Success Story - MTU - Koordinierte Planungsprozesse mit SAP APO, Überblick



Beschreibung

Ein grundlegender Erfolgsfaktor für die Luftfahrtindustrie ist die Kompetenz bei stark schwankenden Marktbedarfen Beschaffungs- und Produktionspläne sowie Kapazitätsangebote optimal aufeinander abzustimmen. Dazu sind Planungs- und Simulationsfunktionalitäten erforderlich, welche eine zentrale Koordination von Einkaufs-, Fertigungs- und Vertriebsprozessen unterstützen. In diesem Zusammenhang wurde bei der MTU Aero Engines GmbH eine integrierte SAP APO- und SAP ERPLösung für eine optimierte Produktionsplanung erfolgreich in Betrieb genommen. Wesentliche Verbesserungspotenziale wurden u.a. über ein neues Planungstableau realisiert, welches eine koordinierte Abstimmung und Stabilisierung von Produktionsprogrammen ermöglicht. Consilio ITSolutions unterstützte das Implementierungsprojekt bei der Konzeption des Business Blueprints, der Erstellung des IT-Konzepts sowie der Programmierung der erweiterten Planungsfunktionalität.
 


background image

SUCCESS STORY

Consilio IT-Solutions GmbH

Koordinierte Planungsprozesse

mit SAP APO

Ein grundlegender Erfolgsfaktor für die Luftfahrtindustrie ist die Kompetenz bei stark schwankenden

Marktbedarfen Beschaffungs- und Produktionspläne sowie Kapazitätsangebote optimal aufeinander

abzustimmen. Dazu sind Planungs- und Simulationsfunktionalitäten erforderlich, welche eine zentrale

Koordination von Einkaufs-, Fertigungs- und Vertriebsprozessen unterstützen. In diesem

Zusammenhang wurde bei der MTU Aero Engines GmbH eine integrierte SAP APO- und SAP ERP-

Lösung für eine optimierte Produktionsplanung erfolgreich in Betrieb genommen. Wesentliche

Verbesserungspotenziale wurden u.a. über ein neues Planungstableau realisiert, welches eine

koordinierte Abstimmung und Stabilisierung von Produktionsprogrammen ermöglicht. Consilio IT-

Solutions unterstützte das Implementierungsprojekt bei der Konzeption des Business Blueprints, der

Erstellung des IT-Konzepts sowie der Programmierung der erweiterten Planungsfunktionalität.

MTU Aero Engines

Die  MTU  Aero  Engines  ist  Deutschlands  führender  und

einziger unabhängiger Triebwerkshersteller und eine feste

Größe in der Branche. Sie hat weltweit über 7.900 Mitar-

beiter,  die  im  Geschäftsjahr  2010  einen  Umsatz  in  Höhe

von  rund  2,7  Milliarden  Euro  erwirtschaftet  haben.  Tech-

nologisch  ist  sie  führend  bei  Niederdruckturbinen,  Hoch-

druckverdichtern,  Herstell- und  Reparaturverfahren.  Die

MTU  Maintenance  ist  der  größte  unabhängige  Instand-

halter  ziviler  Triebwerke.  Im  militärischen  Bereich  ist  die

MTU  Aero  Engines  der  Systempartner  für  fast  alle  Flug-

triebwerke der Bundeswehr.

„Die implementierte SAP SCM APO Lösung ermöglicht uns

erstmals eine umfassende Abstimmung des Produktions-

plans mit den Marktbedarfen, Einkaufsrestriktionen und

Fertigungskapazitäten durch ein geglättetes und machbares

Produktionsprogramm.“

Dr. Peter Druska und Simon Claussen

(MTU Aero Engines GmbH)

background image

SUCCESS STORY

CONSILIO IT-Solutions GmbH – Max-Planck-Straße 4 – 85609 Aschheim/Dornach

Telefon +49 (89) 960575-0 – Fax +49 (89) 960575-10 – info@CONSILIO-gmbh.de – www.CONSILIO-gmbh.de

Ausgangssituation der Planungsprozesse

Die  MTU  Aero  Engines  verzeichnete  in  den  letzten  Jah-

ren  zunehmende  Schwankungen  der  Marktbedarfe  für

einzelne Triebwerksprodukte von über 50% innerhalb von

wenigen  Monaten.  Gleichzeitig  summieren  sich  die

Durchlaufzeiten in der Produktion und Beschaffung auf bis

zu vierundzwanzig Monate. Aufgrund begrenzter Möglich-

keiten einer Prognose der Absatzmengen waren ebenfalls

stark schwankende Bedarfe für Komponenten im Einkauf

sowie eine stark schwankende Kapazitätsnachfrage in der

Fertigung und Montage unvermeidbar.

Erschwerend  kam  hinzu,  dass  die  Flexibilität  bzgl.  kurz-

fristiger  Anpassung  von  Beschaffungsmengen  wegen

langfristiger Wiederbeschaffungszeiten  von  bis  zu  acht-

zehn  Monaten  eingeschränkt  ist.  Auch  eine  flexible

Anpassung  des  Kapazitätsangebots  ist  kurzfristig  nur

begrenzt möglich, da zentrale Anlagen von verschiedenen

Produktlinien  genutzt  werden.  In  der  Produktionsplanung

führte dies  zu  einem  gegenseitigen  zyklischen  Aufschau-

keln, da Anpassungen des Einkaufs die Auslastungssitua-

tion  in  der  Fertigung  und  Montage  implizit  beeinflusste.

Umkehrt veränderte die Adaption des Kapazitätsangebots,

zum  Beispiel  durch  zusätzliche  bzw.  weniger  Schichten,

die Bedarfstermine für beschaffte Komponenten.

Aufgrund  dieser  Ausgangssituation  entstand  im  Unter-

nehmen der Wunsch nach einer „beruhigten Fertigung“ mit

geglätteten  und  machbaren  Produktionsprogrammen

sowie fixierten Planungshorizonten. Damit wurde zusätzli-

che Planungsfunktionalität für einen Planungshorizont von

bis  zu  sechsunddreißig  Monaten  erforderlich,  mit  der

Marktbedarfe,  Beschaffungsmengen  und  Kapazitäten

optimal  koordiniert  werden  können.  Folglich  konnte  ein

Verbesserungspotenzial  bzgl.  folgender  Unternehmens-

ziele identifiziert werden:

Hohe Termintreue

Optimale und stetige Auslastungen der

Produktionsressourcen

Minimale Bestände

Begrenzter Planungs- und Steuerungsaufwand

Kurze Durchlaufzeiten

Flexibilität zur Reaktion auf Störungen in der

Produktion

Flexibilität bei Änderungen von Kundenwünschen

Da  sich  diese  Unternehmensziele  im  Allgemeinen  teil-

weise gegenläufig verhalten, z.B. minimale Bestände und

hohe  Termintreue,  konnte  eine  Verbesserung  einzelner

Zielkriterien,  ohne  eine  gleichzeitige  Beeinträchtigung

anderer  Zielkriterien  in  Kauf  zu  nehmen,  nur  durch  den

Einsatz  erweiterter  Planungsfunktionalität  innerhalb  der

vorhandenen  SAP-Systemlandschaft  und  durch  harmoni-

sierte  Produktionsplanungs- und -steuerungsprozesse

erreicht werden.

Umgesetztes Lösungskonzept

Das  Lösungskonzept  basiert  auf  dem  Stand  der  bereits

seit  mehreren  Jahren  produktiven  SAP-Landschaft  mit

ERP- und  APO-Systemen  sowie  integriertem  PP/DS-Op-

timierer. Die vorhandenen SAP-Systeme unterstützen die

Planungsprozesse  u.a.  durch  Funktionalitäten  zur  auto-

matischen,  werksübergreifenden  Materialbedarfsplanung

und  Terminierung  von  Plan- und  Fertigungsaufträgen  auf

Basis  von  Kundenbedarfen,  Material- und  Kapazitätsver-

fügbarkeiten. Die Terminierung berücksichtigt dabei Lohn-

bearbeitungs-,  Streckenabwicklungs- und  Umlagerungs-

prozesse.  Im  Beschaffungsprozess  wird  eine  bedarfsge-

rechte  Terminierung  von  Lieferplanabrufen  und  Bestell-

anforderungen  geplant.  Darüber  hinaus  werden  bei  ein-

zelnen  Triebwerksprodukten  Komponenten  aus  einer

Menge  alternativer  Stücklistenpositionen  automatisch

gewählt, um die Termintreue sicherzustellen.

Des  Weiteren  werden  Planungsfunktionen  zur  Ermittlung

des  kritischen  Pfads  von  verspäteten  Kundenaufträgen

betrieben. Dabei wird aus einer Vielzahl von Dispositions-

stufen  und  Komponenten,  der  Materialbedarf  ermittelt,

welcher für die Verspätung maßgeblich verantwortlich ist.

Zusätzlich  wird  der  für  eine  pünktliche  Lieferung  notwen-

dige  Bedarfstermin  berechnet  und  angezeigt,  damit

Disponenten und Einkäufer zielgerichtete Maßnahmen zur

Erhöhung der Liefertermintreue ergreifen können.

Die  Produktionsplanung  wurde  durch  einen  Freigabepro-

zess für ein Produktionsprogramms mit ca. 240 Bauteilen

der  Montage  erweitert,  welche  regelmäßige  Kunden-

sowie  hohe  Kapazitätsbedarfe  aufweisen.  Dies  führt  zu

einer  weitgehenden  Entkopplung  der  Planung  von

Schwankungen  der  Marktbedarfe.  D.h.  die  Veränderung

von  Marktbedarfen  ausgewählter  Produkte  hat  nun  keine

unmittelbaren  Auswirkungen  mehr  auf  den  Produktions-

und Beschaffungsplan sowie die Kapazitätsauslastung.

Die  Reaktion  auf  Marktschwankungen erfolgt  nun  koordi-

niert, indem zunächst die Änderungen simuliert, analysiert

und  anschließend  über  das  Produktionsprogramm

geglättet  werden.  Vor  der  Freigabe  der  Bedarfe  des

Produktionsprogramms  wird  die  Verfügbarkeit  der

notwendigen Materialien und Kapazitäten in einer Simula-

tionsversion  geprüft.  In  Abstimmungsrunden  werden  die

Beschaffungsmengen  und  der  Produktionsplan  auf  Basis

der  Simulationsergebnisse  verabschiedet.  Im  Anschluss

werden auf Basis des freigegeben Produktionsprogramms

und  des  vorhandenen  Kapazitätsangebots  mit  dem

„Zur Sicherstellung der Unternehmensziele wurden

logistische Kennzahlen und Berichte anforderungsgerecht in

SAP BW realisiert.“

Gerhard Rösler (MTU Aero Engines GmbH)

background image

SUCCESS STORY

CONSILIO IT-Solutions GmbH – Max-Planck-Straße 4 – 85609 Aschheim/Dornach

Telefon +49 (89) 960575-0 – Fax +49 (89) 960575-10 – info@CONSILIO-gmbh.de – www.CONSILIO-gmbh.de

PP/DS-Optimierer  Planaufträge  termingerecht  eingeplant.

Durch  die  nachfolgende  Umsetzung  der  Planaufträge  in

Fertigungsaufträge  übernimmt  die  Fertigungssteuerung

die Verantwortung für die Durchführung. Die Rückmeldung

von  abgeschlossenen  Arbeitsvorgängen  löst  wiederum

automatisch  eine  Neuterminierung  der  nachfolgenden

Arbeitsvorgänge  aus,  um  mögliche  Verspätungen  bzw.

frühere  Fertigstellungstermine  zeitnah  transparent  zu

machen.

Als  Planungswerkzeug  wurde  eine  neue  Transaktion  für

ein  interaktives  Planungstableau  entwickelt  und  den

Disponenten,  Produktionsplanern  und  Vertriebsmitarbei-

tern  zur  Verfügung  gestellt.  Im  Planungstableau  werden

die  Bedarfsmengen  des  Produktionsprogramms fest-

gelegt.  Die  Auswirkung  auf  die  Kapazitätsauslastung,

Starttermine  von  Fertigungsaufträgen  und  Termintreue

werden  simuliert  und  den  Planern  im  Wochen- und

Monatsraster angezeigt.

Das  Planungstableau  umfasst  drei  Sichten  zur  Planung

der Bedarfe des Produktionsprogramms, der Ressourcen-

auslastung und der zu startenden Fertigungsmengen:

In der

Bedarfssicht werden die

Produktionsprogrammbedarfe und die Marktbedarfe

den Bedarfsdeckern gegenübergestellt.

Die

Ressourcensicht zeigt die Kapazitätsauslastung,

das Kapazitätsangebot und den Kapazitätsbedarf in

den Mengeneinheiten Stunden sowie Stück an und

ermöglicht einen simulierten Wechsel auf alternative

Fertigungslinien.

In der

Startsicht werden die geplanten Startmengen

von Planaufträgen angezeigt, die zur termingerechten

Erfüllung des Produktionsprogramms notwendig sind.

Ergänzend  wurde  zur  Sicherstellung  der  Materialverfüg-

barkeit von Komponenten und Rohmaterialien bei Umset-

zung  von  Planaufträgen  in  eröffnete  Fertigungsaufträge

eine Ampelsteuerung  implementiert:  Bei  grüner  Kenn-

zeichnung von Planaufträgen sind die benötigten Mengen

im  Lager  verfügbar,  bei  gelber  Darstellung  sind  Mengen

nicht  im  Lager  aber  als  QM-Prüflos  oder  Lieferavis vor-

handen.  Die  rote  Ampel  zeigt  eine  fehlende  Materialver-

fügbarkeit im Produktionswerk an.

„Umfangreiche Anforderungen an eine koordinierte

Produktionsplanung konnten u. a. durch ein

Planungstableau innerhalb vorhandener SAP APO- und

ERP-Systeme implementiert werden.“

Bernhard Wetzstein (MTU Aero Engines GmbH)

background image

SUCCESS STORY

CONSILIO IT-Solutions GmbH – Max-Planck-Straße 4 – 85609 Aschheim/Dornach

Telefon +49 (89) 960575-0 – Fax +49 (89) 960575-10 – info@CONSILIO-gmbh.de – www.CONSILIO-gmbh.de

Die  SAP-Systeme  werden  mit  einer  leistungsstarken

Serverlandschaft  betrieben,  da  das  Mengengerüst  der

Stamm- und  Bewegungsdaten  eine  hohe  Planungskom-

plexität  im  täglichen  Planungs- und  Simulationslauf  er-

zeugt:

Arbeitsvorgänge: ca. 1.000.000

Plan- und Fertigungsaufträge: ca. 54.000

Arbeitsvorgänge pro Fertigungsauftrag:

durchschnittlich ca. 20

Ressourcen: ca. 19.000

Produkte: ca. 11.000

Planungshorizont: 5 Jahre

Die  Produktionssteuerung  wird  durch  eine  automatisierte

Neuterminierung  von  rückständigen  sowie  rückgemel-

deten  Fertigungsaufträgen  unterstützt.  Basis  für  die

Terminierung  sind  mit  der  Fertigung  vereinbarte  Durch-

laufzeiten  für  Sequenzen  von  Arbeitsvorgängen.  Die

Einhaltung  der  vereinbarten  Durchlaufzeiten  wird  über

Monitoringfunktionen  regelmäßig  ausgewertet,  mit  dem

Ziel  die  darin  enthaltenen  Pufferzeiten  schrittweise  zu

reduzieren.

Zur

bedarfsgerechten

Kapazitätsplanung

werden

Auslastungsverläufe über einen Zeitraum von fünf Jahren

im  SAP  APO  und  SAP  ERP  berechnet  und  im  SAP  BW

aufgeschlüsselt nach  Triebwerksprogrammen,  Produkten,

Kostenstellen  und  Organisationseinheiten  aufbereitet.

Damit  kann  zum  einen  über  die  Anpassung  der

Schichtpläne  eine  kurz- bis  mittelfristige  Glättung  der

Kapazitätsauslastung  erreicht  werden.  Zum  anderen

können  langfristig  notwendige  (De-)Investitionen  in

Fertigungskapazitäten ermittelt und abgesichert werden.

Realisiertes Nutzenpotenzial

Als  unmittelbares  Nutzenpotenzial  konnten  mehrere

Aspekte  identifiziert  werden:  Mit  Hilfe  der  erweiterten

Planungs- und Simulationsfunktionalität  konnte  die

Transparenz bzgl. machbarer Produktions-, Beschaffungs-

und Liefertermine verbessert werden. Folglich konnten die

nun  nicht  mehr  benötigten  Sicherheitsbestände  und

Sicherheitszeiten  reduziert  werden.  Zusätzlich  konnten in

Verbindung  mit  der  geglätteten  Kapazitätsauslastung  die

durchschnittlichen Durchlaufzeiten reduziert werden.

Auf einen Blick

Highlights der Implementierung

Unternehmensweit abgestimmte, geglättete und

machbare Produktionsprogramme

Integrierte Planungs- und Simulationsfunktionalitäten

zur zentralen Koordination von Einkaufs-,

Fertigungs- und Vertriebsprozessen

Planungstableau zur Planung der Bedarfe des

Produktionsprogramms, der Ressourcenauslastung

und der zu startenden Fertigungsmengen

Ampelsteuerung in der Produktionssteuerung zur

Sicherstellung der Materialverfügbarkeit von Kom-

ponenten

Umfangreiches Berichtswesen bzgl. logistischer

Kennzahlen in SAP BW

Ergebnisse

DLZ-Reduktion

Bessere Planungsergebnisse

Gleichmäßigere Kapazitätsauslastung

Höhere Termintreue