertigt werden. Seit Jahren
hat  sich  das  Unternehmen  eine  treue  Stammkund-
schaft, die sich über die ganze Schweiz verteilt, aufge-
baut. Die produzierten Werkstücke werden u.a. in Kaf-
feemaschinen, Messgeräten, Laborgeräten, im Medizi-
nalbereich  usw.,  selbst  bei  Flugzeugen,  Bahnen  und
Hochseeschiffen eingesetzt.

Tradition hat auch, dass Menschen mit einer Behinde-
rung  einen  Arbeitsplatz  im  Unternehmen  finden.  So
werden Arbeitsplätze speziell für diese Menschen ein-
gerichtet.
Zur Fertigung gehört bei Werder auch das bekannte
«Werder  Finish».  Spezialisierte  Entgrater  mit  Finger-
spitzengefühl  sorgen  dafür,  dass  jedes  Werkstück  mit
dem perfekten Finish versehen wird. Dabei ist Werder
Feinwerktechnik bei der Herstellung filigranster Werk-
stücke mit einer Vielzahl von Materialien vertraut. Alu-
minium,  Magnesium,  Kupfer,  Messing,  Bronze,  Stahl
und Edelstahl, Eisen-Kobalt und Titan werden ebenso
bearbeitet wie Kunststoffe oder reinstes Silber.

Autor
Rainer Ackermann, Mediaberater

Der Operateur Josef Leiss arbeitet gerne bei Werder.

Erich Habermacher (Newemag), Claude Werder (Werder)
und Hugo Tschümperlin (Schneider) vor dem jüngsten Bearbei-
tungscenter von Brother.

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100 000 Stück hergestellt werden. Eine Spe-
zialität von Werder ist das fixfertige Fräsen
kleinster  Teile  in  nur  einer  Aufspannung.
Aber auch Hartdrehen und Arbeiten im µ-
Bereich gehören zum Programm.

Baz: komplette Grundaus-
stattung und schnell verfügbar

Maschinen  von  Brother  spielen  bei  Wer-
der  heute  eine  zentrale  Rolle.  1998  war
man auf der Suche nach einer Maschine,
auf der möglichst alles in einer Aufspan-
nung  fixfertig  bearbeitet  werden  kann.
Diese Forderung kam sowohl von der Kos-
tenseite als auch von der Genauigkeit her.
Auf  einer  Messe  wurden  dann  die  Ma-
schinen von Brother entdeckt. Der grosse
Pluspunkt  bei  Brother  ist  die  grosse  An-
zahl von Werkzeugen, wie sie eben für die
5-achsige  Bearbeitung  komplexer  Teile
benötigt  werden.  Je  länger  Werder  sich

mit  der  Maschine  befasste,  umso  mehr
kam er zur Überzeugung, dass die Brother
genau  die  richtige  ist:  «Hier  stimmt  ein-
fach  alles!»  Eine  erste  Maschine  wurde
gekauft  und  weitere  folgten  dann  in
kurzen Abständen. Heute stehen 11 Bear-
beitungszentren  und  eine  Drahterodier-
maschine  von  Brother  in  der  Halle  von
Werder.  «Geschwindigkeit,  Zuverlässig-
keit,  Genauigkeit  und  auch  der  Service  –
alles  stimmt»,  freut  sich  Claude  Werder,
«auch  die  Einarbeitungszeit  meiner  Mit-
arbeiter ist angenehm kurz. Zudem konn-
ten wir interessante Aufträge sehr kurzfris-
tig  annehmen,  weil  Brother-Maschinen
bei  Schneider  mc  jedes  Mal  sehr  rasch
verfügbar  waren.  Diese  Erfahrung  haben
wir  mehr  als  einmal  gemacht  –  speziell
auch  beim  kurzfristigen  Aufrüsten  auf  5-
Achs-Betrieb.  Wenn  der  Teilapparat  ver-
fügbar ist, dauert der Umbau einen halb-
en Tag und das 5-Achs-Bearbeitungscen-

ter steht bereit, ohne Komplikationen wie
etwa das Erweitern der Steuerung.»

Die Maschinen sind in ihrer Grundaus-

rüstung komplett, es gibt keine langen Op-
tionslisten. Dies beschleunigt die Beschaf-
fung  ungemein,  und  eine  Maschine  steht
vier bis acht Wochen nach der Bestellung
bereits in der Halle, manchmal sogar schon
nach einer Woche. «Auch die Steuerungen
sind  komplett  und  sehr  offen.  Es  kostet
mich fast gar nichts und es braucht keine
Spezialisten, um eine zusätzliche Funktion
wie  beispielsweise  das  Ansteuern  eines
Ventils nachzurüsten», freut sich Werder.

Serien  von  eher  kleinen  Teilen  mit  ho-

hen  Anforderungen  an  die  Genauigkeit
sind  das  Spezialgebiet  der  Brother-Ma-
schinen.  Die  Maschinen  sind  einfach,
schnell  eingerichtet  und  sehr  beliebt  bei
den Mitarbeitern der Fertigung. «Auch das
Preis-Leistungs-Verhältnis  ist  gut»,  betont
Werder. Zudem sind die Bearbeitungscen-

Auch mit höchster Drehzahl geschnittene
Gewinde sind perfekt.

Mit 27 Werkzeugen können auch anspruchsvolle Teile in einer
Aufspannung gefertigt werden.

Hauchdünne Teile sind eine Spezialität von Werder. Hier sind es
nur noch 0,13 mm an der dünnsten Stelle.

Dieses Lichtmarken-Set für die Laservermessung wurde komplett
und inklusive Verpackung bei Werder hergestellt.

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